Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Level-C: Level-C

Eine positive Mogelpackung
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Power Thrash Metal Rock
Spielzeit: 38:18
Release: 11.07.2008
Label: Locomotive Records

Aha, ´ne Schweinerockcombo, wahrscheinlich aus Deutschland, denke ich, als ich die Promo zu sehen bekomme. Ein nackter Frauenoberkörper ist dort gezeichnet. Nun gut, es ist Partytime. Promoblatt genommen, äh wie jetzt, Level-C sind vier Frauen. „Och ne, warum ich?“ denke ich mir. Wird mal wieder so ne „juchhu, ich hab jetzt seit zwei Wochen ein Instrument und wir haben jetzt ´ne CD aufgenommen“-Geschichte sein. Da die Mucke nicht reicht, um irgendwelche positiven Gefühle zu erzeugen, hauen wir mal ´nen leicht erotisierendes Cover raus, dann wird sich das softe radiotaugliche Gedudel schon an einige pickelige Schüler verkaufen. Dazu das leicht defizite Geklimper mit recht wenig Talent.

Aber es hilft ja nichts, also CD rein in den Player und auf den Barbierock gewartet. Der kommt aber nicht, anstelle dessen hämmern einem erstmal die Gitarren um die Ohren und eine Stimme schreit recht tieftönig die erste Textzeile. Wow, falsche CD oder was, nee, das sind Level-C. Kräftig daherhämmernd kommen die vier Mädels aus Cleveland daher. Wie ein ziemlich gereizter Tiger faucht Christine Maynard ihre Lyrics raus. Powervoll wird sie von der starken Gitarre unterstützt. Nee, Radiorock oder irgendetwas Halbgares ist das sicher nicht. Irgendwo im trägen Thrash Metal verankert, gesellt sich kräftiger Heavy Rock hinzu. „Ignite Us“ lädt von der ersten Sekunde, nach Verfliegen der Verwunderung zum Headbangen ein.

Mit gehörig Groove wartet dann „Relax“ auf. Im gemäßigterem Tempo sorgt man für Nackenmuskulaturerwärmung. Stellenweise hört man eigentlich nicht wirklich raus, dass Christine `ne Frau ist, zu kräftig und rauh schreit sie ihre Textzeilen zeitweise heraus. Dazu das perfekte, aggressive Einschlagen von Drummerin Misty Everson auf ihre Felle. Stark und gut zum langsamen Mitbangen. Irgendwo schwingt auch eine kleine Prise NU-Metal mit. Vom Powerlevel kommt man zwar nicht an Pantera ran, aber die Richtung stimmt schonmal, was natürlich auch ein Verdienst der extrem tief gestimmten Gitarre ist.

„Fly“ beginnt eher im cleanen Bereich der Vocals. Eine schöne Melodie wird erzeugt und man bangt in Slowmotion, ohne allerdings einen größeren Kraftverlust in der Musik auszumachen. Stark, wie die Band hier zeigt, dass sie auch etwas gezähmter vorgehen kann.

Quietschend beginnt der Song „No Control“, bevor mit Metalcore Einschlag dem Hörer klar gemacht wird, dass man es ruhig versuchen kann, die Mädels unter Kontrolle zu bringen. Nee, nee, das dürfen Raubtierdompteure versuchen, denn irgendwie erinnert mich das Quartett an Löwinnen. Es wird viel Zeit mit niedrigem Blutdruck verbracht, aber wenn es auf die Jagd geht, dann wird Adrenalin pur durch die Venen geschossen und es gibt keinerlei Erbarmen für die Opfer. Ein kräftiger imponierender Stampfer, der Song!

„Chain Reaction“ nimmt dann deutlich mehr Fahrt auf, obwohl es auch gemäßigtere Geschwindigkeitsstufen gibt. Der Bass von Janean Marie Buch brummelt richtig fett durch den Song und weiß mit der exzellent variabel gespielten tiefstimmigen Gitarre ein wahres Powerfest abzufeiern.

„Back To My“ kann den hohen Level nicht ganz halten, weiß aber trotzdem die Nackenmuskulatur zu stimulieren. Irgendwo entwickelt sich der Song trotzdem zu einem Kunstwerk. Die filigran herausgearbeiteten Drums bestimmen und lenken in den ruhigeren Passagen deutlich den Sound. Hier wird nicht stupide auf einer oder zwei Ideen rumgeritten; nein, hier wird viel Kreativität eingesetzt und so Einfallsreichtum präsentiert.

„Blackout“ ist allerdings alles andere als ein musikalischer Blackout. Das Tempo wird nur geringfügig angezogen, aber die teilweise etwas sirenenhaften Gitarren verstärken den Songnamen. Cool, auch wenn hier ein paar Übergänge in andere Musikpassagen etwas abrupt erscheinen. Live sicherlich ein richtiger Kracher, irgendwie schrill, heavy und ein bisschen verrückt, aber richtig gut.

Kräftig und leicht bedrohlich werden die ersten Töne von Bassistin Janean Marie Buch und Drummerin Misty Everson intoniert. Und irgendwie hat man den Eindruck, als ob die Vocals noch ein wenig unter dem vorherigen „Blackout“ zu leiden haben. Ein irgendwie krasser Song, der es richtig in sich hat.

Und irgendwie scheine ich die Einleitung zu diesem Review ein wenig zu extrem geschrieben zu haben, denn nun hat es die Band auf mich abgesehen: „Suck A Fist“. Richtig modern wird hier gerockt. Irgendwie eine Mischung aus Limp Bizkit, Biohazard und Sepultura. Der Sprechgesang sorgt zwar für viel Abwechslung, aber irgendwie auch für ein bisschen Befremdung.

Schade nur, dass zum viel zu frühen Abschluss des Albums dann kein Dampfhammer kommt, sondern „Misery“. Für diese Band schon defintiv als Ballade anzusehen. Allerdings sind die ruhigen Passagen zu laut abgemischt und so geht einiges an Flair verloren, allerdings denke ich mal, wollte die Band um jeden Preis vermeiden, in die Kuschelrock Ecke gestellt zu werden. Was, nebenbei gesagt, aber auch nicht wirklich möglich wäre.

Fazit: Einer richtigen Mogelpackung bin ich hier aufgesessen, aber ich freue mich darüber. Denn erwartet habe ich eher Fastfood als Gourmetessen. Ich weiß, der Vergleich hinkt, denn die Band ist eher dreckig als fein gestriegelt. Aber auf die musikalischen Fähigkeiten bezogen passt der Vergleich dann schon. Starke Scheibe mit viel Power und Abwechslung. Schade, dass man die Band hier livehaftig wohl eher selten in Erscheinung treten sehen wird. Gerade mal 38 Minuten sind auch recht dürftig, aber trotzdem hat die Band ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt!

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna