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Loom: Loom

Variantenreicher Rock mit Grunge-Mentalität
Wertung: 8,5/10
Genre: Noise Rock, Garage Rock, Grunge
Spielzeit: 31:05
Release: 19.05.2017
Label: Silent Cult

Die britischen Loom scheinen es sich absichtlich unbequem machen zu wollen, spielen sie in einer zunehmend wachsenden Indie-Rock-Szene nicht nur lärmigen Noise Rock, sondern veröffentlichten in der Vergangenheit auch all ihre EPs auf Kassette. Trotzdem: Die Releases waren immer flott ausverkauft unter den Szenekennern, mit „Loom“ erscheint jetzt das wenig kreativ betitelte Erstlingswerk der Truppe – auf CD. Dabei mischt die Truppe so ziemlich alles, was irgendwie düster und giftig klingt, neben dem Hauptmerkmal Noise kann man ganz leicht auch Anleihen aus Psychobilly oder Grunge erkennen, alles gewürzt mit der resigniert-wütenden Stimme von Sänger Tarik Badwan.

Stilistisch bewegen sich die fünf Briten also nicht nur zwischen diversen Genres, sondern springen auch zwischen den Jahrzehnten hin und her. Das gesanglich eher an die Misfits erinnernde „Nailbender“ betreibt da schon Nostalgiepflege und mutet mit seinem Hall recht Achtziger-mäßig an, während gerade der Opener „Lice“ den Spagat schlägt zwischen Achtziger-Merkwürdigkeit und rotzigem nirvanaeskem Grunge der Neunziger. Der Vergleich mit einer der bekanntesten Bands der Welt hinkt allerdings insofern, dass Sänger Tarik tatsächlich singen kann (oh, ich ahne schon die Hassmails von Cobain-Fans…) und die Band sich auch sonst etwas variantenreicher gibt als die amerikanischen Kollegen damals.

Den Grunge-Charakter werden Loom auch bei „Hate“ nicht los, das mit verstörend schöner Melodieführung überrascht, während Badwan vor allem in den klaren Gesangsparts überzeugen kann. Einen schön schmutzigen Rocker haben Loom dann mit „Salt“ auf die Tracklist geschmuggelt, gleichzeitig räudig, aber doch melodisch kommt das Stück daher, Loom überraschen einen auch nach mehrmaligem Hören immer wieder.

Weit weniger melodisch, dafür wieder um einiges grungiger gestaltet sich dann „Bleed On Me“ mit viel Verzerrer, Hall und Geschrei, und ja, wir sind irgendwie wieder in den Neunzigern gelandet, nur mit technisch besserer Produktion, dafür aber inklusive Rückkopplungs- und Verzerrerorgie mitten im Song.

Was zu Beginn wie ein einfaches, wenn auch lärmiges Rock-Album anmuten mag, entpuppt sich nach mehrmaligem intensiven Hören als eine abwechslungsreiche Platte, die einige Facetten des Rock beleuchtet und dabei nicht nur Grunge zu bieten hat, sondern auch vor kurzen Ausflügen in Psychobilly- und Horrorpunk-Gefilde nicht Halt macht. Souverän knüppeln sich Loom hier durch die Jahrzehnte, mit knapp einer halben Stunde Laufzeit kann man gerne ein paar Mal auf Repeat drücken, ohne dass Langeweile aufkommt.

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