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Magnum: Princess Alice And The Broken Arrow

viel sanfter kann Melodic Rock nicht mehr sein
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Rock
Spielzeit: 62:36
Release: 23.03.2007
Label: Steamhammer/SPV

Mit ihrem dreizehnten Studioalbum beglückt uns die britische Hardrocklegende Magnum. Um es schon vorweg zu nehmen, es reicht auch dieses Mal nicht im Entferntesten, um auf Augenhöhe mit ihren Meilensteinen „On A Storyteller`s Night“ oder „Vigilante“ heran zu kommen.

„When We Were Younger“ eröffnet das Album mit fröhlichen Keyboard und Piano Klängen aus der Hand von Mark Stanway. Irgendwie klingt es vertraut und durchweg positiv. Bob Catley`s Stimme erklingt und der Bass gibt erste Lebenszeichen im Einklang mit der Gitarre.

Zum Refrain hin fängt der Song dann an zu rocken. Perfekt ausarrangiert, wie man es eigentlich auch von Magnum gewöhnt ist. Sehr schön, aber irgendwie ohne großen Ohrwurmcharakter.

„Eyes Wide Open“ beginnt mit einschneidenden Gitarren und einer tollen Akustikgitarrenmelodie von Tony Clarkin. Dazu eine tolle Gesangslinie und ein weiterer Hit in der langen Magnum Geschichte ist geboren. Magnum verstehen es, gekonnt zu rocken, ohne aber wirklich hart zu klingen, alles versprüht so einen Easy Going Charme. Das Lied endet dann, wie es begonnen hat, mit den Gitarren.

„Like Brothers We Stand“ ist eine geile Rocknummer, welche so ein bisschen 70er Jahre Flair hat und auch ein wenig Rod Stewart Farben mit einbringt. Ja, gekonnt ist gekonnt, aber manchmal fehlt doch ein wenig das letzte Quäntchen, welches aus einer richtig guten Rocknummer einen Hit macht. Nicht falsch verstehen, ich jammere hier auf sehr hohem Niveau.

„Out Of The Shadows“ ist so ziemlich der rockigste und damit härteste Song, wobei er der Band wirklich gut zu Gesichte steht. Jimmy Copley`s Schlaginstrument bildet hier mit Tony Clarkin`s Gitarre das Grundgerüst. Das Interessante ist aber auch, dass ich mir den Song in einem deutlich härteren Metalgewand auch sehr gut vorstellen könnte. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis der Song gecovert wird. Der Mittelpart ist genial und überraschend zu gleich.

„Dragons Are Real“ kann da leider nicht mithalten. Selbst nach dem zehnten Durchlauf setzt sich der Song nicht bei mir fest. Zu belanglos ist da der „Lalala-Chorus“. Von einem anderen Kaliber ist da schon „Inside Your Head“. Dieser Song würde auch gut als Ballade zu Nazareth passen. Das Klavier dominiert und bildet mit den tollen Rocklegenden-Vocals eine tolle Symbiose.

„Be Strong“ rockt wie irgendwie schon hundertmal gehört daher. Zwar ist es guter AOR Rock, aber irgendwie zu amerikanisch, wenn man das überhaupt so sagen darf. Al Barrow sorgt zwar für das typisch zurückhaltende Bassfundament, welches radiotauglich vom Rest der Band verziert wird. Das alles ist aber für eine Band vom Schlage Magnum zu wenig.

„Thank You For The Day“ gewinnt da schon deutlich mehr Sympathie, schon allein wegen des sehr guten, ausdrucksstarken Gesangs. Leider wurden aber auch hier alle Kanten und zu harten Töne einfach wegpoliert. Der Song selber dürfte trotzdem einiges Hitpotenzial für die Radiostationen in Übersee mitbringen.

„Your Lies“ haut dafür dann erstmal auf den Putz, bevor die Keyboards dann alles wieder ein wenig besänftigen. Gute Rockmusik mit vielleicht etwas zu niedrigem Hard and Heavy Kern. Härtemässig befindet man sich schon fast im Dire Straits Fahrwasser. Alles klingt total entspannt und desinfiziert. Schade, irgendwie geht so einiges des Mythos verloren, den Magnum innehat.

„Desperate Times“ geht den gleichen Weg, wenn auch die Vocals wieder deutlich älter und whiskygetränkter klingen. So kann halt kein 20-jähriger singen. Das Bein wippt entspannt im Takt mit, man bekommt verträumte Augen und schwelgt so einfach dahin. Aber man kommt leider nicht an. Irgendwie fehlt dann der krönende Abschluss trotz des genialen Gitarrensolos.

Mit „You`ll Never Sleep“ wird das Album dann beendet. Ein guter Rocksong, welcher auch ein wenig treibt. Leider zerstört der Mittelpart mit seinen Keyboards doch einiges an Flair. Aber die Gitarre vertreibt dann letztendlich doch die generierten Töne aus dem Vordergrund und sorgt dafür, dass noch ein wenig gerockt wird.

Fazit: Ein ungemein sanftes Melodic Rock Album, welches sicherlich das ein oder andere Mal in Richtung des Meilensteins „On A Storyteller`s Night“ blinzelt, aber trotz der ähnlichen Gangart mangels Hits sein Ziel verfehlt. Wer einfach mal unverbindlich abrocken will, oder der neuen, eher popverliebten Freundin mal den Hardrock näher bringen will, ist hier sicherlich gut bedient. Die Fans werden die Scheibe lieben, für mich als ab-und-zu-Hörer und Bewunderer ihrer beiden Klassikeralben ist dies aber zu wenig, da die Band schon deutlich stärkere Alben abgeliefert hat.

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