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Lost Sphere Project: Third Level To Internal Failure

Eher belanglos
Wertung: 4/10
Genre: Death Metal, Grindcore
Spielzeit: 24:51
Release: 06.06.2011
Label: Division Records

Man muss sich nur die Tracklist der neuen Lost Sphere Project-Scheibe anschauen, um zu wissen, welches Genre die Jungs hier ausreizen: Elf Songs in gerade mal 25 Minuten – lediglich ein Stück knackt die Vier-Minuten-Grenze, alle anderen bleiben unter drei Minuten. Das kann nur Grindcore sein. Und dann auch noch (zumindest teilweise) auf Französisch. Und am frühen Morgen.

Memo an mich selbst: Kein Grindcore mehr am frühen Morgen. Wird man mit einem solchen Geboller geweckt, kann man den Rest des Tages zwar entspannt angehen lassen, dafür hat man aber ein konstantes Fiepsen im Ohr. Dabei machen die Genfer Chaoskinder eigentlich alles richtig: Es wird aus allen Rohren gefeuert, Sänger Mat gibt Unmenschliches zum Besten, die Gitarreros Diogo und JP (der übrigens inzwischen seinen Dienst quittiert hat und einen vakanten Posten zurücklässt) laufen auf Hochtouren und trotzdem verlaufen sich die Fünf nicht in 08/15-Songstrukturen.

Dennoch – und das sagt man nie gern über eine eigentlich gute Platte – springt der Funke nicht über. Mir sind zwar die vorangegangenen Releases der Gruppe nicht bekannt (immerhin liegt mit „Verse XXIV“ bereits ein Langeisen vor), aber auf „Third Level To Internal Failure“ wird man den Eindruck nicht los, dass die Combo noch an den Anfängen steht; und das, obwohl die Truppe bereits seit 2001 zusammen Musik macht. Das mag an den verflucht kurzen Songs liegen oder daran, dass LSP hauptsächlich auf Chaos bauen, aber nach einer Weile beginnen einen die Tracks tierisch zu nerven. Da macht der Opener „Paradoxal Sights“ genauso wenig eine Ausnahme wie das gerade mal 26 Sekunden kurze „Vaginal Excavation“.

Einigermaßen überzeugen kann beispielweise „Devotées“, das zwar ebenso durcheinander zu sein scheint wie der Rest der Platte, aber irgendwie noch das gewisse Etwas besitzt, was wahrscheinlich hauptsächlich an den teils übereinander gelegten Growls und Shouts von Mat liegt, die dem Stück nicht nur mehr Tiefe, sondern im wahrsten Sinne Abgründigkeit verleihen. „Infinite Necropolis“ überzeugt mit mehr Death Metal denn Grindcore und lässt auch mal Gitarren sprechen, die nicht unter Drumming und Mats Getöse untergehen – nicht schlecht eigentlich, erinnert zwar ein wenig an Death- oder Mathcore, lässt sich aber trotz der ganzen Hektik durchaus gut hören.

Wenn man die Platte öfter hintereinander hört, stellt sich das Phänomen ein, dass man bald nicht mehr die einzelnen Songs wahrnimmt, sondern nur noch ein wahnwitziges Hintergrundgeblöke. Im ersten Moment hört man noch den dritten Song, kurz darauf wundert man sich, dass man schon am Ende der Platte angekommen ist – bei einer Spielzeit von nicht mal 25 Minuten ist das aber vielleicht auch kein Wunder. Und merkwürdigerweise hinterlassen nicht einmal die Vocals einen bleibenden Eindruck, obwohl Mat sich hier wirklich die Lungenbläschen kaputtschreit. Erst bei „Behold The Scorn“ wacht man wieder ein bisschen auf, als Highlight kann man den Track aber trotzdem nicht betrachten. Das folgende „Vultures Of Conscience“ überzeugt da schon ein klein wenig mehr, aus dem einfachen Grund, da hier sogar mal sowas wie Tempowechsel vorgenommen werden, die aus mehr bestehen als von schnell zu ultraschnell zu springen.

Ein Fazit kann hier nur so aussehen, dass man sich die Platte am besten nicht im Ganzen anhört. LSP sind anstrengend und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Neues wird hier konsequent vermieden, vielleicht bis auf den Remix, der die Platte beendet. Technisch sind die Schweizer zwar gut, aber die Leidenschaft fehlt einfach – so richtig gefallen will „Third Level Of Internal Failure“ auch nach mehreren Durchläufen nicht.

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