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Leviathan: The Aeons Torn - Beyond The Gates Of Imagination Pt. 2

Ein Schritt zu weit?
Wertung: 7,5/10
Genre: Progressive Metal, Melodic Death Metal
Spielzeit: 49:31
Release: 25.01.2013
Label: Bret Hard Records

Inzwischen sind Leviathan aus Bonn so etwas wie Stammgäste im Archiv von The-Pit.de und veröffentlichen mit „The Aeons Torn“ bereits ihr zweites Album in voller Länge – und damit auch den zweiten Teil des Konzeptalbums „Beyond The Gates of Imagination“, das die Band zuletzt deutlich progressiver als auf der Debüt-EP zeigte und die Truppe verhältnismäßig früh in ihrem Stil etablierte. Allzu schnell verlassen will das Quintett diesen Pfad natürlich nicht wieder, so dass auch „The Aeons Torn“ den Bombast-Faktor wieder hoch ansetzt und in höhere Sphären als je zuvor will.

Bevor wir uns allerdings der musikalischen Ausrichtung des Albums widmen, sei erst einmal angemerkt, dass es sich bei „The Aeons Torn“ streng genommen nicht um ein völlig neues Werk handelt. Während die ersten fünf Songs den eigentlichen zweiten Teil des Konzeptalbums ausmachen, werden die übrigens vier Tracks möglicherweise einigen Hörern bekannt vorkommen – in der Tat stammen diese von der EP „From The Desolate Inside“ und bilden hier in aufgefrischter Form den zweiten Teil der Veröffentlichung. Obwohl einige sich vermutlich ein „Beyond The Gates Of Imagination Pt. II“ in voller Länge gewünscht hätten, so ist die Qualität der vier Stücke doch nach wie vor hoch, zumal es besonders interessant ist, zu sehen, was sich bei der Band seit ihren Anfängen getan hat.

„The Crescent Moon“ leitet das Album bombastisch ein und lässt stilistisch augenblicklich Assoziationen zu den neueren Werken Ensiferums wachwerden – mächtige Gitarrenwände gehen Hand in Hand mit orchestralen Keyboard-Klängen, wohingegen am Mikrofon zwischen hohen Kreischern und klassisch angehauchtem Bariton-Gesang gewechselt wird. Durch die schleppende Ausrichtung des Songs und gesprochene Passagen erhält der Song einen gewissen Intro-Charakter, der auf die folgende Reise vorzubereiten scheint, die mit einem nahtlosen Übergang zu „The Rising Darkness“ fortgesetzt wird. In einem deutlich düstereren Ambiente legen Leviathan hier an Härte zu und setzen donnernde Blastbeats ruhigen Akustikmomenten entgegen – obwohl Variationen dieser Art keine Innovation darstellen, meistert die Band diese nichtsdestotrotz gekonnt flüssig und unaufgesetzt, was ebenso für die tolle Klavierpassage am Ende des Stückes gilt.

„The Sacred Fire“ versucht anschließend, den technischen Anspruch der Band noch einmal in aller Deutlichkeit vorzuführen – die mit Lagerfeuer-Flair ausgestatteten Akustik-Passagen bewegen sich dabei auf einem ebenso hohen Niveau wie die ausufernden Metal-Parts, wohingegen den Screams erst relativ spät Platz eingeräumt wird. Fraglos können Leviathan hier mit reichlich technischem Können punkten, nichtsdestotrotz wird das Songwriting diesem aber nicht gänzlich gerecht, denn wirklich im Ohr bleiben die oftmals zum Kitsch schielenden Melodien hier nicht und man fragt sich so manches Mal, auf welches Ziel der Song denn nun eigentlich zusteuert – zumindest der mehrstimmige Klargesang gegen Ende setzt jedoch Akzente und sorgt für einen wirkungsvollen Schluss.

Mit „The Restless Wind“ legen Leviathan die Messlatte in puncto Progressivität sogar noch ein Stück weit höher und bringen ein wildes Sammelsurium verschiedener Elemente in dem Song unter: Fröhliches Solieren trifft auf Blasinstrumente, hohen hymnischen Gesang und harte Momente, während eine plötzliche Klavier-Break zu einem wuchtigen Finale mit dramatischem Backing-Gesang überleitet – auch hier lässt die beinahe aufdringlich fröhliche Melodieführung zwischenzeitlich die Augenbrauen nach oben wandern, doch ein gewisser Reiz lässt sich der aufwändigen Struktur des Songs definitiv nicht absprechen. Den Abschluss bildet mit „Elysium“ ein eher ruhiges Stück, das mit melancholisch angehauchtem Akustik-Gitarren und ungeschliffenem Klargesang für einen gefühlvollen Ausklang des ersten Teils des Albums sorgt, wobei vor allem die mehrstimmigen Harmonien am Ende zu gefallen wissen.

Die ebenfalls auf der CD zu findende EP „From The Desolate Inside“ wurde im dazugehörigen Review auf The-Pit.de bereits ausführlich besprochen, führt aber beim anschließenden Hören deutlich vor Augen, was sich bei Leviathan getan hat – ohne Frage ist das Songwriting viel ausgefeilter geworden und die Band ist mittlerweile hervorragend aufeinander eingespielt. Auf der anderen Seite jedoch bleibt „The Aeons Torn“ nicht so sehr im Gedächtnis wie der erste Teil des Konzeptalbums und das gerade deshalb, weil die Band stellenweise einfach zu viel zu wollen scheint. Möglicherweise sind es gerade geradlinige und doch mitreißende Momente wie in „Last Laugh At My Existence“, die man auf dem zweiten Full-Length-Werk der Truppe vermisst. Trotz der manchmal zu spürenden Ziellosigkeit ist dies jedoch noch immer Kritik auf hohem Niveau, denn wer die bisherige Musik von Leviathan mochte, dem wird auch das neue Epos zwischen Progressive- und Melodic- Death-Metal gefallen, denn noch immer gehören Leviathan zu den besten der hiesigen Szene.

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