Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Lost Society: Fast Loud Death

Richtige Mischung aus ungestümer Prügelei und kontrollierter Dynamik
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 35:53
Release: 15.03.2013
Label: Nuclear Blast

Battles, Contests, wie auch immer die Dinger heißen, sind aktuell noch immer mehr als „in“. Leider macht das auch nicht vor dem hart rockenden Genre halt, wenn man sich einmal durch die einschlägigen sozialen Netzwerke wie Facebook & Co. klickt. Und wenn man dann als Schreiberling noch unter dem (miesen) Eindruck steht, weil man bei einer dieser Talent-Finalrunden In-Your-Town in einem Kölner Etablissement weilte, sich eigentlich nur geärgert hat, weil man solch einen Blödfug überhaupt mitgemacht hat, da schreckt man zuerst ein wenig zurück, wenn fast als erste Information über die finnischen Jungspunde Lost Society ins Auge springt, dass sie eben auch über einen solchen Wettbewerb – weltweiter „Global Battle Of Bands“ – in den Fokus der medialen Welt sowie in das Blickfeld der Labels rutschten.

Unterschrieben wurde beim Branchenprimus Nuclear Blast, der sich damit eine weitere wilde Thrashband an die Brust getackert hat. Nach dem ersten Durchlauf sind dann folgende Dinge auch gleich geklärt: Innovation – Fehlanzeige. Aber auch: roh und frisch, wie aus der Frühzeit der Bay Area – und das von quasi Bengels, die noch allesamt unter zwanzig sind. Setzen sie doch mit „Fast Loud Death“ dem ultimativen Thrashspirit vergangener Tage einmal mehr ein passendes I-Tüpfelchen auf und machen fast vergessen, dass eigentlich das Jahr 2013 ist.

Schon bei der Verpackung, sprich beim Coverartwork, setzen die Finnen mit dem Ed-Repka-Vermächtnis ein erstes Signal mit entsprechender „Obacht“-Wirkung. Das wahre Meisterwerk liefern sie dann aber mit den folgenden 35 Minuten rasenden Thrashs – natürlich nicht innovativ. Doch die Jungspunde haben in der finnischen Einöde wohl nur Platten aus dem Hause Exodus, Anthrax oder von neueren Vertretern wie Warbringer, Gama Bomb und Bonded By Blood zur Verfügung gehabt – Old-School-Thrash bis in die letzte Nervenbahn.

Und so wird fast die komplette Zeit fett auf das Gaspedal gelatscht. Da sollte man sich von vergleichsweise ruhigen Passagen wie der Einleitung zu „Diary Of A Thrashman“ nicht ablenken lassen. Speedbrecher wie das durch die Shouts plakative „Kill (Those Who Oppose You)“ oder der schon fast mit Pantera-artigem Lauf startende und im Metallica-Riff aufgehende Titeltrack „Fast Loud Death“ (Warum eigentlich nicht Thrash statt Death?) rücken dann alles wieder auf dem Thrash-Reißbrett gerade. Dazu gehören dann auch pfeilschnelle Soloduelle wie im Doublebasstreter „Trash All Over You“, die kleine Anbiederung an die deutsche Thrashszene „eins, zwei, drei, vier“, das Rifffeuerwerk „E.A.G.“, genauso wie das mit Exodus-Flair ausgestattete „Toxic Avenger“ und fertig ist ein Debüt, welches sich locker in den Old-School-Thrashherzen festsetzen wird.

Ungeachtet der Tatsache, dass im Vorfeld des Releases zahlreiche Thrash-Ikonen den Werbehammer geschwungen haben: Lost Society sind zwar noch blutjung, wissen aber schon ganz gut, wie sie den ewig jungen Old-School-Thrashmarkt anzufüttern haben. „Fast Loud Death“ lässt zwar – wie eigentlich fast alle Alben des Genres – so etwas wie Innovation vermissen, macht aber trotzdem reichlich Spaß, wirkt nicht konstruiert und hat die richtige Mischung aus ungestümer Prügelei und kontrollierter Dynamik.

comments powered by Disqus

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging