Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Living With Lions: Island

Zu wenig Spannung
Wertung: 6,5/10
Genre: Emo, Pop-Punk
Spielzeit: 49:28
Release: 12.10.2018
Label: Redfield Records

Zwei Jahre sind eine recht lange Zeit, um ein Album fertigzustellen. Zeit, die aber nun mal schnell vergeht, wenn man neben dem Aufnahmeprozess noch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat – Living With Lions können davon ein Lied singen, hat sich doch bei den Aufnahmen zur neuen Scheibe „Island“ nicht nur Drummer Loren einen doppelten Bandscheibenvorfall zugezogen, was eine dringende Operation erforderlich machte, auch Sänger Chase musste wegen seiner sich ablösenden Bauchdecke (!) ins Krankenhaus. Die Rekonvaleszenz rausgerechnet, hat die Truppe die Platte also wahrscheinlich in Rekordzeit fertig bekommen.

Als erstes fällt natürlich das liebevoll und kleinteilig gestaltete Klappcover des Albums auf, bei dem man schon sehr genau hinschauen muss, um alle schrägen Details zu erfassen. Musikalisch streben die Jungs Richtig Emo und Pop-Punk, wobei hier ohne große Einleitung losgelegt wird – mit hörbarer Spielfreude und Drive zieht die Band bereits beim Opener „All The Same“ direkt nach vorne, obwohl man sich hier mit dem Tempo noch zurückhält; dafür agiert die Instrumentalfraktion schön druckvoll, hintergründig eingebaute Gangshouts überraschen und sammeln heimlich Pünktchen.

Ein bisschen zu zuckrig wird der Gesang dann gerade im Refrain von „Tidal Wave“, ein bisschen zu anbiedernd, sodass der Song (oder zumindest der Chorus) eher unangenehm auffällt, obwohl die Stimme des Sängers auf weiten Strecken eigentlich recht angenehm daherkommt. Ähnliches kann man bei „Dusty Records“ empfinden und genau das ist das Manko, das unterm Strich bleibt: Technisch sind die Kanadier nämlich gut dabei, die meisten der zwölf Tracks halten sich gut im oberen Pop-Punk-Mittelfeld, aber stellenweise finden sich dann so unangenehme Anwandlungen, die 13-jährigen Mädchen gefallen mögen, dem Rest der Welt aber eher weniger.

Gleichzeitig hauen Living With Lions aber auch wunderbare Stücke wie das deprimierend-schön eingeleitete „On A Rope“, das nach kurzer Zeit bereits ordentlich durchstartet und sich quasi zum perfekten Pop-Punk-Track mausert – als Sahnehäubchen gibt‘s da noch einen ohrwurmigen, aber unkitschigen Refrain und einige ordentliche Ausraster der Saitenfraktion oben drauf. Auch „Hastings Surprise“ kann sich positiv hervortun, erinnert es einen doch an die Anfangs-2000er, ein bisschen Smile Empty Soul-Feeling spielt da schon mit, aber mit eigener Schnauze.

Solcherlei Ausrutscher nach oben sind auf „Island“ aber leider Mangelware, die übrige Tracklist sonnt sich in okayem Emo-Pop-Punk mit Punkrock-Kante hier und da, gutes Mittelmaß wird hier geboten, aber damit hat es sich dann auch schon größtenteils. Von einer Band, die ein solch spitzfindiges und ausgeklügeltes Frontcover herumträgt, hätte man dann schon etwas mehr erwartet. Da hilft es auch nur bedingt, dass die Kanadier beim finalen Titeltrack noch mal ordentlich Gas geben – zumal der anschließend angefügte Hidden Track fast noch mal eine Spur besser ausfällt. So kann sich „Island“ im Mittelfeld positionieren und geht keinesfalls als schlechte Platte durch, aber eben auch nicht als so spannend, dass man sich die Fingernägel beim Anhören abbeißen muss.

comments powered by Disqus

Wenn die Könige des Standfußballs den Saal aufmischen

Zum biographischen Film über Freddie Mercury und Queen

Wenn die Vorband dem Hauptact den Rang abläuft...

Grandioser Konzertabend, an dem keine Wünsche offen bleiben können

Schritt für Schritt zu einem erfolgreichen Abend

„Singen ist Sport, egal was für einen Stil, da machen wir uns nichts vor...“