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Lying Apart: We Were Somewhere Around Barstow

Eine Band mit Potenzial
Wertung: 8/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 17:15
Release: 30.10.2009
Label: Eigenproduktion

Lying Apart dürfte den Leuten bekannt sein, die den Heart To The Core-Sampler besitzen oder zumindest die dazugehörigen Reviews gelesen haben, denn sowohl auf Volume eins als auch auf der zweiten Ausgabe des Samplers ist die Metalcore-Band mit je einem Song vertreten. Das dürfte vor allem daran liegen, dass HTTC-Chef Marius Brinkmann bei Lying Apart Gitarre spielt – zurzeit pausiert die Band zwar, das hält den Oldenburger aber nicht davon ab, seine Fühlerchen in der deutschen Core-Szene weiter auszustrecken.

Lying Apart gibt es inzwischen seit 2005, das Debütalbum „This Bleeding Misery“ wurde recht schnell eingespielt und seit Ende letzten Jahres steht die kostenlose EP „We Were Somewhere Around Barstow“ in den unendlichen Weiten des Internet zum Download bereit. Dass die Band noch ohne Label dasteht, ist kaum zu fassen, bietet ihr aktuelles Werk doch kräftig stampfenden Metalcore auf hohem Niveau. Sänger Patrick, die beiden Gitarristen Marius und Peter, sowie Drummer Lars und Bassist Jens zeigen in nur vier Songs, was sie können und gehen dabei für ihr doch recht junges Alter beneidenswert routiniert zu Werke.

„Search And Destroy“, das auch schon auf dem zweiten Heart To The Core-Sampler vertreten war, fungiert als Opener – hier treffen wummernde Gitarren auf kräftige Growls, alles super produziert und mit klar differenziertem Sound, wie es für manch größere Band nur wünschenswert wäre. Durch den klaren, leicht verzweifelten Gesang im Refrain und die Tatsache, dass neben Patrick auch noch Marius und Peter das Mikro malträtieren dürfen, bekommt nicht nur dieses Stück, sondern die ganze Platte gleich ein wenig mehr Tiefe, es kommt mehr Abwechslung ins Spiel – das haben die Jungs also genau richtig gemacht. Apropos Abwechslung: Ein Gitarrensolo gibt’s auch noch obendrauf, das super zum Rest des Songs passt.

Auch „Swallow“ konnte der geneigte Hörer schon vorab bewundern, allerdings auf der ersten HTTC-Ausgabe – der Song geht direkt von der ersten Sekunde an durch die Wand, die Growls sind nicht ganz so tief, was mir persönlich aber besser gefällt. Erst ein Breakdown fördert die tiefen Grunzer wieder zutage, gemosht wird hier bei Live-Auftritten sicherlich reichlich.

Ein nahtloser Übergang zu „Echoes“ lässt dem Hörer kaum einen Augenblick zum Durchatmen: Mit beeindruckenden Growls und Gitarrengeschredder, sowie gelegentlicher Doublebass geht es in die nächste Runde, und man kann sich nur immer wieder wundern, wie routiniert das Quintett hier agiert – man könnte beinahe meinen, man hätte es mit Musikern zu tun, die schon jahrzehntelang im Geschäft sind. Noisig wird es gegen Ende, wo die Herren Gitarristen sich ein Duell liefern, wer am chaotischsten in die Saiten hauen kann – aber es passt einfach, das muss man dazu sagen.

„Traitor’s Burden“ bildet schon den Schlussakt für das knapp 17-minütige Spektakel. Besonders hervor tun sich wieder einmal die Vocals – nur vom Zuhören bekommt man ein seltsames Kratzen im Hals, völlig abgesehen davon, dass auch die Gitarren hier mit herrlich dissonant anmutenden Licks zum Zuge kommen. Der Song hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei ab, ohne allzu wirr zu klingen – ein Spagat, den nur wenige Bands wirklich gut beherrschen. Dazu schafft es das Stück noch, irgendwie melodiös zu klingen, ohne es wirklich zu sein – der perfekte Schlussstrich also.

Fazit: Lying Apart darf man definitiv zum oberen Drittel der deutschen Metalcore-Szene zählen, was musikalische Qualitäten angeht. Zwar gibt es keine großartigen Experimente, dennoch ist der Sound irgendwie neu und frisch, ohne dass man genau wüsste, woran das liegt. Beeindruckend wirken auch die stimmlichen Eskapaden vor allem des eigentlichen Sängers, aber auch die zusätzlichen Vocals stützen das Ganze ziemlich gut. Man darf darauf gespannt sein, was die Band fabriziert, wenn sie sich wieder aus ihrer Schaffenspause zurückmeldet.

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