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Liquid Grey: Grey Matter

Grau in Grau? – Hier nicht!
Wertung: 8/10
Genre: Gothic / Wave Rock
Spielzeit: 58:45
Release: 21.10.2011
Label: Echozone / Sony

Das Ein-Mann-Projekt Liquid Grey kommt mit dem Album „Grey Matter“ in die Läden. Als Goth Rock für Highways wird die Musik vom Plattenlabel bezeichnet. Das sollte man sich einmal ansehen.

Das Cover vermittelt keinen besonderen ersten Eindruck. Gut, es erstrahlt in allerlei möglichen Grautönen. Das ist aber auch schon alles, was einen Bezug zum Künstler herstellt.

Landet die Scheibe erst einmal im Abspielgerät, dann muss man sich zuallererst mit den Synthie-Drums auseinandersetzen. Diese klingen im ersten Song extrastark nach Plastik, was den einen oder anderen Hörer bestimmt verschreckt. Wer mit diesem Sound klarkommt, der kann auch Gefallen an der restlichen Platte finden. Ist man erst einmal auf den Sound von Liquid Grey eingestimmt, so entpuppen sich die Songs schnell als eingängige, melodiöse Rocknummern mit einer gehörigen Portion Melancholie. Daran ist auch maßgeblich die Stimme von Herrn Grey beteiligt. Mit seiner tiefen, aber samtenen Singweise fügt der Protagonist den Songs das gewisse Flair zu.  

Die Musikstücke bewegen sich fast ausschließlich im Midtempo-Bereich. Mit ihrer Getragenheit wirken sie aufregend und beruhigend zugleich. Lieder wie „Red“ oder auch das gleich darauffolgende „In Black“ strahlen eine gewisse verzweifelte Begeisterung aus - eine interessante Stimmung. 

Doch es gibt auch Durchhänger auf „Grey Matter“. „Darkened Skies“ zum Beispiel bietet zwar eine ausgefeilte und überzeugende Atmosphäre, aber trotzdem wirkt das Lied viel zu langatmig und monoton. Die Monotonie ist ein gutes Stichwort, sie schleicht sich nämlich immer wieder ein. Meist merkt man zu Beginn gar nicht so recht, was denn jetzt gerade nicht stimmt. Wenn aber die Phasen zu lange dauern, dann trifft einen die Erkenntnis wie ein Blitz. Erfreulicherweise passiert das aber nicht zu oft. Die meisten Songs kann man gut hören und viele haben nicht nur eine schöne Melodie und eine gute Stimme, sondern auch noch coole Gitarrenläufe und Soli - „From Dusk To Dawn“ ist hier ein gutes Beispiel. 

Großartige Experimente gibt es nicht. Herr Grey verlässt sich auf das, was er kann. Und das ist guter Gothic Rock, der manchmal an die Achtziger, manchmal an die Neunziger und manchmal auch ganz konkret an Filme wie zum Beispiel „The Crow“ erinnert. Es handelt sich um schöne, stimmungsvolle Musik, die jetzt weniger zum Tanzen oder zum Kopfschütteln, aber zum Genießen gemacht ist. „Grey Matter“ liefert eine knappe Stunde gelungener, wenn auch nicht zu 100 Prozent überzeugender, Unterhaltung. Allerdings überwiegen die interessanten und schönen Merkmale um ein Vielfaches die schlechten. 

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