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Leons Massacre: World=Exile

Abwechslungsreich und überzeugend, aber leider zu kurz
Wertung: 7/10
Genre: Screamo / Metalcore
Spielzeit: 22:28
Release: 11.11.2011
Label: Deafground Records

Leons Massacre ist eine sehr junge Band aus Österreich, die mit „World=Exile“ ihr Debüt-Album veröffentlicht. Ein veritabler Genre-Mix aus Screamo, Metalcore, Hardcore sowie eine Prise Math-Core umrahmt mit Elektro-Samples schickt sich an, den interessierten Hörer zu begeistern. Als „Massacre‘Core“ bezeichnet die Band ihre Musik selbst. Erst 2009 gegründet, veröffentlichen die Jungs nach ein paar Demo-Songs nun ihren ersten Longplayer, der diese Bezeichnung zwar nicht wirklich verdient, aber dazu später. Das Ergebnis kann sich ungeachtet dessen wirklich hören lassen.
Los geht es mit einem atmosphärisch ruhigen Intro, das eine gewisse dystopische Stimmung erzeugt und nicht einmal ansatzweise das ankündigt, was danach folgt.

Der erste richtige Song „I‘m Awake“ knallt dabei voll auf die Zwölf und reißt den Hörer sofort aus der Ruhe des ersten Tracks. Hier dominieren die wirklich gut produzierten Drums und der abwechselnde Gesang aus hohen Screams und tiefen Growls. In Teilen erinnert das an Grindcore. Und schon an diesem Song erkennt man, wo es lang geht. Fette Riffs, typisch dissonante Fills, groovende Mosh-Parts und treibende Mitgröl-Passagen dominieren die Platte. Alles ist recht übersichtlich strukturiert, aber nicht zu einfach instrumentalisiert - die Fähigkeiten der Jungs sprechen für sich. Alles ist dabei auf Live-Tauglichkeit getrimmt und es ist gut vorstellbar, dass die Meute dabei ordentlich abgehen dürfte.

„Tired Heart“ ist wohl das beste Beispiel dafür, startet es doch mit einem Gesangspart, der den Hörer förmlich zwingt mitzugrölen. Live könnte sich besonders dieser Song zu einer gern gehörten Hymne entwickeln. Die Band beweist dabei auch noch mit einem Zitat von Peter Griffin aus der TV-Serie „Family Guy“ einen tollen Humor. Hier kommt richtig Spaß auf.
Zu „ There's No Time To Write A Poem“ wurde auch schon ein offizielles Video gedreht. Dieses ist zwar nicht sonderlich spektakulär, aber die Wahl des Songs ist sicher keine Schlechte. Musikalisch spiegelt er das komplette Spektrum der Band wider. Von groovenden Midtemp-Passagen samt treibender Double-Bassdrum, einer eingängigen Melodie auf der Gitarre und dem variablen Gesang ist alles dabei.

Abgeschlossen wird das Ganze von „A Rusted Statue In A City Of Traitors“, das durchaus als Gegenstück zum Intro zählen kann. Damit schließt sich dann auch der Kreis, den das Intro eröffnete, denn auch hier dominierend dystopische Klänge, aber diesmal deutlich aufgeweckter. Der Track ist der längste des Albums, aber nicht unbedingt der interessanteste. Sicher, die Samples vermögen den Hörer in den Bann zu ziehen, aber er spiegelt nicht ganz die Qualität der restlichen Songs wieder. Zusammen mit dem Intro und „IIII“ bildet er die elektronische Abwechslung, die gut zwischen den anderen Songs platziert ist, aber sich deshalb eben nicht sonderlich gut ins Gesamtwerk integriert.

Leons Massacre haben mit „World=Exile“ ein starkes Debüt abgeliefert, das Fans von Screamo und Metalcore begeistern wird. Die Songs gefallen allesamt und sind auch abwechslungsreich. Klanglich ist die Platte auch hervorragend produziert, aus den Boxen drückt der Sound mit aller nötigen Härte. Was aber stört, ist die enorme Kürze der Platte, denn mit knapp 23 Minuten liegt sie eher zwischen einem kurzen Album und einem sehr guten Demo. Und wenn man es genau nehmen möchte, kommt man nur auf fünf vollwertige Songs. Das ist eindeutig zu wenig. Aber die Jungs beweisen viel Potential, man kann nur hoffen, dass sie es auf einem möglicherweise längeren Nachfolger weiterhin unter Beweis stellen können.

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