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Madder Mortem: Eight Ways

Die Norweger lassen sich nicht beirren
Wertung: 9/10
Genre: Melodic, Progressive Metal
Spielzeit: 64:17
Release: 22.05.2009
Label: Peaceville Records / SPV

Die fünf Norweger gehen weiterhin ihren eigenen Weg und lassen sich nicht in irgendwelche Schubladen stecken. Sie machen Musik teilweise entgegen gängiger Konventionen. Das macht sie individuell, aber auch nicht offen für jedermann.

Auf Grund ihres eigenwilligen Stils ist es auch schwer, ihre Musik ohne Probleme zu beschreiben. Einerseits scheint es, als würde man bei dem Versuch die Hälfte vergessen oder nicht authentisch vermitteln können, wie Madder Mortem wirklich klingen. Ihr Sound ist einerseits komplex, jedoch nicht so frickelig, wie man es von einer Progressiv Metal Band erwarten würde, denn die Norweger spielen mehr als konventionellen Prog. Zuerst scheint man nur vor einem riesigen Klanggemälde zu stehen, das erst nach und nach die vielen verschiedenen Details preisgibt, die es beinhaltet. Hier wird kein Instrument hervorgehoben, Soloeskapaden sind selten gesät, selbst Sängerin Agnete ist weder Gegenstück zu den harten Instrumenten, noch wird sie über diese gestellt, wie es bei vielen female-fronted Bands der Fall ist, viel mehr ist sie Teil des Ganzen.

Der Opener „Formaldehyde“ beginnt sehr ruhig mit dem Spiel des Schlagzeugs, über das eine Piano-Melodie gelegt wurde. Auch nachdem Agnete einsetzt wird es im Ganzen noch eher schwer und getragen und endet in einer kurzen Unterbrechen durch sehr leise Klänge und starke gedämpfte Backingvocals. Danach bricht der Klang aus, die Gitarre übernimmt die zuvor fast filigrane Klaviermelodie und wird deutlich rockiger, die Drums treiben das Tempo vor und der Hintergrundgesang komplettiert den vollen Sound. Es folgt ein Wechselspiel zwischen diesen drei Teilen und endet sehr rockig und etwas aggressiv.

„Armour“ beginnt mit einem fast epischen Intro zu dem sich helle Backingvocals gesellen, es wird allgemein etwas ruhiger. Die Drums und der Gesang setzen ein, begleitet von einzelnen Gitarrentönen. Es steigert sich erneut, vor allem die Gitarre, wird etwas episch und endet in einem Wechselspiel beider Arten.

„Resolution“ ist im Vergleich zu „Armour“ deutlich aggressiver und leicht mystisch angehaucht. Kurzzeitig sind die Vocals mehr gesprochen als gesungen, zur Mitte hin, versetzt Agnete ihre Stimme mit wütenden Emotionen und der Gesamtklang wird teils etwas dissonant. Ähnliche Emotionen werden auch bei „A Different Kind Of Hell“, wo die Frontfrau dann auch mal ihre Gefühle kräftig herausschreien kann, wiedergegeben. Im Gegensatz dazu sind „Riddle Wants To Be“ und „All I Know“ eher träumerisch und melancholisch veranlagt.

Geht man noch einmal einen Schritt von dem großen Klanggemälde weg, merkt man, dass hier viele verschiedene Spielarten des Metal, wie Power-, Progressive-, Melodic- und sogar etwas Death Metal mit jazzigen und souligen Elementen verknüpft werden. Alles wirkt sehr bodenständig und ehrlich, was auch an der guten Produktion liegen mag: sehr volle Drums, viel Dynamik und Power, keine stets weichgemixten Gitarren, klangfüllende Keyboards und Agnetes wandelbare Stimme. 

Die einzelnen Songs sprechen klar einzelne Emotionen an, sei es mal Wut und Aggression, dann mal Melancholie und Depression oder einfach nur träumerische, romantische Aspekte. Agnete schafft es wie kaum eine andere, diese Emotionen direkt und authentisch umzusetzen ohne dabei aufgesetzt zu klingen. Zwar wird vor allem in den Passagen Wut und Aggression aus dem Singen ein Schreien und die Töne sind nicht immer genau getroffen, aber erstaunlicher Weise tut dies, ebenso wie die manchmal etwas dissonanten Klänge der Instrumente, dem Gesamteindruck kaum einen Abbruch.

Fazit: Madder Mortem bieten auf „Eight Ways“ alles andere als leichte Kost. Sie gehen ihren eigenen Weg und sie gehen ihn gut. Zwar braucht man mehrere Hördurchläufe, bis es schlüssig klingen mag und man die vielen versteckten Feinheiten und Details erkennt, aber es lohnt sich eindeutig. Abwechslungsreichtum, Ideen und Kreativität fern ab von gängigen Schemen ist die Devise. Negativ ist einzig, dass der Longplayer zum Ende hin ein paar Hänger aufweist und sich dehnt. Die Qualität der Tracks ist noch stets gut, aber nicht mehr so sehr wie noch zu Beginn. Wem soll man dieses Album empfehlen? Zuerst einmal all denjenigen, die bis hierher durchgedrungen sind und sich entfernt vorstellen können, wie „Eight Ways“ klingen mag, sowie sämtlichen Personen die aufgeschlossen und bereit für etwas Neues sind.

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