Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Light This City: Stormchaser

Mögen sie doch die ganze Welt erleuchten
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 50:07
Release: 30.01.2009
Label: Prosthetic Records / Soulfood

Light This City. Ich verfluche mich gerade selbst, weil ich die letzten Jahre anscheinend blind (und taub) an dieser Band vorbeigestolpert bin. Und jetzt, nach der Auflösung im Jahre 2008 halte ich deren letztes „Vermächtnis“ namens „Stormchaser“ in den Händen.

Nach sechs Jahren, drei Studioalben und unermüdlichem Touren hatte sich die Truppe um Shouterin Laura Nichol im vergangenen Jahr dazu entschlossen, 2009 ihr viertes und letztes Monster auf die Menschheit loszulassen. Und die langjährige Erfahrung ist deutlich zu spüren: Light This City liefern auf „Stormchaser“ brillianten Melodic-Death-Metal mit zahlreichen Ausflügen in Thrash-, Metalcore- und auch Hardcore-Gefilde.

Schon der Titelsong glänzt mit eingängigen Melodien und wunderbar thrashigen Riffs. Auch die Blastpassage bleibt dank Frau Sängerin, die mich trotz des Stilunterschieds immer wieder an Walls Of Jericho-Röhre Candance erinnert, und der melodiösen Gitarrenarbeit gut im Ohr. Zum Ende des Songs rundet ein sehr gelungenes Gitarrensolo das Ganze noch ab.

Bei „Fragile Heroes“ geht es schon härter zur Sache, Shouterin Laura wechselt gekonnt zwischen Screams und Growls, während auch immer häufiger Blasts zum Einsatz kommen. Am Schluss folgt sogar noch ein Moshpart, um auch die Core-Einflüsse nicht zu kurz kommen zu lassen. „The Anhedonia Epidemic“ startet mit einem Metalcore-beinflussten Part ganz im Stil von As I Lay Dying & Co. und, nun ja, Schweden lässt grüßen. Der Refrain wird von einem hervorragenden, catchy Gitarrenriff untermalt, insgesamt klar einer der Top-Songs dieser Scheibe.

Der Thrash-Vorschlaghammer kommt bei „Firehaven“ erfolgreich zum Einsatz. Unterstützung bekommen sie dabei von Testament-Schreihals Chuck Billy.

Nach „The Collector, Part 1: Muse”, welches ebenfalls eher thrashiger gehalten ist, folgt mit Nummer 2 ein weiterer Höhepunkt der CD. Zum Schluss feuern Light This City hier noch einmal einen astreinen, angepissten Hardcore-Part raus, der es wirklich in sich hat. In beiden Songs lässt sich Shouterin Laura über den Trend der immer brutaleren Gore-Lyrics aus, wenn ich Zeilen wie „Written not by a bloodthirsty man, but a shock-hungry trend“ richtig interpretiere.

Mit der Qualität des vorrausgegangenen Songs, allerdings wieder mit leicht verändertem Stil, geht es mit „A Desperate Resolution“ weiter, das durch nahezu perfektes Songwriting glänzen kann. „Wake Me At Sunset“ zeigt klare Parallelen zu Iron Maiden und Konsorten. Auch wenn der Song nicht an „The Anhedonia Epidemic“ oder  „A Desperate Resolution“ herankommt, muss hier noch einmal ausdrücklich gelobt werden, dass während der ganzen Scheibe absolut keine Langweile aufkommt, weil jeder der Songs eine ganze eigene Note hat.

Auch die folgenden Songs namens „Bridge To Cross“ und „Sand And Snow“ setzen auf die Mischung zwischen Thrash und melodischem Death Metal, mit Blastbeats und Soli garniert: einfach frisch und lecker. Und definitiv knackiger als so manches junge Gemüse in der Szene. Beim Schlusstrack „Self Portrait“ wird noch einmal alles Potenzial ausgeschöpft, da wird geshreddet, geblastet und mit pfeilschnellen Riffs um sich geschossen, nur um den Zuhörer dann wieder mit zuckersüßen Melodien in den siebten Himmel zu erheben. Grandioses Finale.

Light This City haben sich mit „Stormchaser“ definitiv einen würdigen Abgang bereitet, so bedauernswert es auch sein mag. Dafür haben sie sich noch einmal allerlei Prominenz ins Boot geholt, neben den Gastauftritten von Chuck Billy (Testament) und John Strachan (The Funeral Pyre) unter anderem Kristian Wahlin fürs Artwork (u.a. auch für The Black Dahlia Murder) und Zach Ohren (All Shall Perish, Embrace The End), der auch hier bei der Produktion wieder ganze Arbeit geleistet hat. Und die Band hat es ihm direkt nachgemacht. Ausgereiftes Songwriting, abwechslungsreich, unterschiedlichste Einflüsse, das wird nie langweilig. Light This City – mich haben sie bereits erleuchtet –, mögen sie doch bitte auch den Rest der Welt erhellen.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna