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Light Pupil Dilate: Snake Wine

Schwere Kost
Wertung: 4.5/10
Genre: Progressive Noise Stoner Rock
Spielzeit: 42:45
Release: 08.02.2008
Label: Lifeforce Records

Ein ziemlicher Klumpen unterschiedlichster Rock und Metal Spielarten sind in der Band Light Pupil Dilate zusammengeschmolzen. Eine wirkliche Eingruppierung ist daher nicht so einfach. Die Band kombiniert harte Parts wie bei Sepultura mit progressivem Zeug á la Yes, ohne dabei auf Zutaten wie Hardcore, Punk, Doom und Stoner Rock zu verzichten. Herausgekommen ist eine recht eigenwillige Mischung.

Der Opener „Prana“ startet erstmal mit energischem Drumming, um dann mit aller Macht ein bisschen Melodie in die Sache zu bringen. Bassist Mike Chvasta teilt sich die Vocals mit Gitarrist Eric Searle. Irgendwie weiß man nie so recht, was da nun kommen mag, zu undurchsichtig ist das Material, welches trotzdem mit einer gehörigen Menge Power daherkommt.

„Twinkly“ ist da noch kompromissloser. Ständig werden die Melodien und Tempi gewechselt. Man kommt auch als Hörer nie zur Ruhe, aber irgendwie reißt mich das ganze nicht mit. Dass ich auch recht abstruse Musik mag, liegt auf Grund meiner Verehrung für Mekong Delta auf der Hand, aber hier erkenne ich das Ziel nicht.

„Poly Viral“ erscheint wie ein Sturm der Sänger, der mit unterschiedlichen Attacken der Instrumente verziert wurde. Ein musikalisches Durcheinander, welches vielleicht auch ein wenig darunter leidet, dass nur drei Musiker zugegen sind. Denn mit einem zweiten Gitarristen könnte man noch differenzierter zu Werke gehen. So wird kräftig auf die Instrumente eingehämmert und immer wieder im Schleuderkurs das Songgefüge kräftig durchgeschüttelt.

„Big Open“ beginnt da fast schon eingängig. Die gelungene Gitarre gibt den Ton an, unterstützt von den Bass- und Drumattacken seiner Mitstreiter, dazu ein fast schon etwas gelangweilt klingender Gesang. Dann flogt nach langer Zeit ein brachiales Break und es geht durcheinander. Nach kurzer Zeit findet man dann aber wieder in den Ursprungssong und zertrümmert jeden Glauben an Eingängigkeit in der Mucke von Light Pupil Dilate.

„Selfless“ bleibt bei dem kräftigen Stoner Rock Mischmasch. Vielleicht würde ein besserer Sänger auch schon einiges rausreißen. Beide Stimmen hören sich recht gewöhnlich an. Quasi wie vom Jungen nebenan, der eigentlich gerne melodischen Hardrock singen würde, dabei aber wegen seiner Stimme nur ausgelacht wird. Einzelne Passagen klingen gut, aber das Gesamtkonstrukt weiß nicht zu überzeugen.

„Phlebtis“ hämmert erstmal los, bevor etwas Ruhe eintritt. Dann entwickelt sich der Song wieder, bevor richtig garstig die Vocals rausgebrüllt werden. Dass man bei „Shower Me With Your Love“ keine Ballade zu erwarten hat, dürfte schon jedem klar sein. Aber hier geht es stellenweise über in Richtung Noisecore. Disharmonisch und zerstückelt wird hier einfach dem Krach gefrönt. Nee, also wirklich, das ist zu viel des Schlechten für mich.

„Boundary Dissolution“ gerät da dann wieder etwas erträglicher. Aber so wirklich überzeugen kann mich der schlechte Gesang und die auf Power rockenden Gitarren nicht wirklich. Einzelne Fragmente kommen richtig gut an, werden aber im nächsten Moment wieder von anderen Parts niedergeknüppelt. Und das liegt sicher nicht an Drummer Michael Green.

Im Tieftonbereich beginnt der letzte Song „Dive“. Ein Song, bei dem doch eher Maß gehalten wird. Außerdem bemüht man sich hier mal, deutlich hörbar halbwegs vernünftige Vocals hinzubekommen. Verzeihen werden dann auch die „Gas geben“ Passagen, welche aber nicht so zerhackt rüberkommen wie sonst bei LPD. Ist okay, der Song, spiegelt zwar bei weitem nicht wieder, welche Musik die Band spielt, aber trotzdem ist dies meiner Meinung nach der beste Song des Albums.

Fazit: Schwere Kost für Leute, die Musik auch nach 10 Durchgängen komplett verstanden haben. Prog orientierte Noisecore Alternative Fans sollten ruhig mal in die Scheibe reinhören, bei mir wird sie relativ schnell Staub ansetzen.

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