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Madball: Hardcore Lives

Hammerplatte!
Wertung: 9/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 31:54
Release: 27.06.2014
Label: Nuclear Blast Records

Die Institution Madball benötigt keine Einleitung. „Hardcore Lives“ markiert bereits das achte Studioalbum der New Yorker Hardcore-Truppe, wartet mit einigen hochkarätigen Gastauftritten auf und unterstreicht wieder einmal, warum die Truppe um Freddy Cricien bereits seit dem ersten Album „Set It Off“, das dieses Jahr zehntes Jubiläum feiert, aus der Szene nicht mehr wegzudenken ist.

Im Hardcore macht man nicht viel rum, sondern zeigt sich geradlinig und frei heraus, was wahrscheinlich der Grund ist, wieso Freddy mit den textlichen Gegebenheiten auf der neuen Platte (die mit einem erbarmungswürdigen Neunziger-Cover aufwartet) nicht hinterm Berg hält. Im Großen und Ganzen geht es um den Familiengedanken hinter der Hardcorebewegung, um Höhen und Tiefen, den Balanceakt zwischen Familie zuhause und Tour außerhalb (im großartigen „The Balance“ sehr schön behandelt), und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, als wären die Vier immer noch 16 und wollten sich mit ihrer Musik gegen den Rest der Welt stellen. Rebellisch, laut, großmäulig, aber fair. Wie es sein sollte.

Beginnen wir mit dem, was als erstes ins Auge fällt, wenn man einen Blick auf die Tracklist wirft: die Gäste. „True School“ widmet sich nicht der Frage, was denn nun true im Hardcore ist oder nicht, sondern wirft viel mehr ein Licht darauf, dass für jeden alles einmal „new school“ war und somit neu entdeckt wurde. Ein schönes Bild für die Tatsache, dass viele Kids heute durch größere Geschwister oder Freunde auf Konzerte mitgeschleppt werden und sich danach für Bands begeistern können, die sie vorher nicht mal namentlich kannten. Passenderweise wurde hier Terror-Bulldogge Scott Vogel mit ans Mikro geholt – neben Agnostic Front eine der Hardcore-Truppen schlechthin.

Wer auf H20 steht, kann sich bei „My Armor“ satt hören, das zwar mit einem wunderbaren Gang-Shout-Refrain daherkommt, dafür muss man sich aber mit der Stimme von H20-Sänger Toby Morse anfreunden, was stellenweise nicht ganz so einfach ist. Und man muss sagen: Gegen Freddy schmiert der gute Mann so ein bisschen ab, klingt die Stimme doch wesentlich dünner als die des Madballers.

Überraschenderweise darf hier auch die holde Weiblichkeit mit ans Mikro, wobei Candace von Walls Of Jericho ja allzu hold nicht klingt. Wahnsinn, wie das nicht gerade mit Leibesfülle gesegnete Weibchen hier ihren Mann steht und sich ordentlich gegen die HC-Männerwirtschaft durchsetzt.  

Dass „Spirit“ sich dann mit den viel erwähnten inneren Dämonen auseinandersetzt, merkt man auch ohne großes Hintergrundwissen – Freddy gibt sich bissig und kämpferisch wie selten, keift sich die Seele aus dem Leib und trifft damit sofort in Beine, Kopf und Herz. Im Geiste wirbeln die Mosher durch die Gegend, bevor es mit „Mi Palabra“ sehr giftig auf Spanisch weitergeht. Wahnsinnstrack. Ähnliches lässt sich vom finalen „For The Judged“ sagen, obwohl hier weniger Gift gesprüht, dafür aber mit schleppend-bedrohlichen Riffs und unglaublich bösartigen Vocals gearbeitet wird.

Es ist doch schön zu sehen, dass „alte Hasen“ wie Madball ihre Bissigkeit kein bisschen eingebüßt, ja vielleicht sogar noch eine Spur wütender geworden sind. „Hardcore Lives“ fängt den Geist der Neunziger ein, verbindet ihn aber so gut mit modernem Sound, dass man die Scheibe wahrscheinlich in 20 Jahren immer noch hören kann. Ich bin schwer begeistert.

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