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Madderwort: Illuminations

Gothic Rock meets The Doors
Wertung: 7/10
Genre: Gothic Rock/Classic Rock
Spielzeit: 20:48
Release: 11.03.2009
Label: Music's Over Records

Das ist nun wirklich mal eine gute Idee: Man verbinde traditionellen Gothic Rock der Marke Sisters Of Mercy mit dem Classic Rock der 60er und 70er und spanne dazu einen Keyboarder ein, der einen ähnlichen Stil wie The Doors-Tastenvirtuose Ray Manzarek zu spielen pflegt: Schon hat man die Osnabrücker Newcomer Madderwort. „Illuminations“ ist nach „Hang Our Heads“ nun die zweite Band der EP und bietet eine Menge Abwechslung, was größtenteils an dem gelungenen Songwriting festzumachen ist.

Tatsächlich zeigen sich Madderwort hier nämlich ziemlich talentiert, denn das Aufbauen von Spannungsbögen und auch das Schreiben von einprägsamen Melodien geht der Band anscheinend mühelos von der Hand; hier ist man anderen jungen Gruppen ein ganzes Stück weit voraus. Im Bezug auf ihre Instrumente zeigen sich die vier Musiker ebenfalls sehr talentiert; auch wenn nicht immer fehlerfrei gespielt wird, ist hier trotzdem viel Potenzial vorhanden.

Besonders hervor sticht der Keyboarder Kai Langer, der gelegentlich wahre Glanzleistungen auffährt und mit seinem Spiel den Stil der gesamten Band sehr stark prägt. Mal werden Doors-ähnliche Orgel-Klänge verwendet, zu anderen Zeiten gibt es schöne Piano-Leads zu hören, die durch gelungene Melodieführungen bestechen. Christoph Langer, der Mann am Mikrophon, der nebenbei noch Bass spielt, hat zudem mit seinem düsteren Organ eine passende Stimme für die Musik, trifft aber leider nicht immer die Töne und hat gelegentlich Probleme mit der Intonation. Da die Stimmfarbe aber sehr angenehm ist und der Mann definitiv Potenzial hat, sollte man ihm dies nicht allzu negativ anrechnen, denn mit ein wenig Gesangsunterricht oder Übung sollte hier noch einiges herauszuholen sein.

Das bereits erwähnte starke Songwriting zeigt sich gleich beim ersten Track „Illuminate“, der auf das schöne Keyboard-Intro „Introduction“ folgt: Die anfänglich fast schon dissonant klingenden Gitarren sorgen zwar erst einmal für ein wenig Stirnrunzeln, nachdem aber Christophs „Here We Go“-Schrei ertönt ist, ändert sich das Ganze schlagartig. Ein sowieso schon geniales Riff wird perfekt mit Keyboard-Klängen verbunden und bildet die Grundlage für den sehr eingängigen Song, der im Refrain noch mit einer Ohrwurm-Melodie auftrumpft.

„Mind On Fire“ schlägt dann einen etwas ruhigeren Pfad ein, überzeugt aber ebenfalls mit gutem Keyboard-Spiel und einer schönen, melancholischen Melodie. Die Halb-Ballade „The Sailor“ demonstriert danach ein weiteres Mal, wie man einen Song gut aufbaut: Anfangs wird der hier enorm tiefe Gesang nur von sanften Keyboard-Klängen getragen, bevor das Stück sich immer weiter aufbaut und zum Schluss geradezu episch daherkommt.

„Ode To Sanity“ bietet dann ein weiteres Mal schwermütige Kost, mit dem Unterschied, dass Christoph im Refrain ein wenig mehr mit seiner Stimme experimentiert, dies leider nur mit bedingtem Erfolg, denn obwohl gerade der rauere Gesang richtig gut klingt, gehen einige der höheren Töne ein wenig daneben. Bei der Ballade „Cardboard Box“ übernimmt dann überraschend Gitarrist David Krützkamp den Hauptteil des Gesangs und bietet mit seiner hohen, jugendlichen Stimme einen gelungenen Kontrast zu dem eigentlichen Sänger, der erst im Refrain hinzukommt.

Madderwort haben zwar dank der interessanten Mischung und dem guten Songwriting großes Potenzial, müssen aber schlichtweg noch lernen, ihr gemeinsames Spiel mehr aufeinander abzustimmen, damit ein besseres Gesamtergebnis entsteht. Mit ein wenig Übung sollte das jedoch kein wirkliches Problem darstellen, den Talent haben alle vier Musiker ohne Frage.

Jeder, der sich für diesen Stilmix begeistern könnte, sollte der Band unbedingt eine Chance geben, denn „Illuminations“ ist auf jeden Fall eine lohnende Investition, auch wenn die Musik des Quartetts noch ein bisschen Feinschliff gebrauchen könnte.

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