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Magician: Tales Of The Magician

Nicht gerade originell, bringt aber Spaß
Wertung: 7/10
Genre: Power, Progressive, Speed Metal
Spielzeit: 55:57
Release: 19.09.2008
Label: Dockyard1

Wer glaubt, dass Brasilien nur Fußballsupertalente und Thrash-Metal-Combos wie Sepultura exportiert, wird durch das Quintett Magician, das mit „Tales Of The Magician“ sein Debütalbum vorlegt, eines besseren belehrt, denn die Jungs zocken astreinen Bombast-Power-Metal, der immer wieder an Rhapsody, Helloween oder Avantasia erinnert, allerdings mit starker Schlagseite Richtung neoklassisch orientiertem Prog.

Dass der Fünfer offenbar ein großer Fan von Symphony X ist, beweisen nicht nur die von Sänger Dan Rubin und Schlagzeuger Zé Bocchi angegebenen Vorbilder (Russell Allen bzw. Jason Rullo), sondern vor allem die teilweise recht komplexen, vertrackten mit etlichen Breaks versehenen Songs und gerade die äußerst virtuose Lead-Gitarrenarbeit und des öfteren auch das Riffing erinnern immer wieder an Saitenhexer Michael Romeo, sowie an dessen Kollegen Yngwie Malmsteen – man höre sich nur einmal die Solopassagen bei Tracks wie „Underworld Terror“ oder „Sandstorm“ an...

Technisch agiert man also schon einmal ganz klar auf einem ziemlich hohen Niveau, was sicherlich recht erfreulich ist, wenn natürlich auch nicht das wichtigste, da es gerade bei einer Band, die mit ihrem ersten Album aufwartet, schnell passieren kann, dass sie im übereifrigen Bestreben, ihre technischen Fähigkeiten zu präsentieren, schnell mal das Songwriting aus den Augen verliert und sich nur noch in Frickelorgien ergeht – noch dazu, wo hier in beinahe jedem Stück massig Chöre erklingen und Keyboardteppiche eingewoben wurden.

Glücklicherweise jedoch verliert man beim Songwriting trotz allem Bombast und aller Komplexität fast nie den roten Faden, bleiben die gesetzten Breaks eigentlich immer nachvollziehbar, wenngleich mehrere Durchläufe, um dies alles zu erfassen, natürlich Grundvoraussetzung und unausweichlich sind. Dann aber offenbaren sich mit absoluter Spielfreude vorgetragene Perlen, wie die Achterbahnfahrt „Terminal Day“ oder „Siege Of Zelgian“ beweisen. Und mit dem Opener „Prime Evil“ (da steckt allerdings wirklich verdammt viel Symphony X drin!) hat man auch noch ein recht eingängiges Stück – quasi einen „Hit“ – am Start, sowie mit dem mit vielen Akustikpassagen garnierten „Minstrel’s Domain“ eine kleine Perle, die sich trotz starker Folk-Einschläge (es ertönt sogar eine Flöte) überraschend gut ins Gesamtbild einfügt.

Zwar wird man weder mit der Musik dieses Konzeptalbums, bei dem es um einen Magier namens Zhaldor geht, der seine Heimat Zelgian von einem Terrorregime befreien will, noch mit dem einfallslosen Bandnamen einen Originalitätspreis gewinnen, aber jeder Neoklassik-Prog-Metal-Fan, der den zuletzt verloren gegangenen Bombast bei Symphony X beklagt und jeder Power-Metal-Anhänger, dem Helloween und Konsorten schon immer zu sehr nach Kindergarten-Melodien klangen, sollte seine Freude an dieser Scheibe haben.

Schwachpunkte sind eigentlich nur das lahme Intro, die zu billig klingenden Keyboards und die mitunter fehlende Power von Sänger Dan Rubin. Er hat seine Fähigkeiten, keine Frage, bemüht sich, vielseitig zu klingen – mal wie Russell Allen, mal etwas wie Jorn Lande („Dark Ritual“), mal sogar ein bisschen wie Tobias Sammet, ohne aber wirklich die Durchschlagskraft dieser drei Ausnahmekünstler zu erreichen. Aber da „Tales Of The Magician“ ja das Debütwerk der Brasilianer ist, kann er ja noch an sich arbeiten und möglicherweise gewinnt sein Organ im Laufe der Zeit noch an Power dazu.

Insgesamt dennoch ein Album, das durchaus Spaß macht, durch den Wechsel von Speed-, Prog und Power-Metal als durchaus abwechslungsreich zu bezeichnen ist und bei allem Bombast nicht völlig überladen wirkt. Wie erwähnt, sicherlich nicht gerade superoriginell, aber unterhaltsam und für ein Debütalbum ohnehin mehr als nur respektabel.

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