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Mad Maze: Frames Of Alienation

Bay-Area-Freaks würdig
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 39:27
Release: 20.01.2012
Label: Punishment 18

Tag für Tag trudeln die Debuts in den Redaktions-Stuben ein, ein nimmer endender Strom auf dem weiter wachsenden, ausufernden Tonträgermarkt. Neu in den Reigen der Erstlingsscheiben gesellt sich nun „Frames Of Alienation“ der 2010 gegründeten italienischen Combo Mad Maze. Allerdings haben sich hier keine Anfänger zusammengefunden, vielmehr hatten sie schon anno 2002 den so häufig klassischen Start einer Musikkarriere hingelegt: Cover-Songs spielen. Der Reiz war doch schon nach vier Jahren verflogen, weitere vier Jahre zogen ins Land, in denen man diversen weiteren Projekten folgte, bis dann die Passion 2010 zur Bandgründung Überhand nahm und man von da an mit eigenen Songs auf sich aufmerksam machen wollte.

Das mit der Aufmerksamkeit passt schon, aber den Passus eigene Songs sollte man schon ein wenig einschränken, denn immer wieder mehr als deutlich blitzen und blinken die Vorbilder durch, sodass man meinen könnte, die Italiener hätten dem Phänomen Plattentektonik eine neue Dynamik verpasst – Bay Area trifft auf das norditalienische Modena, soll heißen: Mad Maze spielen lupenreinen US-Thrash Metal, wie er berühmt und berüchtigt aus der Bay Area kommt – ein kontrollierter Bastard aus Testament, Heathen und Exodus sowie weiterer San-Francisco-Truppen. Selbst das Artwork dürfte bei einem Großteil der Fans für ein „Kenne ich doch“ sorgen – Ed Repka einmal mehr, der ja schon Jahrhundertwerke von Death bis Megadeth veredelte.

Und so wird nach dem akustischen Intro schnell aus allen Rohren gefeuert, „Walls Of Lies“ prescht zügig nach vorn und ist wie „Secret Deceit“ auch locker durch die ersten beiden Testament-Alben beeinflusst, wobei das zweite Beispiel durch einige Breaks etwas aufgelockert wird. So manches Mal hört sich Frontmann Alberto Dettori dazu auch noch verdächtig nach Chuck Billy an – keine schlechte Kombination. Alles, vom Riffing über die teilweise mächtig polternde Doublebass bis hin zum Shouting, bedient sich aus dem Bay-Area-Pool, immer auf die Zwölf, also genau so, wie eine Thrash-Scheibe auszusehen hat, spielerisch einwandfrei, und vor allem der von Andy Classen fabrizierte Sound ballert voll auf die Glocke.

Mit „…Beyond“ beschreiten die Thrasher dann einen deutlich experimentelleren Weg und lassen sogar Fronter Alberto außen vor – ein nicht unbedingt essentielles Instrumental, da der Fluss der Platte auch ein wenig unterbrochen wird, aber schon im Anschluss wird wieder die Schredderkeule ausgepackt und mit „Caugh In The Net“ munter drauflos gethrasht. Lange gefühlvolle Soli, wenige Überraschungen, aber viel Spielfreude, ein paar dezent eingesetzt Growls, viel saubere Riffarbeit - „Retribution“ fasst zum Schluss nochmals alle Mad Maze-Attribute wie powervolles Drumming, ein Massaker an Gitarrenriffs und aggressiver Gesang inklusive einem ausklingenden Akustik-Ende zusammen.

Bay-Area-Freaks sollten hier auf jeden Fall zugreifen und nicht auf die nächsten Alben der Heroen wie Testament, Heathen (die jetzt gerade frisch bei Nuclear Blast unterschrieben haben) oder Exodus warten. Na klar, Mad Maze lassen einiges an kreativem Eigenengagement vermissen, aber trotzdem: „Frames Of Alienation“ macht Spaß und hat mit etwas über 39 Minuten auch och die richtige Vinyl-Spiellänge. So gilt es also, ein Auge wegen der Kontinentalverschiebung zuzudrücken und den Italienern eine Chance einzuräumen.

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