Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Light Your Anchor: Peter Pan Syndrome

Da hätte wesentlich mehr passieren müssen
Wertung: 4/10
Genre: Melodic Hardcore, Poppunk
Spielzeit: 17:39
Release: 16.03.2012
Label: Acuity.Music/Let It Burn Records

Lassen wir die neue Light Your Anchor-Platte “Peter Pan Syndrome” doch anlaufen und erfreuen uns der ersten Takte, die auf ein sommerlich frisches Album schließen lassen. Ausnahmsweise passt auch das Wetter draußen zur Stimmung, strahlender Sonnenschein und Poppunk hebt eben die Stimmung – bis der Gesang einsetzt zumindest. Andererseits: Die Shouts haben es dann wieder in sich. Wie soll man denn daraus schlau werden?

Man sieht, der erste Eindruck verwirrt und regt die Gemüter auf. Als Melodic Hardcore wurde die Hamburger Truppe angepriesen, die erst seit einem guten Jahr existiert und jetzt bereits ihr Debüt via dem Let-It-Burn-Ausläufer Acuity.Music auf den übersättigten Markt werfen darf – Respekt erst einmal dafür, so einen Deal kriegt man schließlich nicht alle Tage. Da dürfte die Truppe sich vor Begeisterung ins Höschen gemacht haben.

Selbiges begeistertes Einnässen erfährt man leider nicht unbedingt, wenn man sich „Peter Pan Syndrome“ so anhört. Der Titel ist an sich schon cool, geht es doch um den Widerwillen, erwachsen zu werden und den Wunsch, sich seine kindliche Seite zu bewahren. Dass die Vier ihr Erstlingswerk nicht alleine bestreiten, war abzusehen – mit Steve Rawles von Belvedere beziehungsweise This Is A Standoff, und A Traitor Like Judas-Fronter Jasper haben sich gleich zwei prominente Gastsänger eingefunden.

Apropos Gesang: Obwohl weder Sänger Thomas noch Drummer Daniel, der auch vokalistisch mithilft, wirklich schlecht klingen, fragt man sich doch des Öfteren, warum ein Label wie Let It Burn Records kein größeres Augenmerk auf die Postproduktion gelegt hat. Hätte man noch ein bisschen an den klaren Vocals geschliffen, hätte man sicherlich noch ein oder zwei Bewertungspunkte raus schinden können, denn von Zeit zu Zeit klingen selbige leider doch eher schief und wenig überzeugend.

Also noch mal von vorne: Der Opener und Titeltrack startet als klassischer Melodic Hardcore, den man sich nicht unbedingt anhören muss, bis auf die Screams. Bei „Try To Speak Out“ gesellst sich wie gesagt Jasper dazu, der Song an sich ist in keinem Fall schlecht, bietet aber auch nicht unbedingt viel Neues. Galoppierende Drums und deftige Shouts sind hier die Highlights, der klare Gesang klingt aber auch hier viel zu dünn und ist zu weit in den Hintergrund gerutscht.

„Never Back Down“ tritt ein bisschen in die Fußstapfen des Old School Melodic Hardcore, was dem Song wirklich gut steht. Vielleicht fällt der Track gerade so aus, weil hier Steve Rawles mitmischt, aber irgendwie passt auf einmal auch der klare Gesang ganz gut dazu, zumal der Refrain den Track zum echten Ohrwurm macht.

„One Life One Chance“ schließt sich ziemlich nahtlos an und auch hier wird zumindest zu Anfang im Stil der alten Schule vorwärtsgetrommelt. Man wird aber das Gefühl nicht los, dass hier noch mehr drin gewesen wäre – wie eigentlich bei der kompletten Scheibe. Zwar hauen die Jungs auf diesem Track ein paar nette Breakdowns raus, aber „nett“ ist ja bekanntlich nicht das größte Kompliment. Auch das finale „Set Your Sails“ kann die Bewertungskurve nicht mehr nach oben ziehen, dafür ist der Song einfach zu berechenbar, obwohl im letzten Drittel ordentlich drauflos gekeift wird.

Das mag jetzt wie der typische Metaller-Spruch klingen, aber ein bisschen mehr Härte hätte den Nordlichtern sicherlich sehr gut getan. Die Phasen, in denen fein geschrien und gekeift wird, erweisen sich als Glanzmomente, der restliche Gesang wie leider auch ein Großteil der Instrumentalpassagen ist inzwischen schon hundertfach besser und einfallsreicher von anderen Combos verwurstet worden. Das ist an sich schade, denn aus „Peter Pan Syndrome“ hätte man mit etwas mehr Schmackes sicherlich mehr machen können.

comments powered by Disqus