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Magma Rise: At The Edge Of The Days

Die Essenz der eigenen Kreativität
Wertung: 8,5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 12:58
Release: 03.11.2017
Label: Daredevil Records

Warum reißt sich in der Redaktion eigentlich keiner um diese Scheibe? Verwunderung macht sich breit, denn wenn schon traditioneller Doom, dann doch auch ganz gerne von Magma Rise, da ist  der Name glatt Programm. Keine schnöde Sludge-Verödung, kein bellender Husten als Vocals getarnt, keine noch so raffiniert versteckten Bosheiten, einfach nur ein sauber arrangiertes Riff, welches nicht schwermetallisch einen glatt überfährt, sondern mit einer rockigen Attitüde viel Luft zum Atmen lässt.

Und da sind wir eigentlich schon mitten in der ersten Nummer und dem gleichzeitigen Titeltrack „At The Edge Of The Days“ - ist ja nur eine EP mit zwei Songs, nur aber im Sinne von: Leider viel zu wenig. Natürlich ist das große Vorbild Trouble mehr als deutlich herauszuhören, da machen die vier rund um Frontmann Gábor Holdampf auch gar keinen Hehl daraus (auf der 2016er-EP „False Flag Operation“ hatten sie ja noch „Pray For The Dead“ von Trouble gecovert). Überhaupt: Schuster, bleib bei deinem Leisten, das muss man Gábor gar nicht zurufen, singt er doch ohne große Aufgeregtheit im Einklang mit den Gitarren, was für Außenstehende vielleicht schnell als banal abgestempelt werden könnte, der Musik aber einfach immens gut tut. Zucker auf die Doom-Mühlen ist dann auch das fein ausbalancierte Gitarrensolo als I-Tüpfelchen eines gelungenen EP-Einstiegs.

Mit der zweiten Nummer langen die Ungarn dann ebenfalls in die Vollen. Die KennerInnen werden natürlich gleich mit einem stutzigen Oha bei „ A National Acrobat“ aufgestöhnt und dabei an Black Sabbath Anfang der 70er Jahre gedacht haben – und richtig, Magma Rise covern diese Nummer, wobei als ganz besonderes Schmankerl Karl Agell (Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger Sänger bei Corrosion Of Conformity) hier den Posten hinterm Mikrofon innehat. Wuchtige Nummer mit reichlich Herzblut und ein gefundenes Fressen für alle Doom-JüngerInnen zum absoluten Wohlfühlen – schnörkellos, echt gefühlt und zeitlos intensiv.

Im Grunde mag man den  Ungarn zurufen: Bitte mehr davon, in Albumlänge vielleicht, Möglicherweise haben solche Appetithappen in EP-Form aber auch einfach den Charme, die Essenz der eigenen Kreativität anzuliefern, so ganz nebenbei im Gespräch und zumindest interessant zu bleiben. Da die Vinylversion auch noch auf 250 Einheiten bei der 10“ limitiert ist, sollten sich zumindest die Schallplattenfans sputen, denn es winkt ein teurer Buchtenkauf.

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