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Lucid Dreams: Build And Destroy

Ausbaufähiges Material aus Norwegen
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal/Hard Rock
Spielzeit: 37:18
Release: 10.10.2015
Label: Red Ball Productions

Aus Schweden kennt man ja einige Veröffentlichungen, die sich möglichst nah am großen Bruder, dem guten amerikanischen Stadionrock orientieren und auch vernünftige Ergebnisse erzielen konnten.  Aus Norwegen kennt man so etwas eher nicht. Wie auch immer: Lucid Dreams sind aus Norwegen und machen Musik, die sich während der ersten Takte von „Build And Destroy“ als sehr bunt erweist. Qualitativ hochwertige Metalkompositionen paaren sich mit großen Rockarrangements und verursachen einen ersten sehr guten Eindruck.

Während des ersten Durchlaufs klingt die Platte auch durchweg interessant und sogar ein bisschen innovativ. Die Vermischung von modernem Hard Rock und Chören wie in „High Heeled Devil“ kommt nun wirklich nicht so oft vor. Dieser Aha-Effekt funktioniert aber nur für ein paar Durchgänge. Dann hat sich das Gehör akklimatisiert und es nimmt die Spitzen des Gesamten nur noch gefiltert wahr. Ab jetzt wird das Resultat deutlich geschmälert.

Wenn man die Musik in ihre Bestandteile zerpflückt, dann bleiben am Schluss ein überqualifizierter und unterforderter Drummer, zwei vom Keyboarder gepiesackte Gitarristen und ein Tastenakrobat, der ein bisschen zu viel Nightwish und Sabaton konsumiert hat. Ausbaden muss die Misere Sänger Freddy Vain, der irgendwie die Brücke zwischen beiden gerade genannten Bands schlagen müsste und wie zu erwarten daran scheitert. Es geht auch gar nicht anders.

Dabei gehört der Frontmann durchaus zu den begabten seiner Gattung. Freddy ist jetzt kein Weltklassesänger, aber er beherrscht sein Handwerk. Eine breite Vielfalt von Stimmlagen, emotionalen Ausdrücken und Sangestechniken werden zum Einsatz gebracht und im Realfall reicht die Kunst des Fronters auch locker aus, allerdings wird dem Sänger nicht der nötige Platz eingeräumt, um sich zu entfalten.

Das Problem ist leicht zu beschreiben: Zu viele Köche verderben den Brei. Lucid Dreams haben ihre Arrangements nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunter gebrochen, doch Kunst lebt aber immer vom Weglassen. Deswegen kann es nicht gutgehen, wenn alle Musiker jeweils so viel wie möglich von sich selbst in jedem Song unterbringen wollen. Im konkreten Fall haben wir es oft mit dem Problem zu tun, dass sich keines der Instrumente, noch der Sänger, von seinen Mitstreitern freistellen kann, um sich hervorzuheben. Daraus resultiert, dass viele gelungene Passagen leider einfach untergehen und nicht als etwas besonderes wahrgenommen werden.

Man darf sich aber hier auch nicht vom Grundsatzrumgenöle des Autoren zu sehr beeinflusssen lassen. „Build And Destroy“ ist ein solides Album, das einiges zu bieten hat. Die Norweger sind allesamt gute Musiker und die Band kann aus einem großen Ideenreichtum schöpfen. Wenn beim nächsten Album etwas mehr Wert auf das Wichtige gelegt wird, dann kann sich aus Lucid Dreams schon etwas wirklich gutes entwickeln.

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