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Madlife: Precision In The Face Of Chaos

Keine Langzeitempfehlung
Wertung: 5,5/10
Genre: Industrial Metal, Alternative Metal
Spielzeit: 43:57
Release: 05.05.2017
Label: Bleeding Nose Records

Wie eine Mischung aus Korn, Rammstein und Rob Zombie sollen oder wollen sie klingen, die Amis Madlife, mitschwingen sollen noch eine Portion Fear Factory, in dieser Aufzählung kommen einem dann automatisch noch Kollegen wie Static-X in den Sinn – mit mittlerweile vier Studioalbum scheinen sich die drei Kalifornier schon eine anständige Fangemeinde erspielt zu haben, FF-Sänger Burton C. Bell gehört angeblich zu ebendieser; mit ihrer fünften Platte „Precision In The Face Of Chaos“ landen Madlife dann auch mal auf dem Pit-Seziertisch.

Gleich zu Beginn fällt auf: Für eine Industrial-Platte ist es taktisch recht unklug, ohne Bassisten zu agieren; Druck kommt hier nämlich quasi keiner auf. Überhaupt hätte der Sound noch eine gute Portion mehr Rumms verdient, mehr Eier hätte man sich gewünscht, aber vielleicht wäre dann auch Sänger Angry Phils Stimme untergegangen, die sich ziemlich nahtlos in die Industrial-Bewegung der 2000er einfügt und entsprechend nicht unbedingt über einen großen Wiedererkennungswert verfügt. Was man allerdings wiedererkennt, zumindest als Fan der gecoverten Band, ist „Love Song“ – im Original von den großartigen The Cure, hier mit viel Electro-Geschwurbel und breiten Gitarrenwänden neu aufgebaut; instrumental sicherlich interessant und vor allem im Übergang zum Refrain erstaunlich tanzbar, der Gesang macht das Auswärtsspiel dann aber eher zu einer lauwarmen Angelegenheit.

Das ist dann neben dem ausbaufähigen Sound das Hauptproblem der Gruppe: Angry Phil klingt nämlich die meiste Zeit gar nicht so wahnsinnig angry, sondern vor allem genervt und nölt sich durch den Großteil der Tracks, was auf Dauer ein bisschen anstrengend wird. Einen positiven Ausreißer gibt es da beispielsweise mit dem ohrwurmigen „Tell Me“, das man sich sicherlich auch gut als Akustik-Version vorstellen könnte.

Auch „Nothing Changes“ hat das Zeug zu einem der besseren Albumtracks, zumal Phil sich hier ein bisschen aus seiner keifenden Komfortzone traut und ein bisschen Klargesang und kurze Shouts mit einfließen lässt – Songs wie der Opener „All The Angels“ vergällen einem den Hörspaß aber mit platten Klischeetexten („All the angels/show me your broken wings“) und einer entsprechend nervtötenden Melodieführung; in Kombination mit Phils hier sehr nölig verzerrter Stimme eher ein Wegklicker statt ein Anspieltipp.

Als Tanzflächenfüller kann man sich einige Parts von „Precision In The Face Of Chaos“, das seinem Titel übrigens wenig Ehre macht, sicherlich in den einschlägigen Clubs gut vorstellen – für das intensive Zuhause-Hören findet sich aber deutlich zu wenig Substanz auf den zwölf Songs, um überhaupt längerfristig relevant zu sein.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“