Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Magnacult: Infinitum

Als Metalfan sollte man an dieser Band einfach dranbleiben
Wertung: 8/10
Genre: Neo-Thrash Metal, Groove Metal
Spielzeit: 45:49
Release: 12.05.2017
Label: Graviton Music Services

Bei den Holländern von Magnacult bekommt man was für sein Geld. Sieht man die Band live, erwirbt man nicht nur das Konzererlebnis, sondern quasi eine Band mit so viel Spielfreude, dass darüber schon mal der Mikroständer in den Bühnengraben abrutscht. Kauft man sich eine Platte der Jungs um Sänger Seb, kann man sicher davon ausgehen, einen ordentlichen Brocken Neo-Thrash mit derben Groove-Anleihen in Händen zu halten. Zwar scheint die Truppe noch immer ein kleiner Geheimtipp zu sein, diesen Status hat das Gespann aber mittlerweile wirklich zu Unrecht.

Aktuell rotiert immer noch die letztes Jahr erschienene „Infinitum“-Platte im heimischen Soundsystem, die erste Scheibe nach dem Abgang von Bassist und Gründungsmitglied Spit, der überraschend flott durch Tieftöner Stan ersetzt worden war.

Im Verlauf der Veröffentlichungen, begonnen beim 2007er „Synoré“ über die 2012 erschienene „Insua EnVenom“ scheint das Quinett an Härte ordentlich zugelegt zu haben. Schon der aktuelle Opener „Righteous Murder“ könnte mit seinem brachialen Geknüppel und den manischen Schreiorgien nicht unbedingt direkt als Magnacult durchgehen, zumal hier mit For I Am King-Fronterin Alma Alizadeh eine wahnsinnig fähige Co-Schreierin ins Boot geholt wurde. Lange dauert es aber selbstverständlich nicht, bis die Band wieder ihr Trademark ins Spiel bringt; schon bei „I’m Chosen“ lässt Seb wieder seine langgezogenen Growls los, die schon beim Debütalbum für ordentliche Begeisterungsstürme sorgen konnten. Hier wird sogar im Refrain ein wenig Melodie eingesetzt, ein kleines Schmankerl, das Magnacult wohldosiert zu nutzen wissen.

Schon nach den ersten Durchläufen fällt auf, dass „Infinitum“ deutlich aggressiver und hysterischer ausfällt als die Vorgängeralben. Fronter Seb scheint sich in seine Rolle als Brüllaffe endlich eingefunden zu haben, Songs wie „Be Freed By Death“ strahlen derartig viel Hass aus, dass es einen beinah gegen die Wand wirft, hilfreich auch hier die oftmals gedoppelten Vocals, die für eine ordentliche Portion mehr Wut sorgen.

Überraschenderweise haben sich die Niederländer für „Holy-Um“ erneut einen weiblichen Gast dazu geholt und mit Metaprisms Theresa Smith quasi als Kontrast zu Madame Alizadeh gleich mal eine kristallklare Stimme eingebaut, die in Kombination mit Sebs derbem Organ einen gelungenen Die-Schöne-und-das-Biest-Kontrast produziert, auch wenn der Track längst nicht so straight und ungestüm nach vorne geht wie man es von Magnacult gewöhnt ist.

Schon „Thou Shall Trust No One“ kriegt dann aber wieder sehr schwungvoll die Kurve, Sebs manisches Gebell und Bionics dazu passendes Drumgeballer verschmelzen hier zu einem absoluten Biest von einem Song, in dem sogar noch Platz für unheilschwangere Melodiebögen bleibt. Nur einen kurzen, fast meditativen Instrumental-Entspannungsmoment bieten die Herren mit „8“, bevor „Schwach Matt“ sich mit einem kurzen Bassgeplänkel einzuschmeicheln versucht; gleich darauf reagiert allerdings schon wieder der Groove, da können sich Magnacult einfach nicht zusammenreißen.

Gott sei Dank, möchte man ausrufen, denn die Niederländer mausern sich von Album zu Album mehr zu einer festen Größe im Metalbereich, mit der man rechnen muss und die man unbedingt im Auge behalten sollte. Die manischen Songgebilde, die die Truppe hier aufbaut, gehen nicht nur in Nacken und Ohr, sondern zeugen auch von ordentlicher Wut im Bauch; eine Platte, die man sich also auch gut zum Abreagieren anhören kann.

comments powered by Disqus

Schritt für Schritt zu einem erfolgreichen Abend

„Singen ist Sport, egal was für einen Stil, da machen wir uns nichts vor...“

Ausverkauftes Café Nord im „Erste-Klasse-Gewalt“-Fieber