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Machina Deus Ex: Figurines

Neuer Stern am französischen Metalhimmel
Wertung: 8.5/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 55:26
Release: 07.03.2008
Label: Brennus Music

In ihrem Heimatland Frankreich bereits gehasst und geliebt, gefeiert und verstoßen, so ist das provozierende Quintett Machina Deus Ex rund um Sängerin Sandrine hierzulande noch gänzlich unbekannt. Man mag darüber rätseln, ob es an den Texten oder gar an ihrem Outfit liegt, doch lässt sich zumindest eines mit Gewissheit sagen: An der Musik liegt es nicht.

Im Jahre 2003 im märchenhaften Versailles gegründet, nahm die Band, welche ihre Musik mit der Atmosphäre von Anathema, Electro-Arrangements von Zeromancer und einem Gesang wie von Lacuna Coil definierte, schon recht bald ihr heute ausverkauftes Demo Tape “Unease” (“Beklommenheit”) auf, welches die Hörerschaft sofort polarisierte: gesellschaftskritische, tiefgründige Texte, verpackt in einem Metal-Gewand, welches eindeutige Bilder vor dem inneren Auge entstehen ließ. Für die Einen die Krönung der französischen Metal-Musik, für die Anderen wie ein rotes Tuch für den Stier. Doch die Provokation sollte nun erst beginnen, und so zog man sich ins Studio zurück, um das Debütalbum “Figurines” (“Figuren”) aufzunehmen.

Bereits das erste Stück, “New Way”, macht deutlich, dass MDE tatsächlich einen “Neuen Weg” beschreiten. Wiegt einen das sanfte Intro mit Sandrines rauchiger Stimme noch in dem Glauben, es hier mit einer dunkelromantischen Symphonic Metal-Band zu tun zu haben, so holt einen Gregorys kratzige, aber dennoch harmonische Stimme schon recht bald in die Wirklichkeit zurück: Hämmernde Drums, stampfende Beats und kompromisslose Gitarren können sofort den kritischsten Hörer überzeugen, dass MDE keine normale 08/15-Metal-Band, sondern ein ganz besonderes Prachtstück ist. Auch der zweite Song, “Carcinogenic”, führt das Muster von “N.W.” fort, und trumpft ebenfalls mit dem Wechsel von nahezu balladenartigem Gesang zu Black Metal-Geschrei auf. Ob dieser Kontrast wirklich von allen als glanzvoll und gelungen empfunden wird, sei mal dahingestellt, doch ist MDE damit auf jeden Fall etwas vollkommen Neues gelungen.

Die folgenden Titel, “On the Verge” und “Favorite Slave”, schlagen zwar ein langsameres Tempo an, doch gönnen sie dem Hörer ebenfalls keine Erholungspause. Sogar der fünfte Song, “Enioreh Ym”, weist, obwohl dieses Lied als einziges ein reines Instrumentalwerk ist, Metal-Ansätze auf, was mit der Dauer ziemlich belastend wirkt. Bis das Album schließlich nach elf Stücken mit einem Remix von “Carcinogenic” ausklingt, erwartet den geduldigen Hörer eine ganze Parade von metallastigen Liedern, welche mal mehr, mal weniger, erfolgreich vertont wurden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Album durchaus hörenswert ist; wobei es jedoch Punktabzug gibt, da es an einigen Stellen schlichtweg überladen wirkt und manche Lieder keinen Höhepunkt haben. Sich dieses Album anzuhören ist wie eine Seefahrt: Es gibt ein ständiges, recht intensives Auf und Ab, aber dennoch geht es stetig vorwärts. Doch bekanntlich gibt es ja auch seekranke Menschen…

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