Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Lost Eden: Cycle Repeats

Kein Genrefan sollte sich diese Band entgehen lassen
Wertung: 8.5/10
Genre: Metalcore, Melodic Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 35:8
Release: 23.03.2007
Label: Candlelight Records

Dass Japan musikalisch mehr zu bieten hat als eine ganze Armada von gähnend langweiligen Visual Kei - Truppen, bewiesen unlängst die Melodic Deather von Blood Stain Child. Nun erreicht uns mit Lost Eden der nächste Metal - Hoffnungsträger aus dem Land der aufgehenden Sonne und dieser ist verdammt vielversprechend, wobei man beim Hören von “Cycle Repeats” wohl kaum erahnen würde, dass diese Band aus dem asiatischen Raum stammt.

Lost Eden beglücken uns mit der vollen Dröhnung Metalcore, die versetzt ist mit erlesenen Schwedentod - Melodien und druckvollen Thrash - Riffs. Besondere Parallelen lassen sich - dem Promoblatt vollkommen zustimmend - zu den US - Amerikanern von Trivium ziehen, wobei ich persönlich (zum Glück) eher an ihre “Ascendancy” - Zeit erinnert werde, als an das vollkommen überbewertete “The Crusade” - Desaster. Neben Trivium kann man durchaus Vergleiche zu Szenegrößen wie Killswitch Engage ziehen und ab und an blitzen auch einige an In Flames und Soilwork erinnernde Passagen auf. Natürlich kann man Lost Eden mangelnde Innovation und Eigenständigkeit vorwerfen, denn neu erfinden sie den Heavy Metal auf “Cycle Repeats” mit Sicherheit nicht. Genre - Fans und diejenigen, die sowohl von “As Daylight Dies” (Killswitch Engage) und dem bereits angesprochenen “The Crusade” mehr als enttäuscht waren, werden der Band diesen Mangel schnell verzeihen und sich zurecht über das gelungene Album freuen.

Nach dem eher überflüssigen Intro “Seed” eröffnen Lost Eden ihr Album energiegeladen mit dem grandiosen “Squeeze”. Schon lange hat mich kein Song dieses Genres so mitgerissen wie dieser. Hier stimmt angefangen bei den treibenden Gitarren, über die sehr guten Vocals von Frontmann Norio bis hin zu dem eingängigen Refrain einfach alles. “Squeeze” wirkt dermassen entfesselt und kraftvoll, dass man schon fast die Szene - Enttäuschungen des letzten Jahres vollkommen vergessen hat.

Bei “Equation 999” begrüsst man dann auch erstmals dezent eingesetzte Elektronikspielereien, die dem Song noch den letzten Feinschliff geben. Hier gilt eigentlich genau dasselbe wie beim Vorgänger “Squeeze”. Viel besser kann man diese Art von Musik nun wirklich nicht zelebrieren. Mit “Forsaken Last“ steht dann bereits das nächste Highlight der Platte an. Bei diesem Song ist der Anteil der cleanen Vocals noch etwas höher als bei den beiden vorhergehenden, was allerdings sehr zu begrüssen ist, denn „Forsaken Last“ ist ein waschechter Ohrwurm mit grossem Hitpotential. Über dieses verfügt auch „Time Damages Me“, bei welchem besonders die tollen Keyboardpassagen auffallen und die dem Song eine eher melancholische Atmosphäre verpassen. An Kraft und Härte mangelt es diesem Song dadurch allerdings nicht.

Bei „Black Report“ wird die Geschwindigkeit richtig angezogen und der Song hat echten Abrissbirnen - Charakter, besitzt darüber hinaus auch einige starke Melodiebögen. Bereits vor dem sehr guten Duo „Planetoid“ und „Story And Reality“ hat man das Gefühl, dass man zu keiner Sekunde mehr mit einem qualitativen Ausfall zu rechnen hat. Dies bewahrheitet sich, denn spätestens nach dem finalen, leicht technoid beginnenden und sich danach ständig steigerndem Oberhammer in Form von „Before Burning To Ashes“ haben Lost Eden den endgültigen Beweis hierfür erbracht. Lediglich die Spielzeit muss als Kritikpunkt angesprochen werden, denn diese hätte mit knapp 35 Minuten ruhig etwas üppiger ausfallen können.

Fazit: „Cycle Repeats“ ist das Metalcore - Album, auf das die Szene seit Monaten geduldig wartet. Lost Eden sind dank der acht (Intro und Interludium „Sandglass“ ausgenommen) bärenstarken Songs auf dem Weg nach ganz oben und kein Genrefan sollte sich diese Band entgehen lassen. Hoffen wir auf eine grosse Zukunft der Japaner.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen