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Leon's Massacre: Turning Point

Gute Ansätze, aber nicht eigenständig genug
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 46:15
Release: 07.12.2012
Label: Noizgate Records

Leon's Massacre aus Österreich haben bereits vor ziemlich genau einem Jahr mit dem „World=Exile“-Debüt in der The-Pit.de-Redaktion gute sieben Punkte abstauben können – das damalige Album kam noch via Deafground Records, aber nicht nur bezüglich des Labels hat sich bei der österreichischen Truppe einiges geändert. Mittlerweile auf Noizgate Records beheimatet, stieg außerdem auch noch Gründungsmitglied Steve aus – ein herber Schlag für jede Band, den der Fünfer aber scheinbar mit der neuen Platte ganz gut weggesteckt hat.

Selbige hört auf den passenden Namen „Turning Point“. Schaut man sich mal ein bisschen im Internet um, stößt man schnell auf musikalische Umschreibungen, die einen ein wenig stutzen lassen. Von „Rap-Passagen über Clean-Vocals, bis hin zu gutturalen Mitgröl-Parts“ ist da die Rede; dass die Combo sich in keine Schublade stecken lassen will, ist also von Anfang an glasklar. Da muss man sich gar nicht groß in die Materie einarbeiten, sondern braucht nur einmal durch „Turning Point“ durchzuhören und sich auf Sänger Alex zu konzentrieren – der Mann hat ein Stimmrepertoire, das im Core leider immer seltener wird und schreckt auch tatsächlich vor Sprechgesang nicht zurück, wobei hier rein stimmlich schnell Assoziationen zu den Hamburger Nordlichtern 4Lyn geschlossen werden können.

Nun muss man sich darüber im Klaren sein, dass im Corebereich schon so ziemlich alles probiert wurde, was halbwegs gut klingt (oder auch nicht), dementsprechend kann man natürlich keine großartigen Innovationen mehr erwarten. Leon's Massacre starten nach dem Intro ebenfalls recht gewöhnlich mit „Salvation Or Illusion“ – technisch gut gespielt, kennt man doch die Riffs und Drums schon so oder ähnlich von anderen Bands, möchte schon wohlwollend mit dem Kopf nicken und weiterskippen; doch dann setzt der Refrain und somit der klare Gesang ein und zack, steht der Track auf der Anspieltippliste. Die Clean Vocals sind hier so dezent eingestreut, dass sie dem Song kaum Härte nehmen, wirken aber gleichzeitig aufgrund der Stimmlage so desillusionierend, dass das Stück gleich eine ganz andere Grundstimmung bekommt. Ein Wahnsinnssong, von dessen Kaliber die Jungs gerne noch ein paar mehr in petto haben dürfen!

Stellenweise erinnern die Österreicher mit ihren eingestreuten Samples – wie zum Beispiel beim aggressiven „Phantom Black“ – ganz entfernt an die Crossover-Helden von (Hed) P.E., bei Stücken wie „Sorry (I’m Just Proud To Be Better Than You Bitch)“ tendieren sie dann aber (leider, muss man sagen) wieder in die recht üblich gewordene Metalcoreschiene, wenn auch die Strophen hier wesentlich besser wegkommen als der Refrain.

Eine Weile passiert nicht viel – es wird geschrien und geschreddert, dass sich die Balken biegen, aber richtig aufhorchen lässt einen eigentlich keine Passage. „Gunfire“ zeigt dann wieder, dass Leon's Massacre eigentlich ein recht breites Spektrum der härteren Musik beherrschen – von aggressivem Sprechgesang über Grindcore-lastige, eingestreute Growls bis zu Screams ist eigentlich alles dabei, das muss man der Truppe schon anrechnen. Auch mit Tempowechseln wird nicht gespart, aber ein Lächeln kann dem Hörer erst wieder der – richtig: klare Refrain auf die Lippen zaubern. Im Vergleich zu all dem Geschrei bietet die klare Stimme doch einen wirklich schönen Kontrast.

Der Titeltrack hat dann eine kleine Überraschung im Ärmel versteckt – im Refrain wird Alex nämlich von einer dezenten, aber doch gut hörbaren und vor allem sehr angenehmen Frauenstimme unterstützt. Richtig deftig geht dann noch mal „Blackout“ zu Werke, da werden auch schon mal Gangshouts verbraten und wirklich fiese Screams mit in den Pool geschmissen. Den Dubstep-Remix von „Gunfire“ hätte man sich dann durchaus sparen können, aber Remixe sind ja meistens ohnehin nicht unbedingt das, woran man sich später beim Gedanken an die Platte erinnert.

Leon's Massacre bieten auf ihrem Zweitwerk gute Ansätze, können aber noch nicht durchgehend Arsch treten. Vor allem die Passagen mit klarem Gesang bleiben im Gedächtnis, sind technisch sehr gut ausgeführt und auch die Arrangements lassen diesbezüglich keine Wünsche offen. Die restlichen Songs haben zwar zum größten Teil Hummeln im Arsch, heben sich aber nicht allzu sehr vom Rest des Genres ab.

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