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Like Moths To Flames: When We Don't Exist

Unstimmiger Sound und fehlende Individualität
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 32:28
Release: 11.11.2011
Label: Nuclear Blast

Like Moths To Flames mögen hierzulande noch recht unbekannt sein, dennoch prangt ihr Name schon neben Größen wie As Blood Runs Black, mit denen sie die diesjährige "Thrash And Burn"-Tour bedienten. Pünktlich zur fünften, närrischen Jahreszeit hauen die Jungspunde jetzt ihr erstes Full-Length-Album mit dem Namen "When We Don't Exist" heraus. Sänger Chris Roetter dürfte einigen schon durch seine Auftritte bei Emarosa bekannt sein, wo er jetzt, so ganz unter uns, durch einen weit weniger fähigen Sänger ausgetauscht wurde, aber das nur am Rande. Fakt ist, dass LMTF sich bei Nuclear Blast eingenistet haben und sich dort in guter Gesellschaft von beispielsweise Texas In July oder We Came As Romans befinden.

Nun hat "When We Don't Exist" zwei grundsätzlich verschiedene Seiten: Einerseits sind die Musiker technisch extrem versiert, beherrschen ihr Handwerk und haben einen vielseitigen und absolut genialen Sänger in ihrer Mitte. Andererseits klingt die Platte aber, wie man das von NB-Bands öfter mal erlebt, verdammt überproduziert und eine ganze Spur zu glatt. Es sieht außerdem ein bisschen so aus, als hätte man sich von allen bekannten Metalcore-Bands mal einige Zutaten zusammengeklaut: A Day To Remember, WCAR, Texas In July, The Devil Wears Prada, In Fear And Faith, ... Es kommen einem Vergleiche noch und nöcher in den Sinn, die zwar alle für die technische Qualität der Band sprechen, nicht aber für ihren Individualismus.

Jetzt muss man den Jungs natürlich zugute halten, dass das Metalcore-Genre allmählich ohnehin an die Grenzen des Möglichen gelangt, wenn man sich nicht allzu weit in andere Genrebezeichnungen hineinlehnen will. Da kann einen die Inspiration, etwas einigermaßen Neues zu erschaffen, schon mal verlassen. Erst recht, wenn man sich beim Labelriesen Nuclear Blast in relativer Sicherheit wiegen kann. Womit wir aber noch mal zum Sound zurückkommen müssen, denn der fällt einem schon beim Opener "The Worst In Me" ins Auge beziehungsweise Ohr: Da fehlt der Wumms beim Schlagzeug und auch die Gitarren klingen eine Winzigkeit zu kraftlos, als dass man vor Begeisterung ins Sabbern geraten könnte. Chris schreit sich in trauter Zweisamkeit mit den Instrumenten die Seele raus und untermauert dabei seinen persönlichen Sänger-Status, den er schon bei Emarosa innehatte.

Den ersten richtig geilen Song stellt dann "You Won't Be Missed" dar, das schon mit noch etwas zaghaften Breakdowns beginnt; auch hier merkt man deutlich, dass der Sound so nicht richtig passt, aber die Dynamik kommt auch so ganz gut rüber, und als dann die schnelleren Gitarren einsetzen und die Shouts übereinander gelegt werden, hat man ganz klar den ersten Anspieltipp, zumal auch der klare Gesang wirklich gut klingt und sich optimal ins Gesamtbild einfügt. "My Own Grave" ist dann so ein Song, der eigentlich ordentlich knallen müsste, aber irgendwie nicht richtig aus dem Quark kommen will. Keine Ahnung, ob die Gitarren einfach zu schleppend oder die Breakdowns schlicht falsch getimt sind, aber der Track kann nur in den klaren Gesangpassagen überzeugen und auch da muss man sich schon sehr zusammenreißen, um keine Pop-Punk-Vergleiche zu ziehen.

Arg viele Highlights haben Like Moths To Flames dann eh nicht mehr in petto: "Something To Live For" versprüht zumindest noch mal einen Hauch Power, auch wenn die aggressiven Breaks zu gewollt klingen, "Real Talk" geht dann eigentlich genauso los, mit dem Unterschied, dass es dann mit ein wenig mehr Tempo weitergeht und erst mit dem allerletzten Versuch "Praise Feeder" kommt noch mal Stimmung auf, doch auch hier fehlt der sprichwörtliche Funke, der überspringen sollte.

Alles in allem ist die Platte technisch gut gemacht, leider fehlt es aber an allen Ecken und Enden an Herz und Seele und außerdem ist der Sound irgendwie suppig, was wahrscheinlich auch auf den drei Bonustracks, die uns nicht vorliegen, nicht viel besser sein wird. Schade, denn das Genre braucht definitiv mehr neue frische Bands, die Experimente wagen. "When We Don't Exist" ist da fast schon ein Schritt in die falsche Richtung.

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