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Lyriel: Autumntales

Ein sehr abwechslungsreiches, unterhaltsames Potpourri von Melodien
Wertung: 10/10
Genre: Dark Melodic Celtic Rock
Spielzeit: 50:3
Release: 29.09.2006
Label: Black Bards Entertainment

„Autumntales“ oder die unheimliche Begegnung der zweiten Art: Der Erstling „Prisonworld“ erschien im Januar 2005 und um bei der Wahrheit zu bleiben: Er ging an mir vorüber, ohne Spuren zu hinterlassen. Ich war wohl noch nicht bereit für diese Band und ihre Musik. Das sollte sich mit den „Herbstgeschichten“ gewaltig ändern.

Zunächst die technischen Daten: Lyriel umfasst sieben Köpfe – zwei weibliche und fünf männliche – , die alle aus Gummersbach stammen. Das Besondere ist, dass neben Keyboards eine Geige und ein Cello zum Einsatz kommen. Der Sound klingt so um einiges organischer und eigenständiger.

Zurück zu den „Herbsterzählungen“: Diese haben mich von der ersten Note an nicht nur schlicht begeistert, sondern geradezu gefesselt. Serviert wird ein sehr abwechslungsreiches, unterhaltsames und wohl produziertes Potpourri von Melodien, dass sehr unterschiedliche Einflüsse aufweist. Die Musik liegt in der Schnittmenge aus Celtic Folk, Mittelalter- und Renaissance-Elementen, kraftvollem Rock und Metaleinflüssen. Die einzelnen Lieder variieren auf sehr harmonische Weise in Tempo, Stimmung und Arrangement. So baut sich beim Hören immer wieder eine Spannung auf, die bis zum Ende der CD nicht weicht. Hier passt einfach alles perfekt zusammen. Ich will die Leistung der Band keineswegs schmälern, aber Sängerin Jessica zieht mich mit ihrem Gesang dermaßen in den Bann, dass es kaum gelingt loszulassen. (Der Befehl an meinen CD-Player lautet – „Repeat ALL“.) Fantastisch!!! Schon in „Memoria“ liefert sie mit Gitarrist Oliver einen wunderbaren Kanon (lt. Wikipedia : “... leite(n)t sich in einem Kanon aus einer notierten Stimme eine oder mehrere weitere simultan erklingende Stimmen ab.“).

Im darauffolgenden „My favourite dream“ vereinen sich die Stimmen von Jessica, Cellistin Linda und Sabina Dünser (verstorbene ELIS-Frontfrau) in einer wunderschönen Ballade. Mit dem Titelsong folgt auf Platz 8 eine weitere Ballade, die durch eine sehr schöne Beschreibung des Herbstes glänzt. Selbst das von den Spaniern „Mecano“ stammende und allseits bekannte „Hijo de la luna“ erstrahlt im Lyriel’schen Glanze auf wundersame Weise neu. Mit „Enchanted moonlight“ verweilt man einen weiteren Augenblick beim allabendlich erscheinenden Himmelskörper und Lichtbringer. Und dann – genau – dann kommt er der typisch herbstliche „Regen“. Ein kraftvoller, getragener und zu tiefst melancholischer Rocksong der mich auf die Knie sinken läßt. Melodie, Text und Arrangement bilden eine unschlagbare, geniale Einheit die mit echtem Regen beginnt, um in einem von Gesang, Klavier, Geige und Schlagzeug geprägten Reigen göttlich-musikalischen Bombastes zu versinken. Was für ein Lied – Danke!!! Hier eine kurze Textkostprobe :

„Es weint der Himmel still um einen Sonnentag,

der hingeschieden ist

und dunkle Wolken ziehn herauf.

Der Kuppel Glanz

der Sonnenstrahlen fliehen;

fort der Moment,

in dem des Tages Hoffnung lag.“

Sanft und instrumental wird man durch die „Letzten Herbsttage“ zum Ende der CD geführt. Dieses wird durch eine nur von Sabina Dünser („May the angels now watching over you ...!“) gesungene Version von „My favourite dream“ und einem Livevideo zu „Lind E-Huil“ (im von J.R.R. Tolkien erfundenen Sindarin gesungen) vom Erstlingswerk versüßt.

Fazit : Kaufpflicht!

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