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Lugburz: Songs From Forgotten Lands

Zurück nach Mittelerde
Wertung: 8/10
Genre: Ambient/Neoklassik
Spielzeit: 43:19
Release: 04.06.2010
Label: Ars Musica Diffundere

Tolkiens Mittelerde-Universum wirkt schon seit jeher eine große Faszination auf Musiker aus vielen unterschiedlichen Genres aus – von Black-Metal-Truppen bis hin zu klassischen Formationen versuchten sich schon viele Musiker an der Vertonung der weiten Ebenen von Rohan, den Wäldern von Lórien und den zerklüfteten Bergen von Mordor. Vor acht Jahren rief der umtriebige spanische Ambient-Musiker Sathorys Elenorth (Der Blaue Reiter, Endless Asylum) sein Projekt Lugburz ins Leben, um Mittelerde mithilfe einer Kombination aus Ambient und Filmmusik vor den Augen seiner Hörer erscheinen zu lassen.

„Songs From Forgotten Lands“ stellt nun das zweite Werk des Projektes dar und führt erneut durch friedliche Landschaften, düstere Stollen und direkt in wilde Schlachten – wer die Musik des Spaniers kennt, weiß, dass dieser ein Meister des Kopfkinos ist und dabei stellt auch Lugburz keine Ausnahme dar. Geräusche aus der Natur und von den Kreaturen Mittelerdes werden mit erhabenen orchestralen Melodien und Ambient-Klangteppichen kombiniert, wobei die komplette Spannbreite von finster und bedrohlich bis hin zu erhaben und strahlend abgedeckt wird und die Atmosphäre der Bücher authentisch wiedergegeben wird. Interessant sind die für das Genre außergewöhnlich oft eingesetzten Folk-Elemente inklusive männlichem und weiblichem Gesang, wodurch die Musik sehr abwechslungsreich geraten ist und um einige Facetten bereichert wird.

Eingeläutet wird die Reise mit „Somewhere In Middle Earth (Gollum's Song)“: Unheimliches Gerassel und ein geisterhaftes Glockenspiel, unterlegt von mysteriösen Bläser-Melodien und Gollums Fauchen lassen finstere unterirdische Gänge vor dem geistigen Auge erscheinen. Auch „The Return Of The Dark Ages“ vermag es, den Hörer in den Bann des Tolkien-Universums zu ziehen und erzeugt zu Anfang mit den Klängen des Windes und einem unnatürlichen Wiehern ein beklemmendes Gefühl der Weite und Leere, bevor auf ein gutturales Flüstern eine epische Melodie samt Chören und Streichern folgt. „The Ring Goes South“ führt anschließend in hellere Gefilde und erstrahlt in einer majestätischen Stimmung, zu der der gelegentlich eingesetzte Marschrythmus hervorragend passt. Auch Gesang und gesprochene Passagen gibt es zu hören, wobei bei letztgenannten der starke Akzent des Sprechers ein wenig stört.

Mit „The Shire“ ist man dann endgültig in den freundlicheren Bereichen Mittelerdes angelangt und wird mit deutlichem Ambient-Einschlag und Harfen begrüßt, zudem begeistern die sehnsüchtigen Geigenmelodien. Danach geht es aber auch schon wieder in Richtung der unwirtlichen Gegenden des Landes: In „Morgul's Night“ glaubt man die aufmarschierenden Armeen Mordors zu dem Marschrythmus mit düsteren Fanfaren vor sich zu sehen, zu denen sich erneut bedrohliches Flüstern und ein abfälliges Lachen gesellen. Die friedlichen Völker setzten dem Ganzen „The Riders Of Rohan“ entgegen und führen durch die Steppen direkt in den Schlachtenlärm, bevor hymnische Gesänge und Trompeten erschallen. Den Elben stattet man abschließend in „Waters Of Nimrodel“ einen Besuch ab, bei dem man den mysteriösen Klängen des Flusses und Flöten und Harfen lauschen kann – gegen Ende gibt es sogar noch eine sehr voluminöse Gesangspassage zu bewundern, die zu den besten des Albums zählt.

Durch eine letzte Schlacht geht es noch bei den bedrohlichen Klängen von „Towards The Fields Of Pelennor“, bevor abschließend den Reitern von Rohan in „Edoras“ ein weiterer Besuch abgestattet wird – die schillernden Ambient-Klänge lassen dabei die goldene Halle gemeinsam mit erhabenen Streichern und Sopran-Gesang erstrahlen, zum Ende Hin erhält das Ganze durch mehrstimmigen männlichen Gesang noch eine zusätzliche Portion Bombast. Die Reise endet schließlich mit „Tears For A New Beginning“: Das melancholische und gleichzeitig hoffnungsvolle Stück erweist sich noch einmal als Highlight auf dem Weg durch Mittelerde und wartet mit Bläsern und hervorragendem weiblichen Gesang auf.

Wer von Tolkiens Fantasy-Welten nicht genug bekommen kann und einen Soundtrack zum Herrn Der Ringe sucht, der nicht zu den Filmen gehört, sondern Mittelerde noch einmal anders interpretiert, kann hier ohne zu Zögern zugreifen. „Songs From Forgotten Lands“ ist vielseitig, dramatisch und gibt die Atmosphäre der Welt der Hobbits und Elben fantasievoll mit der Mischung aus Ambient und Filmmusik wieder, denn wieder einmal ist Sathorys Elenorth ein hervorragendes Stück Kopfkino gelungen. Erwähnung verdient übrigens auch das wunderschön aufgemachte Digipak, das mit stilechten Illustrationen aufwartet und jedem Tolkien-Fan ein Lächeln aufs Gesicht zaubern dürfte.

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