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Life's Decay: Lysselia

Guter Eindruck
Wertung: 7/10
Genre: Dark Experimental Sounds
Spielzeit: 62:38
Release: 06.06.2006
Label: Eigenproduktion

Life´s Decay nennt sich das im Jahre 2003 in Paris gegründete „Dark Experimental Sounds“ - Projekt von Multitalent Lyktwasst. Unterstützt wird er hierbei von Alea, die sich für den alleinigen Gesangspart und die kompletten Lyriks verantwortlich zeigt.

Den Sound von Life´s Decay zu beschreiben erweist sich als nicht einfaches Unterfangen. Am ehesten lässt sich ein - auf der Hand liegender - Vergleich zu Philippe Fichot´s Kunst- und Avantgarde Elektroprojekt Die Form ausmachen. Denn auch wie beim Landsmann Fichot erweist sich Kreativkopf Lyktwasst als Tausendsassa: So zeigt er sich nicht nur für die gesamte Produktion (Aufnahme, Mastering, Fotos und Artwork) des mittlerweile dritten Longplayers verantwortlich, sondern er spielte auch selbst ALLE Instrumente im Studio selbst ein.

Die nächste Überschneidung zu Die Form ist der recht kalte, unnahbare und expressionistische Sound des Duos. Ob nun elektronische Klänge der subtilen Sorte, schwere Glockenschläge oder unheilvolle, organische Violinenklänge: Das Gesamtkonzept von “Lysselia“ ist sehr extravagant, kühl und distanziert gehalten. Alea´s französischer Sprachgesang erklingt zwar recht hell, aber „wärmend“ wirkt er deswegen noch lange nicht...

Das Album hält sein eingeschlagenes, sphärisches Minimaltempo von der ersten bis zur letzten Minute konsequent durch. Zwar eröffnet jeder Titel auf “Lysselia“ seine eigene, kleine und bedrohliche Welt, aber schon auf Grund der vorhandenen Sprachbarriere läßt sich ein Klassifizieren der insgesamt 12 Songs nur schwerlich (bis gar nicht) durchführen. Leider gibt es auch in dem recht kunstvoll gestalteten Booklet keine abgedruckten Liedertexte zum nachlesen... Aber wenn man sich die bedrückenden Schwarz/Weiss-Fotografien von leeren Großstadtstrassen und tristen Plattenbauten bei Nacht mal genauer betrachtet, kommt man nicht umher, an eine düstere, bedrückende und resignative Großstadtparabel zu denken. Zumindest würde diese Thematik perfekt zu den dargebotenen Klängen und Stimmungen auf “Lysselia“ passen.

Für eine Produktion in kompletter Eigenregie macht das neuste Werk von Lyktwasst und Alea einen sehr guten und semi-professionellen Eindruck. Zu bemängeln gibt es im Grunde nicht viel an “Lysselia“. Jedenfalls ist es definitiv kein „Partyalbum“ oder dergleichen. Aber auch Liebhaber von Neo-Expressionistischen Dark Electro / Dark Wave - Klängen sollten sich etwas Zeit für dieses anspruchsvolle Album nehmen (am besten bei einer klaren und einsamen Sternennacht mit einem schönen Glas französischen Rotwein in der Hand).

Wie gerade schon indirekt erwähnt ist “Lysselia“ im Eigenvertrieb bei “Abstraktsens Production“ erschienen. Unter www.lifesdecay.com kann das Werk (sowie weitere Merchandisingprodukte) geordert werden.

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