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Leprous: Live At Rockefeller Music Hall

Sollte man als Fan haben, scheint allerdings nicht als Blu-ray vorzuliegen
keine Wertung
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 103:42 (Konzert) / 34:15 (Bonus)
Release: 25.11.2016
Label: InsideOut

Vier Alben haben Leprous bis dato herausgebracht – nun erstmals eine DVD mit Livematerial zu veröffentlichen, ist letztlich nur die logische Konsequenz. Nicht, um „ein Kapitel zu beenden, sondern vielmehr um zu zeigen, was aus uns geworden ist“, so Frontmann Einar Solberg zu dem Release. Die Norweger sehen sich in erster Linie als Liveband, die sich über die Jahre immer weiter entwickelt hat und für ihre Qualitäten im Konzertsaal auch immer wieder gelobt wurde. Mit dem in Oslo aufgezeichneten „Live At Rockefeller Music“ hat nun also auch jeder, der die Truppe noch nicht live bewundern konnte, die Möglichkeit, sich Leprous ins heimische Wohnzimmer zu holen.

Dass die Band darauf bedacht war, ein Produkt mit Mehrwert und nicht bloße Standardkost abzuliefern, zeigt die Tatsache, dass man sich für diese Aufzeichnung extra ein paar Schmankerl für die Fans ausgedacht hat. Die Setlist ist zwar fast identisch mit der der letzten Tour zum „The Congregation“-Album, aber ein paar Gastauftritte möbeln das Konzert zusätzlich auf. Spektakulär vor allem die Stippvisite von Ex-Drummer Tobias Ørnes Andersen, der bei einigen Stücken hinter einem zweiten Schlagzeug Platz nimmt, so geschehen bei „Foe“ (das wie auf Tour in verkürzter Variante wiedergegeben wird) , „Slave“, „Forced Entry“ und dem finalen „Contaminate Me“.

Bei letzterem geben sich mit Ihsahn – nur logisch, ist er doch Einars Schwager und hat bei dem Song damals auch schon im Studio mitgewirkt – und Violinist Håkon Aase weitere Gäste die Ehre, sodass sich hier am Ende acht Mann auf der Bühne befinden. Mit dieser Nummer legen die Musiker die Halle in Schutt und Asche und ziehen einen beeindruckenden Schlussstrich unter eine intensive Gesamtperformance. Von Anfang ist der Zuschauer mitten im Geschehen – zwar verpatzt Einar Solberg ausgerechnet das erste von vielen „Ohohos“ im Auftakt „The Flood“, ansonsten aber legt die Band einen prächtigen Auftritt hin und untermauert ihre in der Tat inzwischen imponierenden Livequalitäten. Das Ganze klingt noch etwas rauer, mit mehr Ecken und Kanten, so wie es live eben sein sollte.

Einars kleiner Wackler zu Beginn beweist außerdem auch, dass nichts nachträglich bearbeitet wurde, was selbstverständlich ebenfalls zu begrüßen ist. Der Sound ist absolut großartig, sehr differenziert und auch das Publikum ist zwischendurch gut zu hören. Die Ansagen hält der Frontmann trotz heimischer Kulisse auf Englisch, was bei einer internationalen DVD-Aufzeichnung natürlich Sinn macht, allerdings handelt es sich eh lediglich um das handelsübliche „Dankeschön“ und Konsorten.

Was das Bild betrifft, so lag der Redaktion leider nur ein vimeo-Stream mit einer Bildbreite von 640p vor, in der heutigen Zeit darf man aber wohl davon ausgehen, dass das Endprodukt mit HD aufwartet, alles andere wäre dann doch etwas enttäuschend. Die Angelegenheit ist entsprechend der Lichtshow recht dunkel gehalten, was zu der Band und ihrer beklemmenden, düsteren Musik jedoch bestens passt. Allerdings konnte ich bisher nirgendwo eine Website finden, wo „Live At Rockefeller Music“ im Blu-ray-Format angeboten wird, was schon ziemlich schwach wäre. Ansonsten kommt das Ganze als alleinige DVD, separat als 2CD- bzw. 3LP-Paket und als 2DVD+2CDs Special Edition. Kameraführung und Schnitte gehen in Ordnung, nur am Anfang wird es mit dem Schnitt mal wieder dezent übertrieben – dieses fünfmal in der Sekunde cutten ist so was von enervierend, warum das immer wieder gemacht werden muss, entzieht sich meinem Verständnis. Das ist nicht cool oder künstlerisch wertvoll, sondern einfach nur nervtötend.

Dennoch darf man alles in allem eine klare Empfehlung aussprechen. Die Band ist in Topform, agiert tight und kann das Publikum mitreißen. Manch einer hätte sich vielleicht noch etwas mehr altes Material der ersten zwei Alben gewünscht, als Leprous noch abgefahrener agierten, die Setlist ist so aber dafür sehr stimmig. Man muss außerdem natürlich auf Einars Art zu singen und seine Stimme einzusetzen stehen, aber dass es jede Menge „Ohoho“- und „Ahaha“-Passagen gibt, dürfte ja inzwischen jeder wissen. Auf jeden Fall ein starkes Liveprodukt, das zudem noch ein paar „Behind The Scenes“-Aufnahmen, die Videoclips zu „Slave“, „The Price“, „Restless“ und „The Cloak“ sowie Material zu einem Auftritt der Norweger am gleichen Ort vor 13 Jahren enthält. Gerade letztgenanntes ist eine wirklich coole Idee, lag uns jedoch leider nicht vor. Im nächsten Februar ist die Formation übrigens wieder auf Tour – dann als Support für Devin Townsend.

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