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Limbonic Art: Phantasmagoria

Düster und dämonisch – eintönig und einfallslos
Wertung: 5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 71:10
Release: 24.05.2010
Label: Nocturnal Art Production / Candlelight Records

Auf viele Bandmitglieder wurde bei Limbonic Art noch nie viel Wert gelegt. Wen wundert es da, dass die Band inzwischen nur noch aus Gründer Daemon besteht. Dementsprechend wurde auch das neueste Album „Phantasmagoria“ im Alleingang aufgenommen. Das Album kann klangtechnisch dem Black Metal zugesprochen werden. Aber wen wundert auch das:  Nach zwölf Jahren Bandgeschichte im Black-Metal-Bereich dürfte es eher sehr verwunderlich sein, wenn Limbonic Art von ihren Wurzeln abrücken würde.

Mal abgesehen von dem Titel „Phantasmagoria“, der die Wahl des schlechtesten Titels des Jahres 2010 erleichtern dürfte, sieht die CD auf den ersten Blick sehr gelungen aus. Das Artwork wirkt interessant, bedrohlich und vor allem überraschend modern. Der Ursprung des Titels ist allerdings fragwürdig. Ob er nun auf das Horror-PC-Spiel von Sierra, das Filmprojekt von Marilyn Manson oder die Visual-Kei-Band Bezug nimmt: Klingt doch alles ziemlich albern. Am ehesten passt da wohl noch das griechische Wort für „Trugbild“, obwohl daraus auch kein klarer Kontext erschlossen werden kann. Eins steht aber fest: Bei diesem Buchstabengewimmel guckt man zweimal hin, um es flüssig lesen zu können.

Vielleicht um diesem Phänomen entgegen zu gehen, schrieb Daemon den Prologue, der neben einem gelungenen, düsteren und dämonischen Auftakt leider auch ständige Wiederholungen des Wortes „Phantasmagoria“ zum Album beisteuert. Dieser Maßnahme streift zwar leicht die Nervgrenze, aber danach kann man den Titel wenigstens, was natürlich auch nicht verachtet werden sollte.

Insgesamt gefällt der Sound des Albums leider nicht so gut. Musikalisch präsentiert das Album zwar schön düsteren Black Metal, der Klang ist aber sehr flach. Die elektronischen Gitarren machen ihrem Namen hier alle Ehre und auch der seelenlos knüppelnde Drum-Computer reißt, wie generell auch in keiner anderen Band, nichts Großartiges.

Dafür weiß aber die umso menschlichere (oder sollte ich besser sagen dämonischere) Stimme umso mehr zu überzeugen. Sein Kreischen und Schreien wirkt so verzehrend und bösartig, dass sein Künstlername „Daemon“ zunehmend verdient klingt.

Die Songs auf „Phantasmagoria“ geben im Grunde einen sehr soliden Black Metal ab. Ihre Grundlage ist dabei meist ein schneller Rhythmus, auf dem dann die E-Gitarre zu düsteren Keyboard-Melodien schrammeln. Besonders Gefallen gefundenhat dabei der Song „Curse Of The Nercormancer“, der durch seine Wildheit und Authentizität wie auch seine Keyboard-Melodien überzeugt. Auch „Prophetic Dreams” sollte Beachtung geschenkt werden, dass es sich durch seine interessanten Rhythmik-Breaks von der Gesamtheit des Albums absetzt. 

Leider finden sich aber auch viele Songs, die weniger zu begeistern wissen. „Portal Of The Unknown“ klingt auf Dauer einfach nur eintönig und seelenlos und repräsentiert dadurch die andere Seite des Albums. „Apocalyptic Manifestation” klingt beispielsweise nach total rohem und extremen Black Metal, entpuppt sich aber nach einer Weile einfach als anstrengendes Gedresche. 

Insgesamt hat dieses Album nichts, was den Hörer wirklich gefangen nimmt. Vermutlich steuert aber besonders der oberflächliche Sound einen gehörigen Anteil dazu bei. Davon abgesehen wirkt „Phantasmagoria“ aber simpel gesagt auch einfach einfallslos.
Es bleibt die Vermutung, dass die zwischenzeitliche Trennung der Band im Jahr 2003 „aus Mangel an Ideen“ vielleicht nicht ganz unberechtigt war.

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