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Lunarsea: Route Code Selector

"Best Death Metal Band from Spaghetti’s land" ?
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 48:39
Release: 04.10.2008
Label: Punishment 18 Records

Lunarsea, die sich selbst als „Best Death Metal Band from Spaghetti’s land“ bezeichnen, bestehen aus fünf Mitgliedern, die größtenteils aus dem berühmten Rom stammen.  So verstaubt es dort mancherorts zugehen mag, so erfrischend kommen Lunarsea mit ihrem seit 2003 zweiten Album „Route Code Selector“ daher.

Die Genrebezeichnung bei diesem Album gestaltet sich dafür aber etwas schwieriger. Am besten trifft wohl die Bezeichnung Melodic Death Metal zu, wobei auch kleine Black-Elemente enthalten sind.

Den Gesang teilen sich Filippo Palma und Christian Antolini, wobei letzterer die cleanen Vocals übernimmt. Diese geben der ganzen Musik eine erfrischende Note, während Frontmann Filippo sich ganz dem Growling widmet. Sehr positiv sticht heraus, dass der cleane Gesang gerade nicht deutlich heraussticht. Was bei vielen Bands schnell zu einem großen Nervfaktor wird, umgehen Lunarsea ganz geschickt, indem sie Christians Stimme sparsam einsetzen und seine Parts zudem im Hintergrund belassen. Dadurch wird zunehmend der Death Metal unterstrichen.

Die Texte von Lunarsea sind anspruchsvoll geschrieben und erschließen sich nicht sofort, behandeln aber Themen wie Depression und Untergang. Der einzige negative Punkt dabei ist, dass die Wortrhythmik wie in „The Apostate“ nicht zum Rhythmus der Musik passt und daher etwas schlampig bearbeitet erscheint.

Die Gitarristen dagegen glänzen durchweg mit verworrenen und verspielten Melodien, sowie schnellen Soli. Sie zeigen sich aber auch im Riff-Gewand, so dass sie ein weites Spektrum aufweisen.

Im Ganzen wirkt die Musik sehr verspielt und recht unruhig. Es wird sehr viel Wert auf Melodien gelegt, die ihnen auch gut gelingen. Die Lieder sind einprägsam und klar, leider erscheint aber der Synthesizer manchmal zu sehr auf der Bühne und verklärt manche Lieder ins Künstliche. Wirklich kraftvoll bösartige Stimmung wie in „Five-Sided Platform Shape“ bleibt dafür eine Seltenheit, was angesichts des schönen Growlings eine Schande ist. Das können leider auch die seltenen aber vorhandenen Blastbeats-Einschübe nicht herausreißen.

Dafür haben Lunarsea aber eine andere Stärke: Innerhalb der CD zeigen sich immer wieder ruhige Abschnitte, die eine emotionale und traurige Stimmung verbreiten und eine nette Abwechslung sind. Als Beispiel wäre da „Ashen“ zu nennen, welches seinen Anfang in ruhigen Gitarrenklängen findet. Ein wirkliches Herzstück ist aber „Sulphur’s Song, The Swan Died“. Dieses zeigt sich anfangs mit einem flüsternden Gesang und endet nach gewohntem Melodic Death Metal im Hauptteil mit einer entschwindenden Akustik. Diese hat einen fließenden Übergang zu „Subspace Transition“, welches auf dieser Akustik ein nachdenkliches Klavierspiel aufbaut. Obwohl diese Stelle schon fast kitschig wirkt (und so erklärt sich auch schnell der grausige Titel des Liedes), so wirkt dieser Abschnitt jedoch nicht albern, was den fünf Jungs zu Gute gehalten werden sollte. Da gibt es in der Szene genügend negative Beispiele.

„Route Code Selector“ ist alles in allem ein nettes Melodic-Album, das den Sprung zu etwas Besonderem dann aber doch nicht ganz schafft und somit im oberen Drittel verbleibt.

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