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Lonewolf: Army Of The Damned

Musikalisch ausgereifter Power Metal ohne großen Wiedererkennungswert
Wertung: 6.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 50:39
Release: 30.03.2012
Label: Napalm Records

Die Franzosen von Lonewolf bringen mit „Army Of The Damned“ ihr neues Album auf den Markt. Der Hinweis auf Frankreich und den Bandnamen soll gleich mehrfach erfolgen, denn es besteht starke Verwechslungsgefahr sowohl im Bandnamen, in der Stilrichtung und in der musikalischen Ausarbeitung der Lieder sowie mit dem CD-Cover.

Hier kann man nicht wegschauen oder einmal ein Auge zudrücken. Lonewolf springen haargenau auf die gleiche Schiene auf wie Powerwolf. Der Band hier eine absichtliche Kopie vorzuwerfen, wäre bestimmt zu weit gegriffen, aber dass die Ähnlichkeiten unbekannt waren, muss man eigentlich ausschließen. Somit bleibt dann doch wieder die Frage, warum sich Lonewolf so nahe neben Powerwolf platzieren. Die Band tut sich mit diesem Verhalten jedenfalls keinen Gefallen. Trotz der Tatsache, dass die Franzosen schon länger unterwegs als die anderen Wölfe sind, sollte man hier nicht unbedingt so stur sein Ding durchziehen. Das ist schon allein werbetaktisch sehr unklug.

Musikalisch haben sich Lonewolf dem bodenständigen Power Metal verschrieben. Es gibt keine Keyboards und auch sonst nur wenige Schnörkel. Melodiöse Riffs bilden die Grundlage der Songs, die sich fast ausnahmslos durch Überlänge kennzeichnen. Dabei wird natürlich immer auf ein möglichst pompöses Songwriting Wert gelegt. Dabei wandert das Tempo von stampfenden Mid-Tempo-Nummern wie „The Last Defenders“ bis hin zu schnellen Power-Metal-Fetzern wie dem Opener „Lonewolf“.

Stilistisch sind alle Lieder ganz klar dem Power Metal zuzuordnen. Außer ein paar Tempowechseln und allerlei durchaus interessanter Melodiebögen wagen Lonewolf keine Experimente. Das müssen sie auch nicht, denn die dargebotene Musik ist durchaus gut hörbar und eingängig. Ein hoher Mitsingfaktor kann den Liedern auch bestätigt werden. Die Gitarrenmelodien brennen sich direkt ins Gehirn ein und lassen sich nicht mehr so schnell daraus entfernen. Live können die Songs des Quartetts bestimmt richtig gut mitreißen. Auch auf Platte kann man den Liedern diese Qualität attestieren. Das Songwriting der Band kann man kaum kritisieren, wenn man das oben angesprochene außer Acht lässt. Die Lieder funktionieren allesamt gut.  

Der Sound auf „Army Of The Damned“ darf als sehr gelungen bezeichnet werden. Das komplette Frequenzspektrum wird ausgenutzt und glasklare Höhen ergänzen einen fetten Bassbereich. Dabei klingt die Musik aber nicht steril, sondern erdig und warm.

Zum Schluss stellt sich die Frage, wer sich für die CD interessieren könnte. Fans von Powerwolf könnten einmal ein Ohr riskieren. Ob man diese doppelte Wolfladung braucht, muss schließlich jeder für sich entscheiden. Power-Metal-Fans im allgemeinen sollten der CD Aufmerksamkeit schenken, die Musik auf „Army Of The Damned“ wird sie auf jeden Fall ansprechen. Fans von melodieschwangerem, gitarrenlastigem Metal sind hier richtig.

Lonewolf haben ein musikalisch sehr ansprechendes Album produziert, das jedoch jegliche Eigenständigkeit vermissen lässt. Egal ob Absicht oder nicht, auf Dauer muss dieses Verhalten nicht unbedingt gut gehen.

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