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Loveland: Order To Love

Eine gelungene Zeitreise
Wertung: 7/10
Genre: Psychodelic, Sixties Rock
Spielzeit: 50:30
Release: 15.06.2012
Label: Bacillus Records

„Order To Love“ ist das Debütalbum der Sängerin und Organistin Lana Loveland, welche seit einigen Jahren fester Bestandteil der Band The Fuzztones ist und von denen nun auch zwei ihrer Kollegen ihr bei ihrem Soloprojekt hilfreich zur Seite stehen.

Mit „Black Glove“ wird gestartet und dies erweist sich als richtunggebender Song. Der Sound von Orgel und Gitarre dringt markant ins Ohr und unwillkürlich kreisen die Gedanken um Flower Power, Liebe und Hippies. Die Zeitreise in die sechziger Jahre ist eröffnet und auch wenn der Start nicht außerordentlich furios ausfällt, macht er dennoch Appetit auf mehr. Was schon beim ersten Stück auffällt, setzt sich in „Missing Illusions“ weiter fort: Nach ruhigem Instrumentalbeginn, wird das Tempo etwas angezogen und spätestens hier kann man sich vollkommen davon überzeugen, dass Lara Loveland nicht nur eine gute Organistin, sondern vor allem auch eine ausgesprochen gute Sängerin ist. Ihre Stimme klingt dermaßen stimmig, dass man meinen möchte, dieser Musikstil sei nur für sie erfunden wurden.

In „Theater of Dreams“ werden wieder Orgel und Gitarre aufs Äußerste strapaziert und Loveland schaffen es damit, ein fast authentisches Feeling und Klangerlebnis herzustellen. Sphärische Stimmung und gut eingebrachte Rhythmuswechsel tun ihr übriges, um den Song zu einem der besten Stücke der CD werden zu lassen.

„Nervous People“ besticht durch eine gekonnte Einheit von Text und Musik. Immer wieder wechseln schnelle in fast versiegende Töne, die dann wieder fortschreiten, rennen, springen und in einem fast kompletten Zusammenbruch enden. Leider aber eben nur fast, denn gerade hier hätte man sich einen extrovertierteren Abschluss gewünscht. „Silence Everywhere“ glänzt mit einem gelungenen Intro. Die Drums, die sonst eher eine Hintergrundrolle einnehmen, treiben mit der Seitenfraktion voran, marschieren, um sich dann wieder zurück zu nehmen und den psychedelischen Klängen wieder ihren Raum zu geben, zu denen man sich taumelnd durch die Welt bewegen möchte. Die Töne scheinen in der Luft zu schwirren, nehmen mit und führen in eine andere Welt. Ausschweifend und doch durch die Stimme auch wieder beruhigend, zieht der Titel in den Bann, bevor er in orgiastischen Orgeltönen mündet, an denen man sich aber zügig berauschen sollte, da „Silence Everywhere“ abrupt endet. Unweigerlich fühlt man sich an The Doors erinnert, wenn  auch Loveland bei weiten nicht diese Ausdauer in den Instrumentalteilen haben.

„Constant Furs“ gibt dem Bass mehr Freilauf und genau mit diesem Stück endet die 2011 auf Vinyl geprägte Ausgabe von „Order To Love“. Der nun gepresste Silberling schließt hier nicht ab, sondern bietet noch drei zusätzliche Bonustracks in Form von Live-Mitschnitten. Diese überzeugen insbesondere durch eben diese Tatsache und die dadurch nicht geringer werdende Qualität. Sicher soundtechnisch den Albumstücken unterlegen, verfügen sie aber dennoch über eine größere Authentizität und zeigen vor allem, dass diese Band live mindestens genauso gut funktioniert, wie im Studio. Man möchte gar meinen, dass hier der Bauchfaktor einen durchaus sehr willkommenen Pluspunkt absendet.

Doch auch ohne diese Live-Mitschnitte ist „Order Of Love“ ein gelungenes Album. Wo heute eine Retrowelle wieder überzuschwappen scheint, bringen Loveland ein eigene Platte an den Start, die sich am Stil der Sechziger stark orientiert, aber nicht platt covert und so nicht nur in die längst vergangene Zeit zurückversetzt, sondern auch mit frischen Wind den Staub von der fast vergessenen Ära nimmt. „Order Of Love“ ist ohne Zweifel ein stimmiges Gesamtwerk, allerdings wirken die engen Stil-Strukturen auf den Hörer teils etwas eintönig. Sicher, man will sich genau an dieser Zeit orientieren und keinen wilden Crossover präsentieren, trotzdem würde dieser CD etwas mehr Extravaganz besser stehen. Die zum Beispiel bei „Light My Fire“ von The Doors zu hörenden überschwänglich eingesetzten, ausgiebigen und komplett betörenden Instrumentalteile, die den Hörer in einen tranceartigen Zustand versetzen können, bleiben hier leider Mangelware. Und auch hier ein klares „Nein“ zu einem Plagiat dieser großartigen Band, dafür sind Loveland zu gut, sondern Vorfreude auf das nächste Soloalbum von Lana Loveland, mit etwas mehr Bauchgefühl, das sie noch tiefer in sämtliche Sphären driften lässt und mehr Platz für umher strömende Töne lässt.

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