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Letzte Instanz: Schuldig

Eine veränderte Instanz
Wertung: 9/10
Genre: Gothic Folk
Spielzeit: 50:25
Release: 27.02.2009
Label: Drakkar

Die weiße Weste des letzten Jahres ist nun befleckt: Die Letzte Instanz hat sich „Schuldig“ gemacht – komplett mit schwarzem Engel auf dem Cover. Nach ihrem akustischen Jahr zum Jubiläum gibt es nun wieder ein lautes Album.

„Schuldig“ präsentiert sich, wie schon sein regulärer Vorgänger „Wir sind Gold“, im Gothic Folk-Gewand: hartes Riffing, filigrane Streicherarbeit – die CD wartet mit 14 gut geschriebenen und energetisch aufgenommenen Songs mit teilweise sehr balladesken Texten auf.
Allerdings ist dieses Album weit härter und direkter als das angesprochene „Wir sind Gold“ und damit auch das rockigste Albun der Bandgeschichte. Die sieben Instanzen zeigen auch ihre Vielseitigkeit: so gibt es, neben experimentellen und auch Club-tauglichen Songs, auch Mainstream-taugliches Material.

„Flucht ins Glück“ etwa, ein Song, der bereits vorab als Single veröffentlicht wurde, ist ein Vertreter eben letzterer Kategorie. Basierend auf einer simplen Akkordfolge, wie sie auch in normalen Rocksongs nicht fehl am Platz wäre, bekommt der Song durch die beiden Streicher des Septetts und nicht zuletzt durch Sänger Hollys Stimme den unverkennbaren Stempel der Letzten Instanz aufgedrückt.

Doch nicht nur treibende Rocksongs gibt es auf „Schuldig“, die Band demonstriert hier auch wieder ihre Fähigkeit, Balladen – oder zumindest Halbballaden – zu schreiben: Der Text von „Traumlos“ handelt von einem Menschen, der zu schüchtern ist, um der Frau seiner Träume ein Zeichen zu geben – und sie eben deshalb verliert. Im instrumentalen Bereich wird diese tragische Geschichte vordergründig durch Muttis Stolz und Benni Cellini an den klassischen Saiten begleitet, die Rockbesetzung spielt hier nur die zweite Geige.

Auch mein persönlicher Höhepunkt des Albums, „Wann“, ist eine Ballade: Hier werden die elektrischen Instrumente – fast wie bei der Akustiktour – in der Strophe ausgeschaltet und Akustikgitarre, Streicher und Percussion/Schlagzeug übernehmen das Regiment, begleitet von einer hintergründigen Basslinie. In den Refrains bauen E-Gitarre und Bass darunter eine dichte Soundwand auf, auf der Hollys Stimme wie auf dem Meer zu schwimmen scheint, während er über die Stärke zweier Menschen philosophiert.

Alles in allem repräsentiert „Schuldig“ eine veränderte Letzte Instanz: Rockiger, experimenteller und in den Texten teilweise tiefgründiger sind die Songs des Siebeners geworden, eine Weiterentwicklung tiefer in den Gothic-Folk-Bereich, die Fans der ersten Stunde vielleicht nicht unbedingt gefallen wird – aber dennoch überzeugt.

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