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Little Bastard: Be(at) Somebody

Guter Mix aus Alternative und Rock 'n' Roll
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 46:58
Release: 07.03.2008
Label: Eigenproduktion

Das Schweizer Trio Little Bastard spielt erdigen, gut ins Ohr gehenden Rock and Roll, der immer schön rotzig klingt und trotz meist relativ simpler Songstrukturen das Prädikat anspruchsvoll durchaus verdient. Hin und wieder nämlich gibt es Ausflüge ins Alternative Genre, auch wenn ein Stück wie „Need For Rock ’N’ Roll“ seinem Namen alle Ehre macht und einfach ein kurzer, knackiger Rocker zum Mitsingen und Abgehen ist; ähnliches gilt für „Slave Of You“, „Ready To Die“ oder „Pills For Ills“, die ich zwar als nicht so stark wie den Opener ansehe, die man allerdings dennoch als okay bezeichnen kann.

Dafür aber stehen auf der anderen Seite durchdacht arrangierte, abwechslungsreiche Songs wie „Trashbin-Nancy“ (schöner Refrain), das sich stetig steigernde „Freeze The Time“ (äußerst gelungener Aufbau; die Gitarren werden immer stärker und stärker und am Ende setzt man dem Ganzen als Würze noch ein paar effektive Keyboards obendrauf), der „Missing-Song“, der melancholisch, ruhig und mit netten Harmonie-Gitarrenstimmen beginnt, dann härter wird und schließlich mit düsterem Riffing endet oder das mit siebeneinhalb Minuten längste Stück „A Song As The Sun“, bei dem der Flanger ausgepackt wird, welcher dann schön den kompletten Song untermalt.

Dass die drei Jungs Humor haben, beweisen sie außerdem – das suggeriert ja schon der Bandname. Ob es tatsächlich damit zu hat, dass ein „kleiner Bastard“ aus Schweinerock und Alternative geboren wurde, wie im beiliegenden Infoblatt angedeutet?... Egal, es ist jedenfalls nicht nur das, sondern auch zum Beispiel das Intro „Kaffeekränzchen“, ein Titel wie „Pills For Ills“ und – ganz besonders schön – der Anti-Nazi-Song „Be(at) Somebody“: „not only beat somebody, not only streak somebody, I wanna beat a nazi“.

Normalerweise ist Alternative nicht unbedingt meine Musikrichtung (weswegen es mir auch schwerfällt, großartig Vergleiche mit anderen Bands zu ziehen), aber die Mucke hier weiß zu gefallen. Die Band agiert stets abwechslungsreich und egal, ob die Songs lang oder kurz, simpel oder anspruchsvoller sind, sie sind in erster Linie gut geschrieben. Man merkt, dass hier keine Anfänger spielen, sondern Musiker, die was vom Songwriting verstehen.

Die Produktion ist ebenfalls hörenswert, genauso wie die hin und wieder fast schon an David Bowie erinnernde, recht tief gelagerte Stimme von Marcel Lappert. Da Little Bastard laut Infozettel momentan auf der Suche nach Labels, Vertriebspartnern und Konzertgelegenheiten sind, kann man Plattenfirmen und Clubbesitzern nur raten, zuzuschlagen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann