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Lord Belial: The Black Course

Gut, aber auf Dauer zu farblos
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Black Metal
Spielzeit: 52:33
Release: 26.09.2008
Label: Regain Records

Die Gebrüder Backelin sind wahre Arbeitstiere, so haben wir nun nach der 2007´er „Revelation“ schon das nächste und mittlerweile schon achte Full Length-Album der Schweden auf dem Tisch beziehungsweise die Händler in den Regalen.

Klar wird dem Hörer beim Opener des Albums recht schnell, wem dieser Song gewidmet wird, nämlich „Pazuzu – Lord Of Fevers And Plague“, seineszeichens Personifikation des Südostwinds, der so unangenehme Dinge mit sich bringt wie die Pest, Fieber und Kälte. Die Kälte spürt man hier in den harschen Riffs, in den disharmonisch klingenden Melodiebögen und der genial-gewohnte Gesang von Thomas Backelin tut sein Übriges dazu, um diesen Song gleich zu Beginn des Werks zu einem solchen ganz großen zu machen. Gelungener Start der Schweden.

Das nächste Highlight bildet danach “Trumpets Of Doom”: Ein ansprechender Rhythmus, ein Keyboard im Hintergrund und ein guter Sinn für Melodie schaffen eine amtliche Atmosphäre. Im Refrain hämmert es drumtechnisch ganz gut nach vorn. Aber es kommt noch besser, denn „Sworn“ ist zweifelsfrei der beste Song des Albums. Die Screams, die Thomas hier vom Stapel lässt, sind die besten der Scheibe; die Leadmelodie ist die beste des Albums und die Tempowechsel machen diesen Song absolut einzigartig und unverwechselbar. Dies ist der Song, der am meisten von allen im Gedächtnis bleibt und im folgenden von den noch folgenden nicht mehr getoppt zu werden vermag, soviel sei schonmal vorweg genommen.

Nach diesen drei starken Stücken steigt zunächst die Erwartungshaltung in Hoffnung von mehr solch genialer Stücke, doch man wird von den folgenden Stücken leider ein wenig enttäuscht. „Inexorable Retribution“ kann zwar mit schönen Melodien punkten, aber ein schönes Gitarrensolo und eine feine Leadmelodie sind nicht alles und so muss man sagen, dass insgesamt in diesem Stück zu wenig Dinge enthalten sind, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ausgeklügelte Melodiebögen und ein Männerchor lassen in dem stellenweise recht flotten „Antichrist Reborn“ aufhorchen. Relativ gemächlich und mit vereinzelten Glockenschlägen lassen die Jungs dann „Primordial Incantation” vom Stapel. Aber genauso gemächlich gerät dieses Stück dann auch fast in Gefahr, an dem Gedächtniszentrum im Hirn vorbei zu rauschen, auch wenn das Tempo gegen Songende bollernderweise doch noch etwas angezogen wird und ein irres Gitarrensolo zu hören ist.

“Devilish Enlightenment” verspricht vom unmittelbaren Beginn her ein vielseitiges Stück zu werden: Ausgefeiltes Drumming und ein treibendes Riffing sorgen dafür, dass man nach dem eher lauen Vorgänger die Lauscher wieder auf Empfang stellt. Das schön arrangierte Riffing und das ansprechende Gitarrensolo stehen für sich.

“Ascension Of Lilith” ist einfach gesagt ein typischer Lord Belial-Song der etwas flotteren Art. Die Bezeichnung „typisch“ gilt leider auch dafür, dass das Teil zwar gut ist, aber auch nichts Überragendes an den Tag bringt. Der Tempobreak im Refrain ist meiner Meinung nach kontraproduktiv, da der Fluss innerhalb des Materials dadurch gestört wird. Zu allem Übel wird dieser nervige Refrain dann auch noch zu oft wiederholt. Schade…

Ganz amtlich bolzt man sich in das Thema von “Unorthodox Catharsis” rein, dessen Gitarrenarbeit vor allem in den ruhigeren Parts sehr melodisch rüber kommt und daher sehr zu gefallen weiß. Von dieser Art Songs hätten wir auf dem Album mehr gebraucht. Der Rausschmeißersong der Scheibe “Soulgate” bollert ganz gut nach vorn und erzeugt durch das Riffing eine unheilvolle und bedrohliche Stimmung. Sehr gut in Szene gesetzt, setzt dieser Song einen Strich unter das Album mit Licht und leider auch vorhandenem Schatten.

Das Drumming klingt stellenweise ein wenig blechern, was zu bemängeln ist und auch ein wenig verwundert, denn bislang hat mich die Produktion der Scheiben der Schweden eigentlich immer überzeugt.

Fazit: Obwohl auch „The Black Curse“ für sich allein gesehen sehr gut ist, herrscht, wenn man das gesamte Schaffenswerk der Herren Backlin betrachtet, nach der „Revelation“ auf dem neuen Album nun doch wieder ein wenig Stagnation, wofür ich, so leid es mir tut, Punktabzug anrechnen muss. Betrachtet man dieses Album für sich, dann hat es schon Klasse. Trotzdem wünscht man sich für den neuen Release der Schweden aber dringend mehr Innovation, um endlich dort zu landen, wo die Jungs hingehören: Nach ganz oben.

Übrigens sind die Jungs derzeit auf Tour. Wer also mal sehen will, wie sich die Songs live machen, der sollte schleunigst schauen, wann er live dabei sein kann, wenn Pazuzu, Lilith und co. besungen werden.

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