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Lost Dreams: Blinded By Rage

Nicht ganz so gut wie der Vorgänger
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 53:36
Release: 04.11.2011
Label: Twilight Zone Records

Lost Dreams sind in der The-Pit.de-Redaktion keine völlig Unbekannten mehr: Ihr letztes Werk "Wage Of Disgrace" konnte gute sieben Punkte holen und die Mischung aus Industrial Metal und Melodic Death blieb noch eine ganze Weile im Gedächtnis. Ziemlich genau zwei Jahre später legen die Schweizer mit "Blinded By Rage" nach, drängen den Industrial-Einfluss etwas zurück und verlassen sich mehr auf den sterilen Göteborg-Sound, wozu das Soilwork-Cover zu "Nerve" als Finale natürlich perfekt passt.

Nach einer Demo und mittlerweile angekommen beim fünften Full-Length-Album, gehört das Quintett fast schon zum alten Eisen - immerhin, merklich verschlechtert haben sie sich im Vergleich zum Vorgänger nicht. Das Cover der neuen Scheibe kommt natürlich nicht im Entferntesten an die halbnackte Cyber-Ische der letzten Platte heran, aber das ist ja ohnehin Geschmackssache.

Härter scheinen sie allerdings geworden zu sein, vor allem stimmlich haben die Herren eine Schippe Metal mehr aufgelegt, dafür galoppieren die Gitarren wie eh und je fleißig vor sich hin und Drummer Rafael bearbeitet die Felle, als ginge es um sein Leben. Hier kristallisiert sich aber ein ähnliches Problem heraus wie auf "Wage Of Disgrace": Mit der Zeit wird das Soundgemisch eintönig. Eigentlich treten Lost Dreams ja ordentlich Arsch und auch der Groove kommt nur selten zu kurz, aber so richtig viel Abwechslung kommt hier halt doch nicht durch die Membran.

Mit guten 53 Minuten Spielzeit haben die Fünf ihre letzte Veröffentlichung um glatte elf Minuten geschlagen, aber mehr ist ja bekanntlich nicht besser; der Anfang lässt sich mit "Hide And Seek" jedoch schon mal recht vielversprechend an: Wie auch beim letzten Album findet man schon hier einen leichten Metalcore-Touch, der vor allem in der Instrumentierung raussticht; Sänger Stefan wechselt zwischen Keifen, Growls und Shouts und deckt so eigentlich alles ab, was man von einer Melodic-Death-Band erwarten können muss. "The Painted Man" bietet dann den Donnergroove, den der Rest der Platte zumindest im ersten Durchlauf ein bisschen vermissen lässt. Es ist ein bisschen wie bei Machine Head, die einem beim Intro von "Secrets" möglicherweise einfallen könnten: Eigentlich kann die Band einiges, aber nach einiger Zeit wird sie fad. Bei diesem Song allerdings bedienen sich Lost Dreams einer recht spannenden Vorangehensweise, indem erst so etwas wie langsamer Sprechgesang eingesetzt und dann durch Growls abgelöst wird. Das steigert zumindest den Wiedererkennungswert des Tracks enorm.

"Black Sheep" zieht das Tempo noch mal ordentlich an, obwohl das ruhige Intro das zuerst gar nicht vermuten lässt. Fast ein bisschen an As I Lay Dying erinnern zumindest die höheren Shouts, die durch Growls aufgemischt werden, welche es aber nicht unbedingt gebraucht hätte. Der rasanten Geschwindigkeit des Songs steht die höhere Tonlage um Längen besser zu Gesicht. Danach lahmt die Begeisterung so ein bisschen und erst das erwähnte Soilwork-Cover kann wieder die Herzchen in die Metalleraugen zaubern.

Schade, dass Lost Dreams nicht ein bisschen mehr Spannung und Spaß in die Sache gebracht haben; so muss zumindest ein halber Punkt im Vergleich zur vorherigen Platte abgezogen werden, denn an das Niveau von "Wage Of Distance" kommt "Blinded By Rage" nicht ganz heran.

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