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Månegarm: Nattväsen

Die Gitarren stehen eher im Vordergrund als die Folk-Instrumente - gut so!
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk-/ Pagan-/ Viking Metal
Spielzeit: 44:49
Release: 20.11.2009
Label: Regain Records

Dass der Markt momentan von Folk-, Pagan- und Viking-Metal-Bands überschwemmt wird, kann wohl niemand ernsthaft bestreiten – jede kleinste Combo, die irgendwas mit Flöten, Geigen und Texten über nordische Mythologie macht, wird unter Vertrag genommen; die Qualität bleibt hier des öfteren mal außen vor.

Månegarm hingegen sind schon so etwas wie alte Hasen in diesem Bereich, die schwedische Band wurde bereits 1995 unter dem wenig originellen Namen „Antikrist“ gegründet, als der Genre-Boom noch in weiter Entfernung lag, und mittlerweile kann man auf eine ziemlich umfangreiche Discographie, welche einschließlich der vorliegenden, neuen Scheibe „Nattväsen“ immerhin sieben Alben umfasst, zurückblicken.

Dennoch muss ich gestehen, dass mir die Band bislang noch nicht über den Weg gelaufen ist und „Nattväsen“ dementsprechend meinen ersten Kontakt mit dem Quintett aus Norrtälje darstellt. Gespielt wird jedenfalls eine Mischung aus schwarzmetallisch geprägten und hymnischen, folkigen Passagen – eine Mixtur, wie sie heutzutage Gang und Gäbe ist, wie sie Månegarm aber eben schon seit langem praktizieren. Die Erfahrung ist der Band deutlich anzuhören, denn das Wechselspiel zwischen den beiden unterschiedlichen Stilrichtungen gelingt äußerst gut, sodass die Songs sehr flüssig erscheinen. Zudem wartet man mit einer kraftvollen Produktion auf und versteht sein Handwerk – letzteres sei besonders hinsichtlich der Geige erwähnt, da es doch so einige andere Bands im Folk- und Paganbereich gibt, die dieses Instrument einsetzen, bei denen das jedoch oftmals einer akustischen Vergewaltigung gleichkommt, so schief wie da teilweise gefiedelt wird.

Nicht so bei Månegarm, die die folkigen Instrumente ohnehin lieber als unterstützendes Element im Hintergrund verwenden – die amtlich rockenden Gitarren spielen ganz eindeutig die Hauptrolle, sodass munteres Headbangen garantiert ist und niemals Gefahr aufkommt, kitschige Territorien auch nur zu streifen.

Der Opener „Mina Fäders Hall“ (alle Songs sind übrigens in Schwedisch vorgetragen) zeigt bereits auf, wohin die Reise geht: Ein kurzes, im Chor gesungenes, wie ein Schlachtruf anmutendes „Hohoho“ macht den Anfang, danach geht es mit wuchtigen, schnellen Gitarrenriffs sofort zur Sache, die immer wieder gemäßigteren, perfekt integrierten Folk-Passagen weichen; Sänger Erik Grawsiö, der ebenfalls für das Schlagzeug verantwortlich zeichnet, wechselt dabei sehr schön zwischen Growls und angerauten Vocals. Ein rasanter Auftakt nach Maß, dem allerdings mit „Nattsjäl – Drömsjäl“ eine mindestens ebenso starke Nummer folgt, deren Hauptmelodie sich sofort in den Gehörgängen festsetzt und die dem ersten Track in Power und Energie in nichts nachsteht, sondern sogar eher noch dynamischer und vielfältiger erscheint – toll gemacht auf jeden Fall, wie man von dem Mitgrölpart in der Mitte, der live ein echter Bringer sein dürfte, über ein paar richtig böse klingende Riffs wieder zur Ausgangsmelodie zurückfindet.

Beim von einem kurzen Akustikintro eingeleiteten „Bergagasten“ setzt man dann mehr auf Groove – und auch hier kann das Resultat nur als gelungen bezeichnet werden. Der Song ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man mit völlig simplem Riffing dennoch ein mitreißendes Stück Musik komponieren kann, wenn man sich aufs Arrangieren versteht und darauf, wie man eingängige Refrains schreibt.

Fast sämtliche nachfolgenden Stücke können an das hohe Niveau des Eröffnungstrios heranreichen – hauptsächlich „Vetrarmegin“, bei dem die Black-Metal-Roots der Gruppe durch eine Menge Blastbeat-Sequenzen, die sich wiederum auf gelungene Weise mit folkigen, melodischeren Passagen abwechseln, so deutlich wie bei keinem anderen Track auf dieser CD hervortreten, und der epische, schleppende Titeltrack, der ähnlich wie die ersten beiden Stücke des Albums wiederum mit einigen Mitsing-Passagen aufwartet, bei dem live einige Fäuste in die Lüfte gereckt werden dürften.

Einzig „Draugen“ fällt trotz eines glänzenden Geigensolos von Jan Liljekvist im Gegensatz zum restlichen Material leicht ab, während das ruhige, wunderschöne und clean gesungene „Delling“ (nein, das hat weder etwas mit dem Sportjournalisten, noch mit Günter Netzer zu tun, sondern heißt so viel wie Morgendämmerung) einen sehr hübschen und besinnlichen Abschluss der Platte darstellt.

Fazit: Mit „Nattväsen“ zeigen Månegarm, wie wirklicher Pagan/Viking/Folk-Metal jenseits von Kitsch und Klischees zu klingen hat. Abwechslung wird groß geschrieben und für mich zumindest ist klar, dass ich mich nun auch mit den alten Alben der Band beschäftigen werde. Klare Kaufempfehlung!

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