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Makajodama: Makajodama

Vielschichtig, progressiv, atmosphärisch
Wertung: 10/10
Genre: Postrock / Progressive
Spielzeit: 56:43
Release: 11.12.2009
Label: The Laser's Edge

Makajowas? Hinter dem seltsamen Namen verbirgt sich ein schwedisches Quartett, das es sich zur Aufgabe gemacht, instrumentalen Post- und Progressive Rock unter einen Hut zu bringen und dies in Form eines selbstbetitelten Debütalbums auf die Menschheit loszulassen. Kreativer Kopf des Projektes ist ein gewisser Mathias Danielsson, der ursprünglich als Gitarrist bei den Progressive Rockern Gösta Berlings Saga in die Saiten griff und mit Makajodama eine Band für seine eigenen musikalischen Visionen ins Leben gerufen hat. Teil dieser Visionen ist die Verknüpfung von geschriebener und improvisierter Musik, die Danielsson mit einem interessanten Lineup umzusetzen versucht: Neben ihm selbst an Gitarre, Bass, Orgel, Percussion und Synthesizer musizieren eine Cellistin, ein Geiger, ein Schlagzeuger und einige Gäste, die diverse Blasinstrumente und exotische Klangerzeuger wie Berimbao und Sitar beisteuern, mit.

Vielfältige Klangmöglichkeiten also, die sich Makajodama eröffnen und die sie auch voll ausschöpfen. Schon der einleitende, zehnminütige "Reodor Felgen Blues" (übrigens benannt nach einer Figur aus einem Animationsfilm) macht gleichermaßen Gebrauch von funkigen Bass- und Gitarrenlinien, jaulenden Streichern, sphärischen Lärmwänden, eingestreuten Bongos und spontanen Rhythmuswechseln. Mittendrin fängt der Song noch einmal ganz neu an, findet aber gegen Ende wieder den Bogen zurück zum anfänglichen Groove. Dass der Jamaspekt großgeschrieben wird hört man der Platte bereits eingangs deutlich an.

Ruhiger und orientalisch angehaucht geht es mit "Buddha And The Camel" weiter; hier steht neben den Streichern eine um ihr Leben trillernde Flöte im Mittelpunkt. Die Art und Weise, wie Makajodama die verschiedenen Klänge in ihren Soundkosmos einbinden und wie sie das Ergebnis so verarbeiten und strukturieren, dass es gleichermaßen progressiv und spannungsintensiv erscheint, zeugt von der hohen Musikalität, die alle Beteiligten auszeichnet. Fließend schaffen sie den Übergang zwischen Folk, Psychedelic, Funk und atmosphärischem Postrock und binden dazu ständig genreübergreifende Elemente ein, die bis hin zu Ausflügen in die klassische Musik reichen; so erinnert beispielsweise der Anfang von "The Ayurvedic Soap" glatt an Edward Griegs "Halle des Bergkönigs". Mut zum Experiment ist ebenfalls reichlich vorhanden, was sich im Verlauf des Stückes zeigt: Schlagzeug und Bass halten noch irgendwie die Grundfundamente zusammen, während die Streichinstrumente ein schleifende Kakophonie darüber ausbreiten, aus der nach einiger Zeit ein Gitarrensolo hervorwächst.

Vermutlich macht es nicht viel Sinn, weiter zu versuchen über bloße Beschreibungen dem facettenreichen Werk Makajodamas gerecht zu werden. Zu vielschichtig sind die Songs gestaltet, zu zahlreich die Details, die man erst nach mehrmaligem Hören überhaupt bemerkt. Einziger Nachteil dieser Vielschichtigkeit ist wohl die schwere Fassbarkeit der Platte: Ohne konzentriertes, mehrmaliges Hören funktioniert hier gar nichts, zumal auch noch jeglicher Gesang als möglicher Anhaltspunkt fehlt. John Petrucci sagte einmal über seine Stammband: "Man benötigt eine gewisse Aufmerksamkeitsspanne, um ein Dream Theater Fan zu sein" – für Makajodama gilt auf jeden Fall das Gleiche, auch wenn der Frickelfaktor hier erfreulicherweise deutlich geringer ist und die beteiligten Musiker ihre Fähigkeiten wesentlich songdienlicher einzusetzen (und vor allem einzuschränken) wissen.

Wer glaubt, diese Aufmerksamkeitsspanne zu besitzen, der sollte Makajodama definitiv eine Chance geben. Sich selbst sieht die Band in der Schnittmenge zwischen Godspeed You! Black Emperor und frühen King Crimson und liegt damit auf jeden Fall nicht falsch. Fans dieser Referenzbands sind also noch dringlicher aufgerufen, den Schweden ihr Ohr zu leihen.

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