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Life Cried: Banished Psalms

Schlicht genial
Wertung: 9.5/10
Genre: Terror EBM
Spielzeit: 45:18
Release: 19.07.2009
Label: Noitekk, COP International

Angekündigt worden war „Banished Psalms“ von Life Cried bereits vor mehr als einem Jahr, allerdings ließ der Release aus verschiedensten Gründen, seien es Mastering, Artwork und was noch alles vorbereitet werden muss, doch noch recht lange auf sich warten. Jetzt ist es allerdings endlich soweit und das Album ist, wie könnte es bei diesem bandeigenem Stil des Terror-EBMs auch anders sein, über Noitekk veröffentlicht worden. 

„Another Sacrifice“ eröffnet den Longplayer langsam und schleppend mit einigen Piano-Klängen, wuchtigen Drums und atmosphärischen Hintergrundklängen, während man immer wieder die stark verzerrten, aber dennoch verständlichen Worte „Another Sacrifice“ vernimmt. Dass dieser Song das ganze Album recht gut wiederspiegelt, wird in der zweiten Hälfte des Songs deutlich, in der das Tempo stark ansteigt, noch mehr Synthesizer-Sequenzen in das komplexe Klanggerüst einfließen und eine treibende Energie freigesetzt wird, welche die Life Cried-Songs so unwiderstehlich tanzbar macht.

Typische Tracks wie „Bloodstained“ hätten auch gut auf das Debüt-Album „Drawn + Quartered“ gepasst: Noise-Elemente mit harshen Vocals treffen auf komplexe Songstrukturen und vielschichtige, teils auch melodische Synthesizer-Einlagen. In den vergangenen drei Jahren hat Mastermind Chris seine Musik deutlich weiterentwickelt: Zum einen findet man auf dem Album neben den typischen Clubkrachern drei rein instrumentale Stücke.

„Alone“ verzückt durch einen himmlischen Piano-Lauf in Kombination mit extrem atmosphärischen Flächensounds, die an sakrale Chöre erinnern, welche derart genial zueinander passen, dass es in der Seele weh tut, dass dieses Stück bereits nach anderthalb Minuten mit einem markerschütternden, aber klasse in die Stimmung passenden Schrei endet. Ich wäre gespannt, wie solch ein Stück mit verzerrten Vocals und eventuell einigen wenigen Synthesizer-Sounds geklungen hätte; vermutlich wird man etwas Derartiges aber in Zukunft mehr von Chris‘ Nebenprojekt Thirteen Children erwarten können. Trotz einer totalen Andersartigkeit nicht minder überzeugend sind die beiden weiteren Instrumentals „Procession, Rigor Mortis“ und „Derelict“ ausgefallen.

Aber nicht nur raffinierte, kurze Instrumental-Parts gehören zu der erwähnten Weiterentwicklung, sondern auch ruhigere, harmonische, viel atmosphärischere, aber dennoch aggressive Stücke wie „More To Tarnish“. Mit einer schwer definierbaren, etwas geisterhaften Melodie beginnt das Stück, eine treibende Bassspur sowie groovende Drums folgen – alles noch im ruhigen Midtempo. Im weiteren Verlauf stoßen Flächensounds sowie die verzerrten Vocals hinzu und letztendlich erfolgt wie beim Opener ein Tempowechsel in treibendere, schnelle Gefilde.

Neben „More To Tarnish“ ist mein absoluter Favorit des Albums der Song „Solemn“. Ein langes Intro erzeugt eine drückende Stimmung, die sich vor allem in den Versen hält, aber auch in dem außergewöhnlich groovenden, von genialen Synths und verdammt guten Vocals getragenen Refrain weiter besteht.

Hat mich Life Cried mit seinem Debüt-Album zwar überzeugt, war das Projekt für mich dennoch nur eines von vielen begabten Projekten: Durchaus zwar mit Potenzial und tollen Songs gespickt, aber noch ohne das gewisse Etwas zu enthalten. Mit „Banished Psalms“ sollte es diese Band nun endgültig geschafft haben. Ein ganz eigener Wiedererkennungswert ist nicht mehr zu leugnen, das Album ist abwechslungsreich und liefert auf ganzer Strecke konstant begnadete Electro-Hymnen. Etwas schade ist nur der Umstand, dass es nach drei Jahren Pause lediglich acht neue Songs sowie drei Instrumentals auf das Album geschafft haben.


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