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Los Bastardos Finlandeses: Bad Motherfucker's Ball

Besser geht's kaum
Wertung: 9/10
Genre: Rock'n'Roll, Classic Rock
Spielzeit: 45:26
Release: 30.01.2015
Label: 100% Records Company

Man muss sich ja schämen, wenn man zugibt, dass Los Bastardos Finlandeses es tatsächlich geschafft haben, drei Alben rauszubringen, ohne auf unserer kleinen, beschaulichen Seite zu landen. Erst die 2011er Scheibe „Saved By Rock’n’Roll“ konnte uns erstmals aufhorchen lassen, erzielte auch gleich mal 7,5 Punkte und fuhr damit sogar seinem Nachfolger „Day Of The Dead“ (sieben Zähler) davon. Mit „BMF Ball“ steht jetzt ein neues Album an, das bereits vor knapp einem Jahr zum ersten Mal die Regale eroberte – die Wege der Plattenfirmen und -vertriebe sind wie immer unergründlich.

Untypisch für die Finnen ist schon mal der Titel – normalerweise nehmen die Herren kein Blatt vor den Mund, aber was hier als „BMF Ball“ prüde auf dem Cover prangt, bedeutet in Wirklichkeit nichts anderes als „Bad Motherfucker’s Ball“ – und entspricht damit schon mehr dem Klischee, das die Truppe immer wieder gerne fährt: Bier, Whiskey, Bikes. Und Bärte natürlich, nicht zu vergessen. Damit pflegen die Herren den Rockerstatus schon ganz ordentlich und die Mikrofraktion in Gestalt von Bassist „El Taff Bastardo“ und den beiden Gitarristen „El Gringo“ und „Don Osmo“ verstärken das akustische Bild noch mit Zigaretten- und Alkohol geschwängerten Röhren.

Auf der aktuellen Platte bleiben LBF ihrer Linie also durchaus treu, wirken aber noch authentischer, die schnellen Songs machen noch mehr Spaß und überraschend gefühlvolle Stücke wie „Silk And Sake (Mary Ann)“ gehen wahnsinnig unter die Haut, was man bei der Spaßtruppe nicht unbedingt erwartet hätte. Überhaupt haben die Finnen einige großartige Songs parat gestellt: Der Opener und Quasi-Titeltrack „BMB“ entpuppt sich als schwungvoller Kracher mit super Rock’n’Roll-Stimme, der Nachfolger „Rock Bottom“ wurde dann einen Tick tiefer gestimmt und setzt so schon ein wenig im Gänsehautsektor an, gänsehäutig geht es mit „Up On Bricks“ weiter, dessen klassische Hardrock-Gitarren wunderbar mit den Vocals harmonieren.

Unendlich traurig dann „Happy Endings“, „there ain’t no happy endings“ singt der gute Mann hier und wer weiß, vielleicht schaut der bärtige Finne hier für uns in die Zukunft. Die klagenden Gitarren werden richtiggehend zelebriert, eine Mundharmonika darf natürlich nicht fehlen, so dass ein bisschen Westernstimmung aufkommt – Wahnsinn, wie sich die finnischen Bastarde in den letzten Jahren weiterentwickelt haben. Mit dem ebenfalls recht melancholischen „Road Fever“ und dem erwähnten tollen „Silk And Sade (Mary Ann)“ bildet sich zur Albummitte ein Gänsehaut-Trio heraus – andere Bands hängen ihre Quotenballade ans Albumende, LBF sprengen die Quote und die Traditionen.

Zum Schluss wird mit „Silver Machine“ noch das allerletzte Staubkörnchen aus den Boxen geblasen – zurück bleibt ein seliges Grinsen und das Wissen, dass die Finnen hier ihre bis dato beste Platte abgeliefert haben (wenn man ab 2011 zählt – mehr steht uns hier leider nicht zur Referenz). Geile Platte, geile Stimmen, geile Gänsehautsongs.

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