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Leviathan: From The Desolate Inside

Ein neuer Stern am Melo-Death-Himmel
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 26:03
Release: 20.10.2010
Label: Eigenproduktion

Mit Bandnamen wie Leviathan gibt es immer das gleiche Problem – so klangvoll sie auch sein mögen, gibt es doch unzählige Truppen, die sich gleich benennen, so dass stets die Gefahr besteht, unter den vielen gleichnamigen Bands unterzugehen. Im Falle der Newcomer aus der Nähe von Bonn sollten sich jedoch alle anderen unter diesem Namen firmierenden Formationen in Acht nehmen, denn was Leviathan mit „From The Desolate Inside“ präsentieren, ist für eine Debüt-EP wahrlich beeindruckend.

Das Rad erfindet die Band mit ihrer Mischung aus Melodic Death Metal und symphonischen sowie progressiven Elementen sicherlich nicht neu, selten jedoch wird dieser Cocktail so ansprechend und interessant serviert. Als erstes fallen ohne Frage die herausragenden technischen Fähigkeiten der Bandmitglieder ins Auge – insbesondere die beiden Gitarristen präsentieren Läufe und Soli, für die andere Musiker jahrelange Erfahrung benötigen. Dass auch am Schlagzeug und am Tieftöner keine halben Sachen gemacht werden, ist da fast schon selbstverständlich; ebenso beeindruckend sind die fauchenden Screams von Frontmann Jonas Reisenauer. Somit sind die Voraussetzungen für etwas komplexeres Material schon einmal gegeben, doch wie sieht es mit der Umsetzung aus? Obwohl die Band schon ein erstaunliches Händchen für starke Melodien besitzt, liegt hier die größte Schwäche der jungen Truppe – zwar überzeugen die Songs meistens in ihrer Gesamtheit, allerdings gibt es immer wieder Übergänge und Wechsel zwischen den Passagen, die man deutlich eleganter hätte lösen können.

Eröffnet wird die Vier-Track-EP mit dem vertrackten Stück „Towards The Storm“, das den Hörer beim ersten Hördurchgang geradezu erschlägt. Eingeleitet von symphonischen Klängen, die glatt einem Soundtrack entstammen könnten, gesellen sich nach einer Weile das instrumentale Fundament und die Screams hinzu, wobei schon nach kurzer Zeit ein sehr hohes Tempo erreicht wird. Vor allem die ausgefeilten Lead-Gitarren-Melodien wissen zu überzeugen und unterstützen den epischen Charakter des Stückes, in das auch einige folkige Zwischenspiele eingestreut sind. Was beim ersten Hördurchgang noch nicht ersichtlich ist, wird bei genauerem Hinhören umso deutlicher: Wirken die zahllosen Tempowechsel anfangs noch reibungslos, fallen nach einer Weile einige Ungereimtheiten auf, die den Spielfluss zwar nicht maßgeblich beeinflussen, sich aber auf lange Sicht als kleine Stolpersteine erweisen.

„When Only Despair Remains“ knüpft nahtlos an die erhabenen Melodien des ersten Songs an, während „Last Laugh At My Existence“ eher in der Tradition des klassischen Melo Death á la alte In Flames steht und mit einigen irrwitzigen Soli aufwartet. Auch bei diesen Stücken ist der Songaufbau zwar durchaus interessant, wird jedoch immer wieder durch einige etwas konfuse Wechsel geschmälert. Zum Abschluss wagen sich Leviathan noch an das achtminütige Epos „A Symphony For No Tomorrow“, das ein weiteres Mal das Potential der Band in puncto Songwriting demonstriert. Orchestrale Einflüsse treffen auf Wechsel zwischen brachialen und melodischen Passagen mit filigranem Lead-Gitarren-Einsatz, immer wieder unterbrochen von melancholischen Piano-Melodien und einer Fülle an halsbrecherischen Soli.

Auch wenn bei den vertrackten Songs der Debüt-EP nicht jeder Wechsel zwischen den einzelnen Passagen problemlos über die Bühne geht, so hat man hier doch einen der, wenn nicht sogar den vielversprechendsten Newcomer dieses Genres in diesem Jahr vor sich, denn so frisch und energetisch klang schon lange keine Truppe mehr aus diesem Bereich. Mitreißende und stimmige Melodien, für die andere Bands lange tüfteln müssen, scheinen Leviathan einfach zuzufallen und dank der beeindruckenden Fähigkeiten der Musiker können diese auch noch ansprechend verpackt werden. Sollte die Band die Songstrukturen noch ein wenig perfektionieren können und die Tempowechsel auf kommenden Veröffentlichungen stimmiger klingen lassen, wird möglicherweise bald ein neuer Herausforderer zum Sturm auf die Spitze des Melodic Death Metal ansetzen.

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