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Leoniden: Again

Leoniden bleiben übertrieben überschwänglich und liebenswert
Wertung: 8/10
Genre: Indie Rock
Spielzeit: 32:04
Release: 26.10.2018
Label: Two Peace Signs/Irrsinn Tonträger

Leoniden gelten mittlerweile schon als die Lehrerlieblinge der deutschen Indie-Szene: Der Erstling „Leoniden“ schlug ein wie eine Bombe, es folgten recht schnell recht viele ausverkaufte Konzerte, eine Phänomen, das sich übrigens auch bei der aktuellen und der nächstjährigen „Kids Will Unite“-Tour weiter verfolgen lässt, und damit nicht genug: Sind die Konzerte schnell ausverkauft, wird dann die Show ganz locker in eine größere Location verlegt. Als müssten die Jungs nur schnippen und die Veranstalter würden springen. Dass dieser Erfolg mit dem Nachfolgewerk „Again“ weitergeführt werden kann, steht eigentlich gar nicht zur Debatte.

Ziemlich genau anderthalb Jahre ist die Debütscheibe alt, da legen die Kieler nach mit zehn Songs, die auf den ersten Blick ähnlich gelagert sind, aber doch nicht ganz so viel Frohsinn versprühen wie die früheren Tracks, sondern eher eine gewisse Ernsthaftigkeit transportieren, die man den Jungs, die sich gerne auch mal mit grottenhässlichen Neunzigerklamotten ablichten lassen, so gar nicht zugetraut hätte. Den typischen Indie-Rock findet man aber auch auf „Again“ eher selten, viel mehr suhlen sich die Leoniden in einer Mischung aus Rock, Pop und Funk und vor allem Sänger Jakob scheint sich damit hörbar wohl zu fühlen.

Gerade die erste Hälfte der Scheibe kann eigentlich als ein einziger großer Anspieltipp notiert werden: Schon der Opener „River“, der ebenso wie „Kids“ und „Colorless“ vorneweg bereits mit einem Video versehen und veröffentlicht wurde, eignet sich bestens zum Mitsingen und überrascht mit einem dynamischen Refrain. Das Supertrio bilden dann aber „Kids“, „Alone“ und „Down The Line“, von denen vor allem „Kids“ mit einem absoluten Knallerrefrain aufwarten kann, der sicherlich live absolut explodieren wird, kann man sich doch in den heimischen vier Wänden schon kaum am Tanzen hindern.

An „Alone“ mit seinem recht hohen Gesang hätte dann sicherlich auch der King Of Pop seine Freude gehabt, auch hier sammeln die Herrschaften vor allem im catchy Refrain jede Menge Pluspunkte und – Überraschung – auch beim erstaunlich rockigen „Down The Line“ überzeugt in einem starken Song trotzdem noch mal der Refrain.

Es scheint als hätten Leoniden ihr Erfolgsrezept gefunden, denn der Gutteil der Songs auf „Again“ kann mit einem überzeugenden Chorus aufwarten, der ohnehin schon solide und stark gebaute Tracks zu etwas Besonderem macht. Experimente wie „One Hundred Twenty-Three“ mit seinem schrägen Instrumentalpart, der eine Mischung aus Electro und Latinomusik zu sein scheint, wollen erst nicht so richtig ins Albumgesamtbild passen, reißen dann aber doch unwillkürlich mit.

Und so ergeht es einem eigentlich auf dem ganzen Album: So ganz geil finden will man es nicht, weil einem der überschießende Erfolg ebenso suspekt erscheint wie die unbarmherzige Scheuklappenfreiheit, die die Jungs auch schon mal fast überfordert wirken lässt – andererseits sind Leoniden ein so sympathischer Haufen mit solch absurd ohrwurmigen Refrains, dass man das Album nach einigen Durchläufen schon richtig lieb gewonnen hat.

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