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Los Bastardos Finlandeses: Saved By Rock'n'Roll

Ehrlicher Rock'n'Roll, der Spaß macht
Wertung: 7.5/10
Genre: Rock'n'Roll, Heavy Metal
Spielzeit: 39:16
Release: 16.12.2011
Label: 100% Record Company

"Saved By Rock'n'Roll" - für jemanden, der sich von traditionellen Gitarrenklängen eher fernhält und zur härteren Gangart tendiert, klingt dieser Titel wie ein Schuss in den Ofen. Horrorvisionen von kreischenden Gitarren, kastrierten Sängern und einem kartonähnlichen Schlagzeug brennen sich bereits vorm Hören der Platte in die betreffenden Hirnregionen ein. "Alles Klischees!" werden die Kuttenträger entsetzt schreien, aber ich sage: Alles schon da gewesen.

Los Bastardos Finlandeses strafen mit ihrer mittlerweile vierten Scheibe diese Vermutungen Lügen. Hier wird lässig nach vorne gegroovt, mal bewegt man sich auf alten Bahnen, die ein wenig an Def Leppard erinnern, mal rockt man nach vorne wie beispielsweise die Jungs von Motorjesus und die Sänger/Gitarristen/Bassisten El Taff Bastardo, El Gringo und Don Osmo legen durchaus auch mal eine Tito & Tarantulasche Gelassenheit an den Tag, die geradezu dazu einlädt, sich mit einem Würmchentequila in den Schaukelstuhl zu lümmeln.

Rock'n'Roll gibt es hier also von der ersten bis zur letzten Minute auf die Ohren, darum trägt die Scheibe den Titel durchaus zu Recht, im Gegensatz zu vielen anderen Alben, die nur mit dem Inhalt werben, aber dann auf ganzer Linie enttäuschen. Angefangen beim Opener und Titeltrack, der in bester Achtziger-Manier daherstampft, über den treibenden Lovesong "Anna-Liisa" - die finnischen Bastarde wissen, wie man rockt. "Acapulco" erinnert dann direkt im Intro an den Film "School Of Rock" und hätte auch super auf selbigen gepasst. Der Track schleppt sich etwas träge daher; Los Bastardos Finlandeses verstehen sich definitiv besser auf etwas schnellere Songs. "My Baby's Yours To Ride" kann dann mit einem richtig geilen Beat und einem ohrwurmigen Refrain überzeugen, bei man nicht so recht weiß, ob die Liebe des Protagonisten zu seiner Freundin oder zu deren Auto, das er fahren darf, überwiegt. So muss das sein: Frauen, Autos, und irgendwo steht sicherlich die Flasche Jacky im Fußraum - Rock'n'Roll all night.

Auch vor Gitarrensoli wird natürlich nicht zurückgeschreckt wie bei "Drive-By Loverboy", wobei diese zwar recht ausufernd ausfallen, aber nicht in die Griffbrettwichserei abdriften. Sympathisch bodenständig kommen die 
Herren Bastardos also auch noch rüber. Da hagelt es direkt Pluspunkte, und wenn man sich dann auch noch das lasziv-langsam finale "Skulls And Guitars" anhört, hat man das erste Rock'n'Roll-Highlight für 2012 schon gefunden - obwohl die Platte bereits im Dezember rauskam. Aber wollen mal nicht so sein: 7,5 Punkte für die Finnen und ein Dauerrotationsplatz für die nächsten Wochen sind der Platte sicher.

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