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Lord Belial: Revelation

Die Jungs müssen endlich international anerkannt werden!
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Black Metal
Spielzeit: 42:44
Release: 30.04.2007
Label: Regain Records

Fand ich das recht harmlose Vorgängeralbum “Nocturnal Beast” der Schweden Lord Belial zwar solide, aber dennoch nicht sonderlich aufregend, klappte mir beim Anhören der aktuellen Scheibe „Revelation“ aber mal so ganz amtlich die Kinnlade runter. Nach etwas mehr als einem Jahr servieren uns Lord Belial ihre nunmehr siebte Scheibe. Und die ist dermassen stark ausgefallen, dass ich kaum noch Worte dafür finde, das alles vor lauter Begeisterung zu beschreiben. Junge, DAS hätte ich den Herren Backelin mittlerweile nicht mehr zugetraut, dass sie noch mal derartig geil auf den Putz hauen können.

Die Songs strahlen zum einen eine drückende Präsenz aus, wie es sich für amtlichen Black Metal gehört. Zum anderen gibt es aber auch Neuerungen, die überraschend und absolut genial sind. So darf man neben dem genialen heiseren Growlen von Thomas im besten Song des Albums „Death As Solution“ auch melodische Gesangslinien geniessen. Junge, hab ich da gestaunt, als ich das gehört hab … schnell nochmal vergewissert, dass ich auch wirklich die „Relevation“ und nicht aus Versehen was anderes im CD-Player hab. Ich muss voller Staunen sagen, dass der cleane, wenn auch raue Gesang den Songs der Jungs auch noch bestens zu Gesicht steht!

Das Intro „7th Seal“ erzeugt genau die richtige Stimmung für das, was da kommen mag: Düster, drückend und unheilvoll wummert der Sound aus den Boxen. Und dann geht es nahtlos weiter mit „Ancient Splendor“. Wir haben es hier mit einem erstklassigen Black Metal-Song zu tun, der Tradition und Moderne verbindet und der zudem das erste geniale Solo beinhaltet. Zaubert mir schon die ersten Freudentränen in die Augen. Besser kann eine Scheibe nicht beginnen!

Dann folgt das flotte „Aghast“, bei welchem der oftmals erwähnte Vorwurf des „langsamen“ wie hinweggefegt wird. Das Solo ist wie gewohnt einfach fantastisch. Alles in allem ein weiterer super Song der Schweden. Und auch im folgenden „Death As Solution“, was mein absoluter Favorit ist, wird das Gaspedal erfreulicherweise weiterhin durchgedrückt. Tempowechsel bieten hier weitere Abwechslung. Ich danke Euch, Jungs für diesen verdammt starken Song!

An alle Nörgler, denen Lord Belial bislang zu langsam waren: Hört euch bitte „Unspoken Veneration“ an und dann sprechen wir uns wieder! Unheimlich abwechslungsreich in Sachen Tempo ist auch dieses Stück und spätestens jetzt dürften alle Unkenrufern ihre Mäuler halten.

Die unheilvolle Stimmung wird im folgenden „Death Cult Era“ wunderschön weiter ausgebaut, wenn man auch hier wieder in das Midtempo verfällt. Aber sei´s drum, wenn man das Gaspedal unentwegt durchdrückt, gibt´s auch wieder Gemecker. Melodietechnisch wird man hier wieder mit einem klasse Solo bedient. Ein weiterer hammerstarker Song!

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, finde ich auch auf diesem Album wieder die genialen Gitarrensoli absolut bemerkenswert, wie z.B. das in „Vile Intervention“, in dem man zusätzlich zu dem teuflisch guten Solo im weiteren Verlauf den Klang untermalt mit Kirchenorgelklängen.

In „Gateway To Oblivion“ wird der Gesang im Refrain dann richtig clean, ohne rau zu klingen wie noch in „Death As Solution“, doch dieses Raue in Thomas´ Stimme wie dort wäre hier vielleicht auch besser rüber gekommen. Leider kann dieser - obwohl ebenfalls gute - Song nicht ganz an die Klasse der anderen herausragenden Stücke dieses Outputs heranreichen. Da wird dann in „Unholy War“ flugs das Double-Bass-Tempo rausgenommen, um den Gitarrenläufen in Form eines Solos Platz zu machen, welches einfach unbeschreiblich geil ist. Ich sag nur: Melodic Black Metal at its very best! “Black Wings Of Death” ist ein Paradebeispiel für richtig guten Melodic Black Metal und nimmt mich sofort gefangen aufgrund seiner Klasse.

„Grievance“ fungiert als Outro. Und den könnt Ihr Euch so vorstellen: Donnerhall im Hintergrund, davor ganz langsame Drums und eine Gitarre, die hinter den Drums zu spielen scheint, dazu Thomas, der seinen Text heiser growlt. Will heissen: Ein perfektes Outro, das ein klasse Album vervollständigt!

Die Produktion wurde ein weiteres Mal von Andy LaRoche übernommen, daher ist hier auch kein Kritikpunkt zu finden, denn er hat bislang stetig sehr gute Arbeit geleistet und unterstreicht seinen Status mit dieser Scheibe einmal mehr. Klar, druckvoll und mit der vollen Ladung Power wirken die Songs unheimlich präsent.

Aufgrund all der von mir genannten genialen Momente ist „Revelation“ das für mich bislang beste Album der Schweden geworden. Melodischer Black Metal, der sich zwar seiner Anfangstage bewusst ist, aber dennoch seinen Platz im Hier und Heute gefunden hat. Ich kann nur jedem Black Metal Fan unbedingt raten, sich dieses Album zuzulegen. Ihr werdet auf keinen Fall enttäuscht werden!

Fazit: Mein Album des Monats April! Ich wünsche den Jungs echt, dass sie nun mit „Revelation“ endlich international die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. Die Ansprüche, die ich an Melodic Black Metal stelle, haben die Jungs vollends erfüllt, und so komme ich auf nicht weniger als 9,5 begeisterte Punkte!

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