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Longing For Dawn: A Treacherous Ascension

Soundtrack für despressive Seelen
Wertung: 4/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 48:0
Release: 09.03.2007
Label: Grau

Depressionen - die laut Statistik so ziemlich häufigste diagnostizierte Krankheit. Jeder hatte irgendwann in seinem Leben auch schon mal depressive Gedanken. Das Gefühl, keinen Ausweg zu kennen und alles erscheint sinnlos, düster und die Gedanken wollen einfach nicht mehr erhellen. Der passende Soundtrack dazu wurde von der kanadischen Band Longing For Dawn „A Treacherous Ascension“ geschrieben. Die 2002 ins Leben gerufene Band ist jetzt beim deutschen Label Grau und versucht mit ihrem zweiten Longplayer voll durchzustarten.

Nach erstem Hören fallen die sehr minimalistisch gespielten Instrumente auf, jegliche Klänge sind sehr einfach und gesetzt. Die Atmosphäre ist wahrlich depressiv, düster und man hat das Gefühl, alles Schöne am Leben zu vergessen.

Die Produktion ist bis auf ein sich durch die Platte ziehendes Knistern geradezu einwandfrei. Das Schlagzeug wurde mit starkem Hall aufgenommen und wirkt deswegen sehr weit entfernt. Die lang gehaltenen Synthesizer schaffen den Großteil der Atmosphäre. Die Musik fesselt und berührt selbst Menschen wie mich, die durch ein sehr fröhliches Gemüt charakterisiert sind.

Doch vielleicht ist es genau dieses, welches sich mir beim Hören dieser Platte in den Weg stellt. Diese vor Trauer und Düsternis nur so triefende Musik quält sich nur so dahin. Da die Lieder nun auch noch sehr lang sind, wird es zu einer echten Qual, sich die gesamte Platte bzw. nur ein Lied bis zu Ende anzuhören, aber vielleicht es das ja auch die Absicht der Musizierenden. Der Aufbau der einzelnen Lieder ist weder spannend noch gross abwechselungsreich. Jedes einzelne Stück zieht sich zu Unlängen hin. Wie bereits gesagt sind alle 4 Lieder sehr lang gehalten. Das Kürzeste ist 9.44 min und das Längste 13.33 min.

Das zweite Lied „Discidium“ beginnt nach einem sehr kurzen Intro mit einem sehr gesetzten, stampfenden Schlagzeug. Wie bereits gesagt, werden alle Instrumente sehr minimalistisch gespielt und daher ist auch das Riff nicht sonderlich abwechslungsreich, aber es strotzt nur so vor Atmosphäre. Der tiefe gegrunzte Gesang von Stefan Laroche setzt ein und die bedrückende und verzweifelte Stimmung spitzt sich zu. Der Gesang setzt wieder aus und ein kurzer Akustikpart übernimmt die Überleitung zur nächsten Strophe, die typischen Einteilungen wie Refrain und Strophe sind in der Musik von Longing for Dawn nicht zu erkennen.

Grosse Veränderungen der Musik treten nicht auf, bis zum Ende hin bleibt die den Hörer in die Tiefe ziehende Atmosphäre beibehalten. Das erste Lied der Scheibe „The End Of Laughter“ beginnt mit einem langen ruhigen Intro, welches wunderbar in die Platte hineinführt. Der Titel passt perfekt zur Musik. Eingangs klingt alles noch sehr hoffnungsvoll und interessant, der Hörer weiss nicht so recht, in welche Richtung es gehen soll, doch sobald das erste Gitarrenriff einsetzt, ist der Titel Programm. Im weiteren Liedverlauf keine atemberaubenden Höhen und Tiefen, was die Musik leider so langweilig macht. Untergemischte cleane Gesänge wirken wie Gebete oder monoton gesprochene Predigten. Das Lied scheint immer klagender und langsamer zu werden.

Fazit: Alles in allem finde ich, dass in dieser Band durchaus noch eine Menge Potenzial liegt, aber dazu sollten sie weg von der minimalistischen Spielweise hin zu spannenderen und epischeren Riffs. Ich denke kaum, dass ein Mensch, der nicht ernsthaft unter psychischen Problemen bzw. Depressionen leidet, sich diese Platte gern anhört. Diese Musik ist durchaus für eine bestimmte Stimmung geschrieben, aber dafür ist sie mir insgesamt zu abwechslungslos und eintönig. Jeder, der zu depressiven Stimmungen neigt, kann gern in diese Platte reinhören. Hier habt ihr euren Soundtrack gefunden, alle anderen können sich das auch sparen.

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