Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Lunatic Age: August (The Month Of Misfortune)

Potential hat es zumindest
Wertung: 7/10
Genre: Crossover
Spielzeit: 52:54
Release: 05.02.2008
Label: Universal Music

Wenn man das Cover von "August (The Month of Misfortune)" betrachtet, weiß man nicht so recht, was man erwarten soll von diesem Album. Knallharte Metal-Klischees kommen einem da eigentlich als erstes in den Sinn. Aber dann ist das "Intro" doch so sanft und leise, dass man sich schon sehr wundert. Doch kein Metal? Anscheinend nicht. Man wartet auf den großen Knall, aber der kommt noch nicht. Auch im "Prologue" lässt er auf sich warten. Eine melodische Leadgitarre führt zu den ersten Gesangszeilen und irgendwie klingt das dann doch sehr nach angenehmem Rock. Erleichterung macht sich breit – immerhin kein Hardcore-Metal. Das klingt zum Teil schon fast nach Punk-Melodien, die Lunatic Age da an den Tag legen. Kategorisieren kann man das jedenfalls so schnell nicht.

Abwechslungsreich ist der spielerische, stets ungezwungen wirkende Wechsel aus harten Gitarrenriffs und Stakkato-mäßigen Akkorden oder verzerrtem Sprechgesang und sanften Chören in jedem Fall. Könnte man französisch, dann könnte man auch die Texte verstehen und dann könnte man auch etwas dazu sagen. Man kann aber kein französisch, also liegt der reine Fokus auf der Musik. Anders als bei ihren mediterranen Vertretern aus Italien oder Spanien klingt der Gesang dieser Franzosen dabei sogar sehr hörbar und unaufdringlich. Es ist halt bloß schade, dass man die Sprache nicht spricht, aber das lässt sich leider so schnell nicht ändern.

Angenehm fällt auf, dass "August" eine – im Vergleich zu Produktionen anderer Künstler aus der letzten Zeit – sehr lange Spielzeit von 53 Minuten aufweist. Dieses Album ist also mal wieder eines von denen, durch die man sich mitunter kämpfen muss. Ein Album, dass nicht allein durch seine Kürze einfach als "schrecklich, aber wenigstens schnell vorüber" abgespeist werden könnte. Dieses Attribut muss man bei "August" zum Glück gar nicht erst anwenden. Es ist jedoch ebenso wenig leicht verdaulich. Es ist einfach so, dass man sich mit einem fünfzig Minuten-Album viel länger und intensiver beschäftigen kann und muss als mit einer Platte, die in einer halben Stunde abgehandelt ist. Von der Halbwertszeit mal ganz zu schweigen. In "August (The Month of Misfortune)" wird man auch in nicht absehbarer Zeit noch Freude finden und hier und da Feinheiten entdecken, die in den ersten Durchgängen durch die Fülle an Material nicht auffällt. Im Gegenzug fällt es allerdings auch schwer, bereits nach ein paar Durchgängen eine allzu gute Note zu vergeben, da vergleichsweise lange Alben proportional viel Zeit benötigen, um sich voll zu entfalten und ihre wahren Stärken zu offenbaren.

Bereits zu Beginn des Hörens sticht jedoch schon das epische "August (The Month of Misfortune)" heraus, das mit seiner melancholischen Stimmung – unterstrichen durch reichlich Streicher-Einsätze – und den nicht ganz unbedeutenden Sound-Samples – auf englisch! – einen sehr emotional bewegenden Abschluss schafft, der mit ordentlich viel Gitarren-Gefrickel und pompösem Schlagzeug- und Synthie-Einsatz zum letztendlichen Höhepunkt des gesamten Albums aufsteigt.

"August (The Month of Misfortune)" ist ein strebsames Album, welches sicherlich nicht zu den besten des Jahres, aber sicherlich auf lange Sicht nach mehrmaligem Hören zu einem sehr, sehr guten Album aufsteigen wird, welches sich im oberen Mittelfeld etablieren könnte. Potential hat es zumindest.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna