Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Luna Luna: Rosa

Applaus!
Wertung: 9/10
Genre: Folk Rock
Spielzeit: 47:32
Release: 01.01.1994
Label: Sony BMG

Zugegeben, es ist nicht alltäglich, ein Album “Rosa” zu nennen. Und das Anfangsstück so aufzunehmen, dass man zunächst an der Qualität des rechten Kopfhörers zweifelt, da man nur auf einem Ohr die Geige des Openers “Vorhang auf” leise fiedeln hört, vorsichtig durchsetzt von Gitarre und einem unauffälligen Schlagzeug begleitet, ist auch nicht unbedingt üblich.

Doch sobald “Vorhang auf” in das zweite Stück übergeht, und Frank Niggermann mit klarer Stimme zum ersten Mal im Refrain “Marionetten tanzen gerne” singt, wird es schlagartig klar: Luna Luna verlangen, schreien geradezu nach Bewegung zu ihrer Musik.

Das Lied handelt von den uns nur allzu bekannten Menschen, die sich immer genau so verhalten, wie es von ihnen gefordert wird, die zwar “schön, so schön zu sehnen” sind, aber eben “nicht alleine gehen” - “Marionetten lassen sich gerne lenken”. Wie so etwas ausgeht oder ausgehen muss, ist uns ebenfalls bewusst: Am Ende wird der Lenker zu übermütig und die in ihren Fäden verhedderten Marionetten tanzen wohl niemals mehr.

Hat man hier zum ersten Mal den Eindruck bekommen, dass die Band ihre Weltanschauung relativ sarkastisch präsentiert, bestätigt die anderen Lieder diese Vermutung. “Auf die Liebe”, eine Art Monolog eines Verlierers des “lausigen Spiels”, der die Beziehung mit seiner Freundin beenden will, ist betont fröhlich, schnell und ansteckend gespielt - im Gegensatz der Thematik. Akkordeon, Schlagzeug, Gitarre und Geige animieren sofort zum Mitsingen während Niggermann weiter auf “Marie” und die Liebe schimpft. Die Fünf machen eben nicht langsam und von Schmerz gezeichnete Musik über Themen wie Liebeskummer oder das Ende einer Beziehung. Im Gegenteil, sie beweisen, dass man auch traurige Texte, oder gerade diese, herrlich im Kontrast zur Melodie gestaltet werden können.

Das Lied, das dem Album den Namen einbrachte, findet sich dann an vierter Stelle - “Rosa” ist ein fast schon eingängiges Stück, das nach dem ersten Hören sofort im Kopf bleibt. Beginnt es noch a capella von Lambert und Frank mit dem Refrain, setzen sofort nach Beendigung dieses die Instrumente ein. “Rosa” ist die Frau, die dem Protagonisten den Kopf verdrehte - und natürlich liebt sie “ihre” Farbe. Vom Lack an den Händen, über ihre Worte bis hin zum Bett ist alles rosa; eine wahrhaftig anziehende Person.

Doch Luna Luna können auch ernst bleiben und traut man dem Sänger der Formation nach den ersten Liedern gar nicht zu, anders als kräftig und fröhlich zu singen zu können, beweisen die Fünf in zum Beispiel “Sturmalarm” oder “Irgendwann kommt der Sommer”, dass es auch anders geht. “Sturmalarm” beginnt nur mit einem stetigen Takt auf dem Schlagzeug, dann setzen Gitarre und Gesang ein. Niggermann singt rau, fast sehnsüchtig von Alltagsflucht, “Zigaretten für das Glück“ und “Trommeln hoch am Himmel“. Ein wunderschönes Lied, das metaphorisch die Szenen beschreibt, die wohl jeder von uns kennt: Tagein tagaus dasselbe, irgendwann verwandelt sich der eben noch blaue Sommerhimmel in Herbstblätter und während die Tage an einem vorbei fliehen, wünscht man sich nur noch frei zu sein. Frei von Alltag, Stress und Hektik. Und dass alles nicht immer schön, einfach und lustig, manchmal eben ein “Hundeleben” ist, beweist gleichnamiges Lied. Wenn die Milch schon sauer ist, die Angebetete nur an einem vorbeischaut und die Zahl der Sorgenfalten stetig zunimmt - dann kann man wirklich von einem Hundeleben sprechen. Trotzdem gibt der Protagonist die Hoffnung nicht auf. Wie auch in “Irgendwann kommt der Sommer”, einer gefühlvollen Ballade an die Liebe, die irgendwann jeden beschenkt, glaubt er noch an den Sommer, der irgendwann kommt. Und auch wenn seine momentane Liebe verloren scheint - bald kommt er, der Sommer, die Liebe, das Glück.

Der Vorhang schließt sich schließlich mit “Gib mir deine Hand” - das Ende eines Albums, das nichts anderes als Applaus verlangt

comments powered by Disqus

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann