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Lovex: Divine Insanity

Sie ziehen rücksichtslos ihr musikalisch-rockiges Repertoire aus Spielfreude und Mannigfaltigkeit durch
Wertung: 8/10
Genre: Rock, Gothic Rock
Spielzeit: 40:50
Release: 16.02.2007
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

Die Vorab-Single “Guardian Angel“ schlug in den deutschen Media Control Charts bereits hohe Wellen. Doch mit dem vorliegenden Debütalbum “Divine Insanity“ können die sechs Finnen von Lovex den Wellengang noch deutlich erhöhen!

Nach dem ersten Hördurchgang von “Divine Insanity“ war ich nicht wenig über die positiven Eigenschaften des Albums erstaunt: Die dargebotenen Songs bieten nahezu komplett eine spritzige Leichtigkeit, wie man sie auf dem Sektor des dunkel angehauchten Rock ´n´ Rolls lange nicht mehr erlebt hat. “Divine Insanity“ lebt nicht nur allein von dem Charisma seines Frontmanns Theon (der im übrigen auch eine sehr faszinierende und wärmende Stimmlage besitzt), sondern funktioniert insbesondere als komplettes Werk einer Band.

Lovex bieten ihren Zuhören auf “Divine Insanity“ einen in sich geschlossenen und druckvollen Stilmix aus modernen Metal (allein schon der kongeniale Opener “Bullet for the Pain“ knallt so richtig schön aus den Boxen), prächtigen Glamrock-Songs mit Hymnencharakter (“Guardian Angel“, “Bleeding“) und atmosphärischen Kuschelballaden (“Remorse“). Aber auch innerhalb der jeweiligen Songs scheuen Lovex das Experimentieren nicht: Als Beispiel sei hier nur das (vermeintliche) Slow-Tempo Glanzstück “Oh how the mighty fall“ erwähnt, das als unauffällige und ruhige Synthieballade beginnt, nur um dann nach etwas über einer Minute Spielzeit den derben E-Gitarrenhammer heraus zu holen (ich weiss, wovon ich spreche: Das erste Mal habe ich mir das Album über Kopfhörer angehört und wäre bei diesem Song fast vor Schreck vom Stuhl gefallen, als da plötzlich die Elektro- und Bassgitarren losheulten, als gäbe es kein Morgen mehr ). “Bleeding“ und der Titelsong “Divine Insanity“ können mit geschickt eingewobenen Van Halen - Jingles punkten und “Die a little more“ ist eine herzhafte 80er Jahre Rock-Schnitte geworden, die nicht selten an die guten alten Bon Jovi Zeiten erinnern.

Kurzum: Lovex kokettieren einzig und allein mit ihrem extravaganten Outfit mit der Gothic-Szene, ziehen aber dafür rücksichtslos ihr musikalisch-rockiges Repertoire aus Spielfreude und Mannigfaltigkeit durch! “Divine Insanity“ ist ein wirklich tolles und modernes Rockalbum geworden, das sicherlich auch dem einen oder anderen Metaller hier durchaus grosse Freude bereiten könnte.

Wirkliche Schwachpunkte bietet Lovex´s Debüt indes so gesehen kaum. Man könnte lediglich den beiden Tracks “Wounds“ und “Halfway“ attestieren, dass sie sich insgesamt ein wenig zu sehr ähneln, sowie dass letztendlich die abschliessende Akustik-Nummer “Sleeplight“ musikalisch so gut auf die finale Langrille passt wie Papst Benedikt der XVI. als Rädelsführer einer AIDS-Beratungsstelle (= diese schreckliche Heulsussenrevue hätte man sich also wirklich schenken können).

Zu erstehen gibt es “Divine Insanity“ übrigens in zwei unterschiedlichen Auflagen. Einmal die reguläre Standart 11-Track Variante (die auch hier zur Besprechung vorlag) sowie die limitierte „Special Edition“ im schicken Golddruck-Digipak inklusive Bandposter und zwei Bonussongs namens “Shout“ und “Anyone, Anymore“.

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